Fußverkehrscheck: „Die Kreuzung ist eine Katastrophe“

+
Kein guter Platz, um auf Grün zu warten - und als "Hotspot" beim Gmünder Fußgängercheck im Blick: die Konrad-Baum-Kreuzung am westlichen Ende der Königsturmstraße.
  • schließen

Von großen und kleinen Hemmschwellen und Ärgernissen für Fußgänger – und der Hoffnung auf Verbesserung: Der Fußverkehrscheck in Gmünd ist gestartet.

Schwäbisch Gmünd

Die Kreuzung ist eine Katastrophe“, sagt Karl Miller und zeigt auf die Karte. Der Stadtrat ist nicht der einzige, der eine Stelle in Gmünd nennt, wo es Fußgänger schwer haben. Durch den Fußverkehrscheck, der am Montag mit einem Auftaktworkshop im Rathaus begonnen hat, soll einiges besser werden. Bei dem Treffen konnten Bürger verbesserungswürdige Stellen nennen, in der kommenden Woche folgen zwei öffentlicher Begehungen; dann gibt es einen Abschlussworkshop, ehe die Ergebnisse im Gemeinderat vorgestellt werden.

Ein Einschränkung gibt es: Die Untersuchung beschränkt sich auf die Gmünder Südstadt. „Das ist der Bereich, mit dem sich Gmünd um den Check beworben hat“, sagt Johannes Lensch von der „Planersocietät“, einem Stadt- und Verkehrsplanungsbüro aus Karlsruhe. Ein komplettes Stadtgebiet sei mit so einem Check nicht zu bewältigen, fügt er hinzu. Der Fußgängercheck ist eine Aktion des Landes Baden-Württemberg, bei der Gmünd in diesem Jahr dabei ist.

Die Konrad-Baum-Kreuzung, die Karl Miller nannte, war eine von vielen kleinen und großen Hemmschwellen für Fußgänger, die beim Workshop genannt wurden. Dort müssen Fußgänger beim Überqueren der Straße regelmäßig auf einer schmalen Insel zwischen beiden Fahrspuren auf Grün warten müssen. Querungshilfen, die abseits der Laufrichtung platziert sind, unübersichtliche Kreuzungen und zu schnell fahrende Autos, wurden oft genannt.

Johannes Lensch und sein Kollege Elias Raisin sammelten die Kritikpunkte. Bei den beiden Begehungen im Bereich von Klarenbergstraße, Unterer Zeiselbergstraße, Sebaldplatz, Weißensteiner Straße und Gutenbergstraße sollen alle „Hotspots“ angesteuert werden, jeweils sieben bis neun Stationen, so Lensch. Denn Fußgänger schauen, nicht anders als Autofahrer, genau auf unpraktische Verkehrsführung und Verzögerungen. „Es gibt Erhebungen, was Menschen vom Fußverkehr abhält“, erzählte der Planer. „Die Fußgänger sind etwa sehr sensibel für Umwege, eine Sekunde Ampelwartezeit wird gewertet wie ein Meter Umweg.“

Land will mehr Fußverkehr

Die Förderung der Untersuchung hat auch damit zu tun, dass die Landesregierung beim Ziel der CO2-Reduktion auch auf mehr Fußverkehr in den Städten setzt. „Der aktuelle Wunsch im Koalitionsvertrag ist, dass der Anteil des Fußverkehrs von derzeit 21 auf 30 Prozent gesteigert werden soll“, sagt Lensch. Das ist machbar, glaubt er. „Über 35 Prozent aller Wege im deutschen Verkehr sind kürzer als zwei Kilometer.“

Darum der Check, der Schwachstellen finden und Verbesserungen zeigen soll: „Ziel ist es zu zeigen, wie der Fußverkehr in Schwäbisch Gmünd systematisch gefördert werden kann.“

Zurück zur Übersicht: Stadt Schwäbisch Gmünd

Mehr zum Thema

Kommentare