Für die Aale und gegen Wasserdiebe

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Ehe sie in die Freiheit entlassen werden, gewöhnt man die Fische ans neue Wasser.

Wie sich der Bezirksfischereiverein Lein-Rems für die Umwelt und das direkte Umfeld an seinen Vereinsgewässern einsetzt nach dem Motto „Angeln ist mehr als Fische fangen“.

Schwäbisch Gmünd

Sie ist der Fisch des Jahres 2020. Trotzdem ist die Nase“ - anders als die Forelle oder der Aal - weitgehend unbekannt. Fast überall, wo sie vorkommt, gilt die Nase als gefährdet, ist stellenweise sogar schon ganz verschwunden oder wird auf „Roten Listen“ besonders gefährdeter Tiere geführt.

Ähnlich geht es dem ziemlich bekannten Aal. Dessen Bestand ist seit den 1970ern um rund 98 Prozent zurückgegangen. Schätzungen gehen davon aus, dass es diesen Fisch bald ohne Besatzmaßnahmen von Fischereivereinen in europäischen Gewässern nicht mehr geben wird. Ohne die Fischereivereine wäre es um den Aalbestand wohl schon heute weitaus schlechter bestellt.

Um beide Fischarten in der Lein zu erhalten, setzt der Bezirksfischereiverein Lein-Rems jedes Jahr aufs Neue Aalen und Nasen ein. Mit großer Sorgfalt wurden die Tiere an das unbekannte Wasser gewöhnt, ehe sie in ihr neues Habitat entlassen wurden. Die Nase ist ganzjährig zur Befischung gesperrt und muss, wenn sie versehentlich gefangen wird, wieder schonend zurückgesetzt werden.

Zur Bestandskontrolle machen die Vereinsmitglieder regelmäßige Begehungen, Wasseranalysen und Elektrofischen, um die Maßnahmen zu überwachen. Aber nicht nur das: Der Wert von Naherholungsgebieten ist in den vergangenen Jahren als Ausgleich für eine immer hektischer werdende Arbeitswelt gestiegen. Auch hier ist der Verein aktiv und unterstützt die Natur.

So konnten zum Beispiel aus Freiburg rund 40 unter Naturschutz stehende Teichmummeln beschafft und in die Rückhaltebecken Rehnenmühle, Reichenbach und Götzenbach eingebracht werden. Diese Wasserpflanze ist schön für das Auge - und, was viel wichtiger ist, sie sorgt dafür, dass sich das Wasser nicht so schnell erwärmt, bietet den Fischen mehr Laichmöglichkeiten und den Jungfischen Verstecke. Darüber hinaus dient die Pflanze zahleichen Insekten und ihren Larven sowie anderen Kleintieren wertvollen Lebensraum.

Ähnliches bewirken im übrigen die alten oder nicht verkauften Weihnachtsbäume, wenn sie am Seeufer ins Wasser versenkt werden. Dort sind sie Laichhilfen für Fische, Frösche und Kleinlebewesen. In einem sonst strukturarmen Regenrückhaltebecken geben sie den Wasserbewohnern Schutz und Struktur zum Leben und für ihre Vermehrung.

Und weil auch zahlreiche (Wasser-)Vogelarten zu den Naherholungsgebieten gehören, unterstützt der Fischereiverein diese durch den Bau und die Anbringung von Nistkästen an den Vereinsgewässern. Die weit über 20 Nistkästen werden regelmäßig kontrolliert und gegebenenfalls gewartet oder erneuert. Was die Vereinsmitglieder bestärkt: Nahezu alle Nistkästen sind bewohnt und es wird fleißig darin gebrütet.

Was die Fischer überhaupt nicht freut, ist das Treiben einiger Mitmenschen: Die illegale Ablagerung und die Entsorgung von Müll sind ebenso wie das Einleiten von Schadstoffen in die vereinseigenen Gewässer mehr als ärgerlich. Dazu kommen unerlaubte Wasserentnahmen als häufig vorkommende Umweltsünde.

Massiv setzt sich der Fischereiverein hier ein: Mit Gewässerputzaktionen sorgen die Mitglieder einerseits regelmäßig für Sauberkeit an den Vereinsgewässern - unter Einhaltung der Hygienevorgaben und nach Genehmigung durch das Landratsamt Ostalbkreis war man hier sogar in diesem Jahr aktiv.

Weiterhin engagiert sich der Verein in großem Umfang für die Aufklärung der Verschmutzung der Rehnenmühle, in der es aufgrund von Einleitungen im vergangenen Jahr zu einem massiven Fischsterben kam.

Regelmäßig werden darüber hinaus unerlaubte Wasserentnahmen aus Gewässern und Zuflüssen angezeigt. Denn gerade bei Wassermangel darf der Natur ohne Genehmigung kein zusätzliches Wasser zur Bewässerung privater Grünanlagen entzogen werden. Auch hier achten die Vereinsmitglieder und vor allem die Gewässerpaten auf die Einhaltung geltender Vorschriften.

Säckeweise Müll haben die Mitglieder bei ihrer jüngsten Aktion aufgesammelt.

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