Gesundheitsamt wartet auf Ergebnisse der Coronatests an Schulen

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Im Ostalbkreis gibt es aktuell 48 aktiv mit Corona Infizierte. 47 von ihnen sind auf die Trauerfeier in Gmünd zurückzuführen.

Schwäbisch Gmünd

Im Ostalbkreis gibt es aktuell 48 aktiv mit Corona infizierte Personen. 47 von ihnen sind auf die Trauerfeier Anfang vergangener Woche in Gmünd zurückzuführen. Dies sagt die Sprecherin des Ostalbkreises, Susanne Dietterle. Mitarbeiter des Gesundheitsamtes waren am Montag in Schulen unterwegs, um Coronatests vorzunehmen. Das Gesundheitsamt erwartet an diesem Dienstag erste Ergebnisse und hofft, dass möglichst alle Schüler und Lehrer, bei denen ein Abstrich vorgenommen wurde, negativ sind.

Bei der Trauerfeier vergangene Woche waren etwa 100 Personen. Weil sich dort auch Schüler infiziert hatten, sind nun Klassen mehrerer Schulen in Gmünd und in Heubach betroffen. Dazu gehören in Gmünd Schüler und Lehrer des Parler-Gymnasiums, der Uhlandschule, der Pestalozzischule und der Grundschule Hardt, in Heubach des Rosenstein-Gymnasiums und der Schillerschule. Aktuell seien im Gesundheitsamt keine weiteren Schulen bekannt, von denen sich Personen bei der Feier infiziert haben, sagt Dietterle. Man könne jedoch nicht ausschließen, dass weitere Gemeinschaftseinrichtungen betroffen sind.

Das Gesundheitsamt ist zudem auf der Suche nach der so genannten "Indexperson", der Person also, die das Virus zur Trauerfeier gebracht hat. Die Behörde habe den Kreis der Personen, die in Frage kommen, inzwischen eingekreist, habe auch eine Person im Blick, habe sie jedoch noch nicht identifiziert, sagt Dietterle. Dies bedeutet, dass das Amt noch nicht sagen kann, ob die Person gewusst hat, dass sie positiv ist oder nicht.

Wir haben eine Person im Blick.

Susanne Dietterle zum Infektionsherd bei der Trauerfeier

Für weitere Maßnahmen neben der für mehrere Klassen gültigen Quarantäne und den Abstrichen ist die so genannte "7-Tage-Inzidenz" entscheidend. Diese besagt, wieviel neue Fälle es in einem Landkreis innerhalb von sieben Tagen gibt. Sie liegt bei 50 Fällen auf 100 000 Einwohner. Auf die Einwohnerzahl des Ostalbkreises übertragen bedeutet dies: 157 neue Fälle innerhalb von sieben Tagen.

Die "7-Tage-Inzidenz" wird seit 7. Mai erhoben. Der Ostalbkreis lag seitdem immer unter der Grenze von 157, auch mit den Infektionszahlen durch die Trauerfeier von vergangener Woche. Solange die Zahlen im Ostalbkreis unter 157 Fällen bleiben, werden die Kontakte infizierter Personen nachverfolgt und Infektionsketten möglichst unterbrochen. Nehmen die Fallzahlen jedoch insgesamt wieder zu, wartet das Landratsamt nicht, bis die Zahl von 157 Fällen erreicht ist. Bereits bei 25 Infizierten auf 100 000 Einwohner – für den Ostalbkreis wären dies 78,5 Fälle – wird ein Führungsstab einberufen, und die Öffentlichkeit wird informiert. Was dann jedoch passiert, ist offen. Einen Lockdown für einen kompletten Landkreis gebe es nur dann, sagt Dietterle, "wenn das Infektionsgeschehen so ausufern würde, dass es nicht mehr kontrollierbar ist". Und sie fügt hinzu: Sind die Zahlen über der 157-Personen-Grenze, muss man überlegen, was man überhaupt tun kann. Denn "man kann ja einen Landkreis nicht komplett absperren".

Landrat Klaus Pavel wird an diesem Dienstag, 28. Juli, in der letzten Kreistagssitzung vor der Sommerpause über den aktuellen Stand der Corona-Pandemie im Ostalbkreis informieren. Dabei geht es um ein Konzept zur weiteren Vorsorge und um eine einmalige Corona-Prämie für die Beschäftigten der Kliniken Ostalb. Die Sitzung beginnt um 15 Uhr in der Stadthalle Aalen.

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