Gerüst bannt Gefahr am Schmiedturm

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Der Schmiedturm ist eingerüstet.
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Nach herabgefallenen Dachziegeln hat eine Untersuchung weitere Schäden zu Tage gefördert. Sanierung sicher nicht mehr in diesem Jahr.

Schwäbisch Gmünd

Komplett eingerüstet ist der Schmiedturm derzeit und wird es auch noch eine ganze Weile bleiben, auch wenn vorerst noch gar keine Arbeiten an dem historischen Turm laufen. Vorerst ist das Gerüst nur angebracht, um für die Sicherheit der Passanten oder Verkehrsteilnehmer zu sorgen. Das sagt Ute Meinke, stellvertretende Pressesprecherin der Stadtverwaltung, auf Anfrage der Gmünder Tagespost.

Herabfallende Ziegel vom steilen Turm des Dachs hatten die städtischen Bau-Experten aufmerksam gemacht. Ein Gutachter sah sich die Sache an und stellte fest, dass nicht nur am Dach Handlungsbedarf besteht. Auch Fenster und die Holzverschalung seien sanierungsbedürftig. Wie umfangreich der Sanierungsbedarf ist und welche Kosten dafür kalkuliert werden müssen, werde derzeit ermittelt, so Ute Meinke. Zur Klärung dieser Fragen sei die Stadtverwaltung auch im Kontakt mit dem Landesdenkmalamt. Sicher sei nur: „In diesem Jahr passiert dort nichts mehr.“ Trotzdem müsse das Gerüst stehen bleiben, um möglicherweise weitere herabfallende Dachziegel aufzufangen.

Vor 1350 erbaut

Der Schmiedturm am Ende der Vorderen Schmiedgasse ist eine Art baulicher Willkommensgruß für Besucher, die aus Richtung Osten auf den historischen Stadtkern Gmünds zukommen. Er wurde schon vor 1350 erbaut. Dass er 1498 um ein Geschoss aufgestock wurde, sah der Gmünder Stadthistoriker Theo Zanek als Zeichen seiner Wertigkeit.

„Kein anderer der bekannten Stadttürme der zweiten Umwehrung wurde nachträglich in ähnlicher Weise aufgewertet“, schrieb er im Einhorn-Jahrbuch 1985. In diesem Jahr wurde der Turm umfassend renoviert, was auch dringend nötig war. Experten stellten damals bis zu fünf Zentimeter breite Risse in dem Mauern fest, verursacht vermutlich durch den Abbruch der Stadtmauer und den zunehmenden Verkehr, der zu stärkeren Erschütterungen im Turmbereich führte.

Um ihn zu stabilisieren, wurden sieben durchgehende Stahlanker gespannt. Auch damals waren Ziegel vom Dach gefallen, der Dachstuhl war in großen Teilen marode. Wie schwer die gegenwärtigen Schäden sind, soll ein genaueres Gutachten aufzeigen.

In diesem Jahr passiert da nichts mehr.“

Ute Meinke, zu Arbeiten am Schmiedturm
  • Einer von einst 24
  • Der Schmiedturm ist einer der sechs Gmünder Stadttürme, die noch erhalten sind. Einst waren es 24 solcher Türme. Die weiteren noch bestehenden Türme der früheren Stadtbefestigung Schwäbisch Gmünds sind der Königsturm, der Rinderbacher Torturm, der Wasserturm, der Faulturm, und der Fünfknopfturm.

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