Gasversorgung Gmünd: Stadtwerke erstellen „Abschaltliste“ für den Tag X

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Die Gmünder Stadtwerke versuchen vorbereitet zu sein. / Symbolfoto
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Wie die Gmünder Stadtwerke sich auf eine mögliche Gasknappheit vorbereiten.

Schwäbisch Gmünd. Die Stadtwerke bereiten einen Abschaltplan vor für den Fall, dass nicht mehr genug Erdgas im Gmünder Netz ankommt. Falls Russland nicht mehr liefert, wird das passieren. Wie sich der Gmünder Energieversorger auf diese drohende Szenario vorbereitet, das hat dessen Chef Peter Ernst am Mittwoch im Gemeinderat berichtet.

Die Stadtwerke haben einen Krisenstab eingerichtet, der sich täglich trifft; „Krisenvorsorge“ und „Prozessabläufe für den Tag X“, solche Begriffe bekommen die Stadträte in Ernsts Präsentation zu lesen. „Es wird ernst, wenn es tatsächlich so kommt“, sagt der Stadtwerke-Geschäftsführer.

Was technisch vor sich geht, wenn zu wenig Gas im Gmünder Netz ankommt, kann man gut vorhersehen. „Dann reduziert sich der Gasdruck im Netz“, sagt Peter Ernst. Unter einem gewissen Schwellenwert schalten sich dann Heizungsanlagen notfallmäßig selbst ab.

„Schützenswerte Kunden“

Wie die Stadtwerke auf so einen Engpass reagieren, steht im Grundsatz auch fest: Es wird Prioritäten geben. „Es gibt geschützte Kunden und nicht geschützte Kunden“, so Ernst. Privatkunden und soziale Dienste wie Krankenhäuser gehören in die Kategorie „schützenswert“. Kandidaten für die „Abschaltliste“ sind laut Ernst die 91 Industriekunden der Stadtwerke. Um deren konkreten Versorgungsbedürfnisse einschätzen zu können und sie zu informieren, haben die Stadtwerke eine entsprechende Abfrage gestartet, so berichtet der Geschäftsführer. Es eröffnen sich viele Fragen, die nicht leicht zu entscheiden sind. Peter Ernst schildert ein Beispiel: „Uns hat auch eine Wäscherei angerufen, die fürs Krankenhaus arbeitet, und gefragt, was für sie dann gilt.“

An den Gaskessel der Stadtwerke im Buch darf man keine großen Hoffnungen knüpfen. „Der ist nur zum Abfedern von Leistungsspitzen ausgelegt. Je nach Temperatur reicht dessen Gasmenge für die Versorgung von Gmünd zwischen zweieinhalb Stunden und zwei Tage lang“, sagt Ernst.

Sollten die Gasheizungen in den Haushalten sich abgeschaltet haben, wird es, auch wenn wieder genug Gas strömen sollte, Wochen dauern, sie wieder in Gang zu setzen. „Um das Netz wieder in Betrieb nehmen zu können, müssen alle der rund 10  000 Gaszähler vor Ort kontrolliert werden, das dauert rund eine Stunde für jeden Hausanschluss“, erklärt Ernst.

Und die ersten Reaktionen im Gemeinderat? „Ich mache mir große Sorgen“, meinte Stadtrat Christof Preiß (CDU). Oberbürgermeister Richard Arnold dagegen warnte vor „Panik“. „Es ist besser einen Plan zur Vorsorge zu haben als keinen – aber nicht in Panik zu verfallen.“

Was auch in diesem Jahr noch passiert, die Preise werden wohl nach oben gehen. Wegen der „langfristigen Lieferverträge“, die die Stadtwerke laut Ernst abgeschlossen haben, dürften die Gmünder Gaskunden 2022 noch ganz gut durchkommen. Ernst: „2023 wird das harte Jahr werden, in dem die Preise voll durchschlagen.“ Bernd Müller

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