Gemeinderat erwartet Überparteilichkeit

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Nach der Bekanntgabe des Ergebnisses: Eine faire Karin Schüttler applaudiert dem Wahlgewinner Christian Baron.
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Ratsfraktionen gratulieren bisherigem CDU-Stadtrat Christian Baron.

Schwäbisch Gmünd. Gmünd hat zwei gute Bewerber gehabt. Darin sind sich Sprecher aller Gemeinderatsfraktionen einig. "Dafür sind wir dankbar", sagte Alfred Baumhauer (CDU) nach der Wahl von Christian Baron zum Ersten Bürgermeister. Dankbar sei die CDU-Fraktion aber auch, dass "unser Kandidat die Wahl gewonnen hat". Aus dem Ergebnis schließt Baumhauer, dass Vertreter aus mindestens vier anderen Fraktionen für Christian Baron gestimmt hätten. Dies schaffe ihm eine "breite Basis für seine Arbeit". Baumhauer ist sich sicher, dass Baron "für Gmünd und sein Amt brennen wird". Dabei müsse er sich nun von seiner Gemeinderatstätigkeit lösen und überparteilich werden.

"Ich hatte es so nicht erwartet", sagte Gabriel Baum (Grüne) über das Wahlergebnis. Er bedauere, dass Karin Schüttler nicht gewonnen habe. Doch auch mit Christian Baron bekomme die Stadt einen Ersten Bürgermeister, "der es drauf hat". "Wie gewohnt werden wir weiterhin unsere Auseinandersetzungen mit der Stadtspitze haben", prognostizierte Baum. Doch er sei überzeugt und hoffe zugleich, "dass wir einen guten Weg der Zusammenarbeit finden".

Die SPD-Fraktion habe sich ein anderes Ergebnis gewünscht, sagte Sigrid Heusel. Doch sie akzeptiere die demokratische Wahl. Sie gratuliere Baron zu seinem neuen Amt und wünsche ihm viel Erfolg. Auch Heusel formulierte eine Erwartung an den künftigen Bürgermeister: "dass er sich von jemand, der gerne polarisiert hat, zu jemand entwickelt, der gesellschaftliche Strömungen aufnimmt, dafür das richtige Gespür hat und integriert".

Die gesamte Linke-Fraktion bedauere sehr, dass Karin Schüttler die Wahl nicht für sich entscheiden konnte, betonte Fraktionssprecher Sebastian Fritz. Mit Karin Schüttler wäre "endlich eine Frau in der Stadtspitze" gewesen. Diese Rückmeldung habe er auch von vielen Bürgern bekommen. Sie bringe die nötige Qualifikation, Erfahrung und den Blick von außen mit. "Aber wir sind gute Verlierer und gratulieren Christian Baron zur Wahl", sagte er und kündigte an: "Wir werden die Zusammenarbeit mit ihm suchen, es wird sich zeigen, wie wir dabei vorankommen."

Dies sei die spannendste Wahl seit Langem gewesen, sagte Karin Rauscher (FWF). Gmünd habe zwei kompetente Kandidaten gehabt. Auch Rauscher erwartet, "dass Baron nun den Dialog pflegt und sich von seiner bisherigen Position als Fraktionsvize löst". Er müsse andere Parteien einbinden, um Mehrheiten auf breiter Basis zu schaffen. Daran müsse er sich messen lassen, sagte Rauscher.

Er freue sich für Christian Baron, sagt FDP/FW-Sprecher Dr. Peter Vatheuer. Aufgrund seiner Qualifikation, seiner Erfahrung und seiner Leidenschaft für Kommunalpolitik werde der neuer Erste Bürgermeister sicher schnell in das Amt wachsen und dieses ausfüllen.

Ullrich Dombrowski, Sprecher der Bürgerliste, war am Abend nicht mehr zu erreichen.

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