Fünf Jahrzehnte und fünf Liebhaber

+
Orgeljubiläum St. Michael: 50 Jahre ist das Instrument alt. Alle fünf Organisten, die bis heute darauf spielten, werden in einem Konzert gemeinsam auftreten. Foto: Tom
  • schließen

Warum alle Organistinnen und Organisten die Orgel in St. Michael ins Herz geschlossen haben und welch besonderes Konzert am Patrozinium stattfindet.

Schwäbisch Gmünd

Das 50-jährige Orgeljubiläum wird am Sonntag gemeinsam mit dem Patrozinium der Kirche St. Michael in der Weststadt gefeiert. Dazu findet am Morgen ein festlicher Gottesdienst statt und am Nachmittag ein Orgelkonzert, in dem die Organisten aus den fünf Jahrzehnten ausgewählte Stücke auf „ihrer“ Orgel präsentieren.

Auch der Gottesdienst erhält ein besonderes musikalisches „Gesicht“. Mit Ausschnitten aus der „Deutschen Messe“ von Franz Schubert umrahmt der Chor TAKTvoll gemeinsam mit einem Streichensemble des Kurorchesters unter Leitung von Hanspeter Weiss die Liturgie des Festgottesdienstes.

Für das Orgeljubiläum ist es Organistin Rosi Schmid gelungen, die fünf Organisten, die auf der Orgel in St. Michael bis heute spielten, dafür zu gewinnen, in einem Orgelkonzert aufzutreten. Für manches Gemeindemitglied wird dies zu einem Wiedersehen mit Georg Kern, Uli Köhler, Thomas Elser, Wolfgang Walter und der Mutter der aktuellen Organistin Regina Bayer-Haselberger werden.

Im Jahr 1972 wurde die Orgel von dem damals 44-jährigen Gmünder Orgelbauer Peter Paul Köberle für die St. Michaelskirche gebaut und auch weiterhin betreut. Organistin Rosi Schmid erinnert sich: „Ich liebe diese Orgel, „meine“ Orgel!“, und berichtet, dass sie sie an Pfingsten zum ersten Mal spielen durfte. „Das war ein Sprung ins kalte Wasser!“, schmunzelt sie, denn sie war damals erst 16 Jahre alt und hatte zwar Orgelunterricht, aber noch nicht so lang, wie sie glaubte, es nötig sei, um in der Kirche zu spielen. Doch ihre Eltern hatten sie ermuntert mit: „Das schaffst du schon!“ Es gab niemand anderen, der die Orgel hätte übernehmen können. Ihre Mutter konnte auch nicht einspringen, denn sie leitete damals den Kirchenchor von St. Michael.

Die Köberle-Orgel schätzt Rosi Schmid wegen ihrer Holzpfeifen, die weichere Register erklingen lassen. Mit 18 Registern ist sie eine kleinere Orgel, was für die Organistin die Freude nicht schmälert, besonders, wenn sie ihrer Vorliebe Lauf lässt: moderne geistliche Liedliteratur, „die ist so schön melodiös!“

Für Dekan Robert Kloker ist die Unterstützung durch Orgel und den Chor TAKTvoll bei den modernen Kirchenliedern wichtig. Denn sie unterscheiden sich in Klangfolgen und Rhythmik von den Älteren. Da seien die Chormitglieder zum Einüben und zur Unterstützung sehr hilfreich.

Den früheren Kirchenchor von St. Michael gibt es nicht mehr. Aber er sei froh und dankbar, so Robert Kloker, dass sich die neue Gesangsgruppe, der Chor TAKTvoll, während der Corona-Zeit gebildet habe und auch weiterhin bestehe. Er ist stolz darauf, eine „Schola“ in St. Michael zu wissen, die sangestüchtig die Liturgie umrahmt: „Es ist hilfreich, wenn diese Sängerinnen die Gemeinde und auch die ausländischen Kollegen unterstützen.“

Zurück zur Übersicht: Stadt Schwäbisch Gmünd

Kommentare