Gasthäuser in Gmünd: Schwanen im Bremsmodus - Durchbruch für Kronprinz?

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Erste Pflanzkübel stehen schon: In den Schmiedgassen soll es wieder Grün werden - am besten mehr als je zuvor.
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Schmiedgassen 2022: Noch mehr Straßenbemalung, viel Grün, der Schwanen in der Warteschleife - und ein vielleicht eine Nutzung des Kronprinzen.

Schwäbisch Gmünd

Im Kopf hat er schon was, sagt Udo Schurr, „aber ich habe noch nichts auf Papier“. Der Gmünder Künstler, der den aufs Pflaster gemalten Strand gestaltet hat, hat Lust weiterzumachen. Den Strand aufpeppen und weitere Street-Art-Ecken schaffen, das ist der Gedanke. Weitere mögliche Plätze sind laut Schurr an der Einfahrt in die Vordere Schmiedgasse und der Frauenplatz eingangs der Hinteren Schmiedgasse, wo der Nuss-Brunnen steht.

Zur farbenfrohen Boden-Kunst soll wieder viel Grün dazukommen – wie schon im vergangenen Jahr, am besten aber noch mehr. Stadtsprecher Markus Herrmann und die Stadtverwaltung setzen auf die Gmünder Bewerbung fürs Bundesprogramm „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“. Falls es klappt mit dem beantragten Zuschuss, stünden im Rahmen von „Gmünd für morgen“ 1,1 Millionen Euro für die Begrünung der Stadt zur Verfügung. „Auch für die Schmiedgassen - „aber nicht nur dort“, betont Herrmann. Auch die Ideen der Anwohner seien weiterhin gefragt: „Wir wollen den Weg mit den Bewohnern weitergehen, aus deren Reihen sind viele Anregungen gekommen.“ Auch Treffen von Planern und Anwohnern soll es 2022 weiterhin geben, kündigt Oberbürgermeister Richard Arnold an.

Die Strandkörbe stehen schon wieder, bald folgt das Mobiliar für die Außengastronomie. Seit 1. März darf laut Konzession wieder geöffnet werden, „aber wir warten noch etwas, bis die Tage wärmer werden“, sagt Madeleine Bazzano vom Café Mikro; an einem Tag sei dann alles aufgebaut. Nebenan bei der Bäckerei Stemke, dem zweiten großen Außenbereich der Vorderen Schmiedgasse, soll es optisch luftiger zugehen. „Das Zelt bleibt weg“, sagt Bazzano über die Nachbarn.

Bis ins derzeit leerstehende Gasthaus Schwanen wieder Leben einzieht, wird es allerdings noch mindestens ein Jahr dauern. „Unser Ziel ist jetzt der Sommer 2023“, sagt VGW-Geschäftsführer Celestino Piazza im Hinblick auf die geplante Eröffnung. Ursprünglich sollte es im Sommer 2022 schon so weit sein. Nachdem sich die alte Scheune neben dem Schwanen als kompliziertes Bauwerk erwiesen hatte, kommen jetzt die Kostensteigerungen und die Materialknappheit in der Baubranche als bremsender Faktor dazu – in Form von viel Arbeit für die VGW-Mitarbeiter. „Wir haben an allen Fronten zu kämpfen, wir sind am Anschlag“, sagt Piazza. Darum mache man beim Schwanen „etwas langsamer“.

In diesem Jahr will Piazza für den Schwanen aber „auf jeden Fall die Baugenehmigung erwirken“. Das gastronomische Konzept hat drei Säulen: Der Schwanen, der möglichst authentisch fortgeführt werden soll (Piazza: „Wir haben sogar das Geschirr gekauft“), nebenan die Tenne, deren Räume sich im Gegensatz zum Gasthaus mit viel Glas offen zeigen sollen, und hinter der Tenne ein Biergarten. „Offenheit als Programm“, sagt Piazza.

Lösung für den Kronprinzen?

Das zweite leerstehende alte Gasthaus im Stadtviertel ist der Kronprinz, dessen künftige Nutzung seit längerem offen ist. Schon vor zwei Jahren hatte Baubürgermeister Julius Mihm gesagt, die Stadt sei mit dem Besitzer über die Zukunft des Hauses im Gespräch, doch einen Durchbruch hatte es seitdem keinen gegeben. Nun könnte ein solcher bevorstehen, hofft Celestino Piazza. „Da könnte sich in Kürze etwas tun“, sagt der VGW-Chef; in den nächsten Tagen gebe es dazu ein richtungweisendes Gespräch.

Beim Schwanen machen wir etwas langsamer."

Celestino Piazza, VGW-Chef

Kultur, Familienfeste, Treffpunkt

  • Die VGW hat das Traditionsgasthaus in der Vorderen Schmiedgasse von der Wirtsfamilie Gloning im Herbst 2020 gekauft. Der „Schwanen“ soll ein gutbürgerliches Gasthaus mit deutscher Küche bleiben, betont VGW-Chef Celestino Piazza.
  • Die Scheune neben dem Schwanen will Piazza zu einer Art Tenne ausbauen, sie soll „kulturell bespielt werden“, aber auch für Familienfeste und als Treffpunkt nach dem Samstagseinkauf geeignet sein. Im hinteren Teil des „Schwanen“-Areals soll ein Biergarten entstehen, dazu ist dort bereits ein Gebäude abgerissen worden.

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