Für Schönblick-Pflegeheim zeichnet sich Mehrheit ab

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An der Willy-Schenk-Straße zwischen Rehnenhof und Wetzgau will der Schönblick am Rand des Taubentalwaldes ein neues Pflegeheim bauen. Nicht des Heimes, aber des Standorts wegen gehen die Meinungen dazu auseinander. Archivfoto: Tom
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Stadträte des Bauausschusses diskutieren das Vorhaben des Christlichen Gästezentrums kontrovers. Im Fokus dabei: der Standort.

Schwäbisch Gmünd

Die Entscheidung fällt kommende Woche im Gemeinderat, die Stadträte des Bauausschusses aber haben die Pläne des Christlichen Gästezentrums Schönblick für ein neues Pflegeheim am Mittwoch schon kontrovers diskutiert. Vor dieser Debatte stellten der Leiter des Amtes für Stadtentwicklung, Gerhard Hackner, und Schönblick-Chef Martin Scheuermann die Pläne nochmal vor. Der Schönblick will neben seinem Gästehaus in der Willy-Schenk-Straße auf dem Rehnenhof ein Pflegeheim mit 60 Plätzen bauen. Der Streitpunkt dabei: Für das neue Heim müssen am Rand des Taubentalwaldes Bäume weichen. Das neue Heim soll das Pflegeheim in der Franz-Konrad-Straße ersetzen, das nach der Landesheimbauverordnung von 2009 nicht mehr betrieben werden kann. Unter anderem, weil keine Doppelzimmer mehr erlaubt sind. Scheuermann verwies auf den „dringenden Bedarf an Pflegeplätzen“, aktuell habe der Schönblick 178 Anfragen. Er erläuterte, dass der Schönblick alternative Standorte geprüft habe, aber am jetzigen Standort festhalte. Er machte auch deutlich, dass sich der Schönblick aus der Pflege zurückziehe, wenn der Gemeinderat das Vorhaben an diesem Standort ablehnt.

Der Bebauungsplan umfasst 0,92 Hektar, sagte Hackner. Die Eichen an der Willy-Schenk-Straße blieben erhalten. Auf mehr als 2000 Quadratmetern entstehe ein Waldpark mit neuen Bäumen, die in den Taubentalwald übergingen. Das Heim werde maximal zwölf Meter hoch. Hackner geht von einem Gebäude aus Holz aus. Das Dach werde begrünt. Die Freiflächen um das Heim würden nicht versiegelt. Für den derzeitigen Waldkindergarten des Schönblicks an dieser Stelle werde aktuell ein Alternativstandort gesucht.

Wetzgaus Ortschaftsrat habe „mehrheitlich für das Pflegeheim“ gestimmt, sagte Wetzgaus Ortsvorsteher Johannes Weiß. Er sehe dabei, dass „der Taubentalwald eines der wichtigsten Waldgebiete“ für Gmünd sei, auch der Frischluftzufuhr wegen. Die andere Seite sei, dass die Stadt diese 60 Pflegeheimplätze brauche. In diesem Spannungsfeld bewegten sich die Stellungnahmen der Fraktionen. Er habe sich das Waldgebiet mehrfach angeschaut, sagte Martin Bläse (CDU). Der Wald sei nicht hochwertig. Eine Verschlechterung der Regen- und Abwassersituation in Richtung Taubental will die CDU-Fraktion nicht. Sie geht jedoch durch Grünflächen und Speicher für Regenwasser im Boden von einer Verbesserung aus. Die Grünen begrüßten die Initiative des Investors, hätten jedoch „größte Bedenken“ bei der Rodung des Waldes, sagte Barbara Bijok (Grüne). Wenngleich der Wald Defizite habe, speichere er doch Wasser. Bijok wiederholte den Vorschlag an den Schönblick, das Pflegeheim auf seinem Parkplatz zu bauen. Dies aber hält der Schönblick wirtschaftlich nicht für machbar. Es gebe Für und Wider, sagte Johannes Zengerle (SPD). Die Fraktion habe sich noch nicht entschieden. Die Linke-Fraktion sieht den Standort kritisch, machte Prof. Dr. Andreas Benk (Linke) deutlich. Hier werde „unwiederbringlich Wald geopfert“. Dabei reihe sich in Gmünd ein Einzelfall an den nächsten. Am Ende aber gehe es um die Summe. Benk kündigte an, dass die Linke-Fraktion dem Pflegeheim an diesem Standort nicht zustimmen werde. Ihre Fraktion sehe die Pläne des Schönblicks positiv, sagte Dr. Constance Schwarzkopf-Streit (FWF). Der Eigentümer erfülle den rechtlichen Rahmen, und nun kämen Stadträte, die sagten, dass das aus ökologischen Gründen nicht gehe, sagte Ullrich Dombrowski (BL). Seine Fraktion unterstütze das Projekt. So auch Dr. Peter Vatheuer (FDP/FW): Eine Abwägung führe zum Bau des Pflegeheims.

So soll sich das künftige Pflegeheim des Schönblicks zwischen Willy-Schenk-Straße und Taubentalwald einfügen. Grafik: ca

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