Geheimnisse der Stratosphäre gelüftet

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Tolle Bilder nahm die Kamera an Bord der Sonde auf, die das Hans-Baldung-Gymnasium mithilfe eines Wetterballons an den Rand des Weltalls geschickt hatte. Foto: privat
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Beim Schulfest am Hans-Baldung-Gymnasium wurde das Weltraum-Projekt samt Wetterballon präsentiert. Interessante Einblicke in die Erdatmosphäre.

Schwäbisch Gmünd

Zuerst sieht man eine Schoko-Eule und ein Lego-Männchen, dahinter sechs Glasbehälter, verschlossen mit bunten Luftballons. Doch dann bleibt der Blick an der Kulisse hängen: unten die wolkenbedeckte Erde, darüber die Erdatmosphäre und das Weltall, aus dem die Sonne strahlt. „Das Bild stammt aus der Kamera an Bord unserer Sonde“, sagt Lehrerin Christin Landeck. Diese Sonde war Ende Juni mithilfe eines großen Wetterballons vom Pausenhof des Hans-Baldung-Gymnasiums (HBG) gestartet und bis an den Rand der Atmosphäre emporgestiegen.

Das Forschungsprojekt des Gymnasiums und der Gmünder Wissenswerkstatt Eule wurde am Freitag beim Schulfest des HBGs vorgestellt. Weiße Fetzen sind alles, was vom Wetterballon übrig sind. „Er platzte in genau 37 745,50 Meter Höhe“, sagt Dominik Minet von der Eule. Die Sonde sank dank eines Fallschirms zur Erde zurück. In wie vielen Kilometer Entfernung sie wohl landet, lautete eine Rätselfrage. Die beim Schulfest aufgelöst wurde: Das eingebaute GPS-Gerät lotste die Suchenden 75 Kilometer weit, bis zu einem Maisfeld nahe Creglingen, zwischen Weikersheim und Rothenburg ob der Tauber. „Zum Glück ist nichts kaputtgegangen“, sagt Kathrin Schmid. Landeck und Schmid sind die MINT-Experten am HBG, sie leiten die Robotik und die MINT AG. MINT bezeichnet den Schwerpunkt, den die Schule auf die Ausbildung in den Fächern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik legt.

Zusammen mit den 25 beteiligten Schülerinnen und Schülern werteten sie die Daten aus, die während des Fluges gemessen wurden. In den Reagenzgläsern waren Eiklar, Pilzflechte, isländisches Moos und Grünlilie mit in die Atmosphäre geflogen. Messgeräte, teils von der Gruppe selbst konstruiert, gaben Aufschluss über Temperatur, CO²-Gehalt und Strahlung. „Die Temperatur ist erst einmal extrem gesunken“, erzählt Schmid. Auf 12 000 Meter Höhe war der Tiefpunkt mit minus 43 Grad Celsius erreicht. „In der Ozonschicht stieg die Temperatur dann wieder.“ Nämlich auf 33 Grad in 37 000 Meter Höhe. Besonders die Kälte war für die Grünlilie zu viel: „Die war sehr angeschlagen und ist dann auch eingegangen“, erzählt Kathrin Schmid. Auch Moos und Eiklar waren beeinträchtigt. Nur die Flechte hat‘s gut überstanden. „Pilze sind einfach sehr widerstandsfähig.“ Schlussendlich sei die Forschungsfrage, die das Schülerteam sich selbst gestellt hatte, beantwortet: „Ja, die Stratosphäre der Erde ist ein lebensfeindlicher Raum“, sagt Dominik Minet. Das Projekt sei ein Erfolg: „Und die Jugendlichen haben schon Ideen, was sie beim nächsten Mal besser machen wollen“, erzählt Christin Landeck. Eine Wiederholung sei aktuell nicht geplant. Aber für weitere Projekte, gerne wieder mit der Eule, stünden alle Türen offen.

Video: Wer sich den 13-minüten Film über das Projekt anschauen möchte, findet das Video auf dem Youtube-Kanal „eule gmünder wissenswerkstatt“.

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