Gäste aus aller Welt treffen sich im  „Schattenreich“

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Foto: Jan-Philipp Strobel
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Beim Tag der offenen Tür geben sich hunderte Besucherinnen und Besucher die Klinke in die Hand.

Schwäbisch Gmünd

Mit einem beherzten Hammerschlag von Oberbürgermeister Richard Arnold wurde im Oktober 2009 aus dem Wunsch Schattentheatermuseum erste Wirklichkeit.  Damals präsentierte das Stadtoberhaupt noch die ehemaligen Räume des Gmünder Kunstvereins im Freudental als künftiges Schattenmuseum. Erst Jahre später reifte die Idee, die Einrichtung im angrenzenden VGW-Neubau unterzubringen.  „Ich wundere mich manchmal selbst, dass ich die Idee so lange aufrecht erhalten habe“, sagt Rainer Reusch, Initiator des Gmünder Schattenspiels,  des Internationalen Schattentheater-Festivals und des Schattenmuseums, das auf den Namen „Schattenreich“ hört.

Spätestens beim Tag der offenen Tür am Sonntag wurde   sein Durchhaltevermögen belohnt. Hunderte Interessierte, viele von ihnen aus anderen   Ländern, zeigten sich beeindruckt vom Angebot des nur einen Steinwurf vom Prediger entfernten Museums. Unter ihnen Agnes Kuthy aus Ungarn, die  vom Festival-Angebot begeistert ist. Im interaktiven Museum zaubert sie im gezielten LED-Licht Tierfiguren auf die Wand, erweckt für kurze Zeit  Hund oder Vogel zum Leben. Darin hat sie Übung, Agnes Kuthy ist an der Universität in Budapest Dozentin für Schattenspiel, die einzige im ganzen Land.

„Ein einzigartiges Museum“, sagt sie, schätzt sowohl die Sammlung traditioneller Schattenspielfiguren als auch die Mitmach-Möglichkeiten. An acht Labortischen können Besucherinnen und Besucher selbst mit dem Licht experimentieren, Schatten größer oder kleiner werden lassen, Perspektiven studieren. Am Silhouetten-Stuhl sitzen andere, um das eigene Schattenprofil zu erleben. 

Der Ausstellungsbereich zeigt aktuell rund 50 Schattenfiguren. Wiederkommen lohnt sich nach Worten von Ralph Häcker, Leiter des Kulturbüros. In den rot umrandeten Vitrinen wechseln die Exponate. Auf die aktuell traditionellen Werke soll ein Blick in die Moderne folgen. Häcker freut sich, dass jetzt das Museum komplett ausgestattet ist. Vergangenes Jahr wurde die Experimentier-Abteilung geöffnet, ganz aktuell stehen die Ausstellungsvitrinen zur Verfügung. Noch zu tun gibt es im angrenzenden Gewölbekeller, der für besondere Ereignisse geöffnet wird. Beim Tag der offenen Tür zeigte dort der Verein Sandtogether  die Möglichkeiten, die Sandtische fürs Schattentheater bieten. Gäste durften ihre eigenen Sand-Schatten-Bilder malen.Von der ersten Minute an war volles Leben im „Schattenreich“.

Besondere Veranstaltungen

 Weil Günther Spitzing aus Hamburg nicht zum angekündigten Vortrag „Das traditionelle Schattentheater in aller Welt“ kommen konnte, nahmen Ralph Häcker und Rainer Reusch die Gäste aus aller Welt gleich mit ins Schattenmuseum. Unter ihnen Werner Otte aus Salzburg, der schon zum viertem Mal zum Festival nach Gmünd kommt. „Das ist immer ein besonderer Kunstgenuss“, sagt er. Auch ein Ort der Inspiration für den Künstler, der selbst Schattentheater aufführt. Das Museum sieht er zum ersten Mal und schätzt nicht nur die ausgestellten Figuren, sondern vor allem den interaktiven Teil. Viele drängen sich um den Platz vor der Modelleisenbahn, deren Scheinwerfer Lichtspiele zaubern. Experimente, die sich Rainer Reusch ausgedacht hat, die Museumsdesigner Tomas und Britta Sturm passend platziert haben. 

Mit dem „Schattenreich“ sei das Thema dauerhaft in Gmünd präsent, das schätzt der Leiter des Kulturbüros besonders. Nicht nur bei Festivals, sondern auch in der Zeit dazwischen soll das Publikum mit besonderen Veranstaltungen angesprochen werden.

Das Schattenreichist geöffnet

Das Museum „Schattenreich“ ist während des Festivals zusätzlich geöffnet. Bis Donnerstag, 13. Oktober, können Gäste zwischen 16 und 20 Uhr kommen. Gewöhnlich öffnet das „Schattenreich“ sonntags von 14 bis 17 Uhr seine Pforten.

Foto: Jan-Philipp Strobel
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