Gemeinsame Werte aus 1200 Jahren

+
Festgottesdienst im Münster zum Abschluss der Europäischen Staufertage.
  • schließen

Festgottesdienst im Münster zum Abschluss der Europäischen Staufertage – Die Saga, die Städtepartnerschaft und die Jugend: Fortsetzung folgt.

Schwäbisch Gmünd. Es ist noch kein Wort gesagt, da erzählen die Fahnen schon, worum es gehen wird bei diesem Festgottesdienst: um die Staufer, um Europa und um sechs Städte, die miteinander verbunden sein wollen. Um Gemeinsamkeit.

Mit Geschichten, mit prächtigen Bildern, mit ihrem Zusammenspiel haben die vielen hundert Darsteller der Saga-Momente eben das verkörpert in dieser Woche: „Das Miteinander zu sehen, wie es um Freundschaft und Zusammenhalt geht“, das sei das Beste gewesen, wird nach dem Gottesdienst Gundi Mertens sagen, die zweite Vorsitzende des Staufersaga-Vereins.

Dieser ökumenische Gottesdienst am Sonntagmorgen im Münster und seine Mitwirkenden beschwört die Wertebasis dieser Gemeinsamkeit, über Epochen, Grenzen und Sprachräume hinweg. An die „Werte des Rittertums“ erinnert Konrad Sorg im Gewand des Kaisers Barbarossa, Sarah Gros NF als dessen Gattin Beatrix sagt: „Wir wollen ein Haus, in dem die Völker friedlich leben. Dieses Haus ist unser Europa.“ Und Zeynel Alkis als arabischer Gelehrter Ibn Zafar betont die Vielfalt der Menschen, die doch alle gleichermaßen Menschen sind: „Wir sind so verschieden – und doch gemeinsam.“

Die Botschaft ist klar, nicht nur wegen der europäischen Fahne im Münster: Wir gehören zusammen. Und sind, in den guten Zeiten, auch froh und bereichert durch die Integration anderer Menschen und deren Kultur: So kann man den Auftritt der Gospelsängerin Janine Dyer aus Barnsley sehen, die zweimal mit ihrem Sologesang das Münster erfüllt.

Zusammenhalt, Gemeinschaft, Verbindendes – das sind die Schlüsselworte, die immer betont werden in diesem Gottesdienst. „Geschichte sehen und gemeinsam in die Zukunft blicken“, darum müsse es gehen, sagt der katholische Dekan Robert Kloker in seiner Predigt. Kloker erinnert als „Hobby-Historiker“, so sagt er über sich, daran, dass das Königtum im Mittelalter oft anderes war als Willkürherrschaft von oben herab, nämlich „konsensuale Herrschaft“. Ursula Richter, die evangelische Dekanin spricht sich gegen das Trennende aus, gegen Zäune und Abgrenzung.

Die „Zusammengehörigkeit in der Vielfalt“ (Richter) soll sich auch in den Kirchenliedern zeigen, von denen jede Strophe in einer anderen Sprache gesungen wird: deutsch, englisch, italienisch, französisch. Nur ungarisch fehlt, vielleicht wegen der Erkenntnis, von der Dekanin Richter bei ihrer vielsprachigen Begrüßung der Gottesdienstbesucher berichtet hat: „Ungarisch ist das Schwerste ...“

Nachhaltige Woche

Nach dem Gottesdienst legen die Fahnenschwinger aus Faenza einen fulminanten Auftritt vor der Kirche hin, Konrad Sorg und Sarah Gros NF als kaiserliches Ehepaar stehen gern für Erinnerungsfotos zur Verfügung. „Wie sagt man da: Hoheit?“, sagt eine Frau. Wie oft sie schon für Fotos posieren mussten? „Beim zehnten Mal habe ich aufgehört zu zählen“, sagt Sorg.

Und zwischen Sektgläsern und Dankesworten und Gesprächen bringt Oberbürgermeister Richard Arnold das aus seiner Sicht Entscheidende noch einmal auf den Punkt: „Der Zusammenhalt fällt nicht vom Himmel, der wird von uns gemacht. Und den brauchen wir für die Zukunft.“ Und jetzt? Wird sie nachhallen, diese Stauferwoche? Ja, sagt Richard Arnold. Und sagt, dass es ihm besonders um die Jugend geht. „175 Jahre Partnerschaft, das klingt ja uralt.“ Darum sei es so wichtig, dass die Jugend mitmacht, etwa bei den sportlichen Wettkämpfen der Partnerstadt-Teams.

Festgottesdienst im Münster zum Abschluss der Europäischen Staufertage.
microsoftteams-image-2.jpg
Festgottesdienst im Münster zum Abschluss der Europäischen Staufertage.
Nach dem Gottesdienst legen die Fahnenschwinger aus Faenza einen fulminanten Auftritt vor der Kirche hin.

Fortsetzung folgt. Die Fußballer des FC Bargau und FC Normannia etwa haben eine Kooperation mit Kickern aus Bethlehem beschlossen, erzählt der OB. Sogar fürs Fahnenschwingen a la Faenza soll es bald einen Workshop geben: „Die kommen hierher, und wir machen ein Jugendcamp.“ Und wie geht’s mit der Staufersaga weiter? „Erst einmal hat Gmünd wieder viel zu erzählen“, sagt Gundi Mertens, die zweite Vorsitzende des Staufersaga-Vereins. Aber das soll’s nicht gewesen sein. „Ich bin überzeugt, dass wir wieder eine große Saga erleben werden.“

Zurück zur Übersicht: Stadt Schwäbisch Gmünd

Kommentare