Gasse mit „Gmünder Brezelzeit“

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Künftig mit weniger Autos im Bild: die beiden Schmiedgassen von oben betrachtet.
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Die Pläne zur Umgestaltung der Schmiedgassen ernten Zustimmung im Bau- und Umweltausschuss des Gemeinderats. 30 Kurzzeitparkplätze sollen für die drei neuen Plätze wegfallen.

Schwäbisch Gmünd

Machen statt nichts tun, ausprobieren statt jahrelang planen. Für die Weiterentwicklung der Schmiedgassen soll dies als Motto gelten – das hat Oberbürgermeister Richard Arnold am Mittwoch im Bau- und Umweltausschuss des Gemeinderats noch einmal bekräftigt. In einer Woche könnte der Umbau starten, Ende Juli die erste Phase der Umgestaltung abgeschlossen sein. Von den Stadträten gab es viel Zustimmung für die Pläne, ebenso vom HGV-Vorsitzenden Christof Morawitz.

Baubürgermeister Julius Mihm stellte noch einmal die zwei Kernpunkte des Konzepts vor: Zum einen Verkehrsberuhigung durch weniger Parkplätze und die teilweise Einführung einer 20er-Zone. Außerdem sollen drei Plätze mit „Aufenthaltsqualität“ entstehen, jeweils an den Enden und in der Mitte der Schmiedgassen.

Parken und Suchverkehr: Zu den Verlierern werden Autofahrer von außerhalb zählen. „Bei den Kurzzeitparkplätzen müssen wir den Rotstift ansetzen, sonst können wir das Konzept nicht verwirklichen“, sagte OB Arnold. 30 Kurzzeitparkplätze sollen wegfallen: sechs Plätze in der Vorderen Schmiedgasse, 24 in der Hinteren Schmiedgasse. Als Ersatz bietet sich das Remsdeck an, Arnold verwies auf die Kapazitäten, die dort noch frei seien. Keine Einbußen soll es bei den Anwohnerparkplätzen und den Parkplätzen für Behinderte geben.

Kurze Haltephasen für Autos, auf die der Begriff „Kurzzeit“ wirklich passt, sollen weiterhin möglich sein – echte Kurzzeitparkplätze also, nicht nur so genannte. Denn das sei die Lage im Moment, betonte Baubürgermeister Julius Mihm: „So wie es jetzt ist, wird der Begriff dort konterkariert.“ Zudem seien die Schmiedgassen durch zirkulierende Parkplatzsucher „ein großer Kreisverkehr“. Wie aus seiner Sicht Kurzzeitparken künftig sein soll in den Schmiedgasse, definierte OB Arnold über einen schnellen Einkauf beim Bäcker. „Das dauert nicht länger als fünf Minuten, die Gmünder Brezelzeit –das ist zu regeln.“

Die drei Plätze: 50 000 Euro sind im Haushalt 2021 für das Projekt „Lebenswerte Altstadt“ eingeplant. Diese sollen für die Errichtung der drei „Pop-Up-Plätze“ eingesetzt werden. Wie die drei Plätze aussehen und heißen sollen, hatte die Stadtverwaltung bei einem Bürgerforum Anfang Juni bereits vorgestellt: nahe der Stadtmauer zunächst der „Frauen-Platz“, benannt nach den dortigen Skulpturen. Etwa in der Mitte der Schmiedgassen, beim Quersträßle nahe dem City-Center-Eingang der Fernseh-Platz, benannt nach dem früheren Radio- und Fernsehgeschäft Zepf. Hier soll eine Strand-Landschaft entstehen mit Sand, aus der Litfasssäule soll ein kleiner Leuchtturm werden. Und der Frey-Platz vor der Bäckerei Frey: Hier sollen auf einem Holzdeck Sitzmöglichkeiten entstehen. Den Raum für alle drei Plätze liefern wegfallende Parkplätze. Kostengünstig ist die Bepflanzung: „Wir haben noch einiges von der Gartenschau“, so der OB.

Muss der Sand wirklich sein?, war eine Nachfrage aus den Reihen der Stadträte. Das könne man diskutieren, meinte Arnold. „Aber die Idee war, dass es ein Anziehungspunkt wird für Familien, wenn sie aus dem City Center kommen.“

Schnell und testweise: In der kommenden Woche, am Mittwoch, 7. Juli, soll der Gemeinderat entscheiden. „Wenn Sie das am 7. Juli beschließen, fangen wir am 8. Juli an“, so Richard Arnold. Ende Juli könne der Umbau für Phase eins abgeschlossen sein. Nach der Sommerpause sollen dann die ersten Erfahrungen ausgewertet werden. Dann folgt Teil zwei: Wie kann der Busverkehr umgestaltet werden? „Das ist der größte Brocken“, so Arnold.

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