Fußverkehr in Gmünd: Ende der Diskussion, Start mit Verbesserungen

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Beliebt, aber nicht so vorgesehen: die Querung am Milchgässle und der Kapuzinergasse.
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Querungen und direkte Wege sind wichtig: Nach dem Fußverkehrscheck im Herbst 2021 soll es in diesem Jahr erste Umbaumaßnahmen in Gmünd geben. Von Bernd Müller

Schwäbisch Gmünd

Viele Menschen habe Zeit investiert, Ideen beigesteuert, Kritikpunkte genannt:  Nun soll der Gmünder Fußverkehrscheck zu konkreten Verbesserungen führen. „Ich bin guter Dinge, dass wir ein paar Maßnahmen im Jahr 2022 durchführen können“, sagt die Gmünder Mobilitätsmanagerin Anja Tamm. 

Anfang April wird der Abschlussworkshop des Fußverkehrschecks stattfinden, voraussichtlich in dieser Woche soll der Termin stehen.

Rundgänge durch die Stadt

Im vergangenen Herbst hatte es zwei Rundgänge durch die Stadt gegeben und einen Workshop im Rathaus. Immer im Blick: Wo klemmt es beim Fußverkehr in Gmünd, wo sind kritische Stellen, was kann man besser machen? 

Was man besser machen, das sollen die Experten vom Stadt- und Verkehrsplanungsbüro „Planersocietät“ aufzeigen, die den Fußverkehrscheck geleitet hatten. „Sie werden Vorschläge machen, die sie erarbeitet haben“, sagt Tamm. Zentrale Ansatzpunkte sind Querungen und die – möglichst direkte - Wegführung. Es werde verschiedene Kategorien geben, sagt die Mobilitätsmanagerin: „Es gibt Maßnahmen, die schnell umsetzbar sind, mittelfristige und langfristige.“ Das Ordnungs- und das Tiefbauamt seien schon am Planen. 

„Unfallzahlen angeschaut“

Besonders gefährliche Stellen, an denen man schnell etwas unternehmen muss, gibt es laut Anja Tamm keine. „Wir haben uns auch die Unfallzahlen mit dem Ordnungsamt angeschaut, da war nichts Auffälliges dabei. Sonst hätten wir auch ohne Fußverkehrscheck längst etwas unternommen.“  

Es gehe eher um „subjektive Sicherheit“, sagt Tamm. „Zum Beispiel dadurch, dass man mehr Fläche hat zwischen zwei Fahrspuren.“ Dass das Subjektive nicht nur eine Randaspekt beim Verkehr ist, das hatten die Planer Johannes Lensch und Elias Raisin in Gmünd deutlich gemacht. Die Erkenntnis der Verkehrsforscher:  Wer den Fußverkehr fördern will, muss dafür sorgen, dass sich Fußgänger wohl fühlen als Verkehrsteilnehmer. 

Fußgänger mögen keine Umwege

Neben Sicherheit wünschen sich Fußgänger Schnelligkeit. Tamm: „Es ist wichtig, dass man als Fußgänger ohne Umwege zum Ziel kommt – und nicht 100 Meter zusätzlichen Weg hat, um zu einer Querung zu kommen.“ Das hatte Planer Johannes Lensch beim Workshop untermauert: „Es gibt Erhebungen, was Menschen vom Fußverkehr abhält.“ Für Umwege etwa seien sie „sehr sensibel“.

Der Fußverkehrscheck, der auf die Südstadt begrenzt war, soll sich künftig auch auf die ganze Stadt auswirken. „Die Wegführung für Fußgänger haben wir jetzt mehr auf dem Schirm – für Autos ist das schon längst selbstverständlich“, sagt Tamm, auch für Radfahrer sei schon einiges getan worden.

In einigen Bereichen sei Gmünd durch die Gartenschau schon sehr gut, auch bei der Beschilderung.  Aber eben nicht überall: „Der Check hat uns gezeigt, dass wir das in den Stadtquartieren fortsetzen sollten.“ Ziel sei es, „dass man dort als Erstes die Hauptachsen ertüchtigt und entsprechend beschildert“.

Es ist wichtig, dass man als Fußgänger ohne Umwege zum Ziel kommt.“

Anja Tamm, Mobilitätsmanagerin

Demnächst kommt der „Abschlussworkshop“

  • Mit einem Abschlussworkshop im April soll der Fußverkehrscheck in Gmünd formal beendet werden: Der Termin für diesen Workshop wird in Kürze feststehen und dann bekannt gegeben, sagt GmündsMobilitätsmanagerin Anja Tamm. 
  • Der Fußverkehrscheck ist eine Initiative, für die sich die Städte in Baden-Württemberg bewerben konnten und die vom Land finanziell gefördert wird. Mit dem Check soll es Kommunen ermöglicht werden, „in die systematische Förderung des Fußverkehrs einzusteigen und gleichzeitig die Bürgerbeteiligung zu stärken“.
  • Das Ziel der Landesregierung ist: CO2-Reduktion auch durch mehr Fußverkehr in den Städten. Er soll von bislang 21 auf 30 Prozent gesteigert werden. 
Problematische Stellen für den Fußverkehr gibt es einige in Gmünd: Dieser Übergang an der Konrad-Baum-Kreuzung hatte einen prominenten Platz im Fußverkehrscheck.

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