Geschichte in Bildern ist zurück

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Das Panoramamuseum öffnet zu Ostern wieder seine Pforten, mit einer Sonderausstellung Über Hans Kloss' Schaffen.
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Panoramamuseum in der Grät am Marktplatz öffnet mit einer Sonderausstellung. Führung am Ostermontag.

Schwäbisch Gmünd

Das Panorama-Museum in der Grät am Marktplatz  erinnert an einen wichtigen Gmünder Künstler vergangener Jahrzehnte: Hans Kloss, der 2018 starb. Und es ist gleichzeitig ein Ort der Stadtgeschichte. In einem der ältesten Gebäude erklären Kloss‘ Bilder die Historie, von den Staufern bis in die Neuzeit. An Ostern öffnet das Panorama-Museum wieder, mit den Schwerpunkten „Gmünder Epos“ und dem Staufersaga-Rundbild des Künstlers. Los geht‘s an diesem Ostersamstag um 14 Uhr. 

 Dazu haben Petra Zwerina und Claus Bächtold eine Sonderausstellung in den Vorräumen inszeniert, „Ein Raum voller Bilder“ heißt sie und zeigt 80 Werke aus allen Schaffensphasen von Hans Kloss. Begrüßt werden Besucherinnen und Besucher von einem Staufergemälde, es zeigt König Konrad III., der von 1138 bis 1152 regiert hat. Der Rückblick führt vorbei Zeichnungen, die Schiller und Mörike zeigen, auch eine Hommage an die Stadt Lorch. Die  Zeit seiner Wolkenbilder aus den 1980er Jahren ist ebenso dokumentiert wie die Phase surrealer Kompositionen. Und aktuelle Stadtgeschichte. Die weinenden Katzen im Sonnengässle vor dem Hintergrund des Kounellis-Kunstwerks und dem Münster sind ebenso vertreten wie Arbeiten zu Hans Kloss‘ späterem Lieblingsthema Staufer.

In der neuen Saison hofft Claus Bächtold auch auf das Interesse von Schulen, die an Ort und Stelle Geschichtsunterricht betreiben könnten. Auch für Touristen sei die Ausstellung eine Bereicherung. Im Gmünder Epos sind  15 zum Teil großformatige Gemälde der Gmünder Stadtgeschichte zu sehen, von Hans Kloss zum Jubiläum 850 Jahre Stadt Schwäbisch Gmünd gemalt. Dargestellt hat Kloss zum Beispiel die Gmünder Ringsaga: Am Fundort des verlorenen Rings von Agnes, Frau des ersten Stauferherzogs, wurde die Johanniskirche gebaut. Kloss hat sich in die mittelalterliche Literatur eingelesen und nach Erzählungen gemalt, so auch die Entstehung des Münsters, das Sterben in den Pestjahren, die Schlacht von Waldstetten, Gmünder Goldschmiede, die erste Eisenbahn, Hallenbad und den Gmünder Kunstmarkt von 1968. Ein authentisches Bild, Kloss war selbst mit dabei.

Zweiter Schwerpunkt: das Staufersaga-Rundbild, an dem der Künstler mehr als zwei Jahre arbeitete. Es ist 17 Meter lang und fast zweieinhalb Meter hoch. In der Rotunde ist - außerhalb von Corona-Bedingungen - Platz für bis zu 30 Gäste. 1400 Mitwirkende hat der Künstler auf der Leinwand verewigt, die Szenen eingebettet in die Gmünder Landschaft und Stadtarchitektur. Viele Gmünder sind dort verewigt, auch der Künstler selbst. Sein eigener Auftritt im Rundbild war der „Schlussstein“. Er hat dafür bis zuletzt einen weißen Fleck hinterlassen, erst zum Abschluss ausgemalt. 

Mit der Historienmalerei sollte an seinem 80. Geburtstag Schluss sein. „Ich male jetzt all die schönen Dinge, die mir in den Sinn kommen“, sagte er am Tag vor seinem Fest im Juli 2018. Den Wunsch konnte er nicht mehr realisieren. Wenige Monate später starb Hans Kloss.

So öffnet das Panoramamuseum

Das Panoramamuseum am Gmünder Marktplatz im Haus Grät ist am Ostersamstag und Ostermontag von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Am Ostermontag gibt es um 15 Uhr eine kostenlose Führung, telefonische Anmeldung ist erforderlich. Danach immer Samstag und Sonntag von 13 bis 17 Uhr. An Wochentagen nach Vereinbarung unter Telefon 0171-3257195. 

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