Gmünd digital vereinen

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Bis zur Gartenschau 2014 war die Bocksgasse das Sorgenkind im Gmünder Einzelhandel. Inzwischen füllen sich die Leerstände schnell wieder, sagt Gmünds Wirtschaftsförderer Alexander Groll.
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Die Stadt möchte den Online-Auftritt von Händlern, Gewerbe und Gastronomie verbessern oder ermöglichen.

Schwäbisch Gmünd

Gute Waren und Produkte, freundliche Bedienung: Das sind Grundlagen für Erfolg im Einzelhandel oder der Gastronomie. Aber sie reichen nicht mehr aus, davon sind Stadtverwaltung, Touristik und Marketing GmbH, Handels- und Gewerbeverein und die Gastronomie-Partnerschaft Pro Gmünd überzeugt. Es müsse ein guter Auftritt in der virtuellen Welt von Amazon bis Youtube hinzukommen.

Um den zu ermöglichen oder zu verbessern, haben die Beteiligten das Projekt AC/DC ausgetüftelt und dafür beim Bundesprogramm „Zukunftsfähige Innenstädte“ einen Förderantrag gestellt. Um was es dabei geht, erläuterte der Geschäftsführer der Touristik und Marketing GmbH und Leiter des städtischen Kommunikationsamts, Markus Herrmann, am Mittwoch den Mitgliedern des Verwaltungsausschusses.

Er legte dar, dass die digitale Welt sehr vielfältig ist, von der Homepage über den Messengerdienst bis zum Streaming-Angebot. „Überall dort müssen wir in irgendeiner Form präsent sein“, sagte Herrmann. Denn immerhin sei auch jeder Bürger statistisch gesehen täglich 4,8 Stunden irgendwo in diesen vielen Kanälen unterwegs.

Überall dort müssen wir präsent sein.“

Markus Herrmann,, Leiter des Kommunikationsamts

Viele Geschäfte seien bereits stark in den Netzen unterwegs. Andere seien da noch zurückhaltend, oft fehle den Betreibern auch einfach die Zeit, sich da einzuarbeiten. Da, so Herrmann, setzte AC/DC an. Damit seien nicht die Mitglieder der berühmten Rockband gemeint, sondern analoge Concierges (AC) und digitale Concierges (DC). Die analogen Concierges beraten vor allem Inhaber kleinerer Geschäften oder Dienstleister in Fragen von Online-Handel, Shops, digitaler Kommunikation oder „sozialen Medien“. Dafür sollen zunächst befristet auf zwei Jahre zwei Mitarbeiter eingestellt werden. Der digitale Concierge gibt Kunden, Gästen oder Besuchern der Innenstadt auf der Basis künstlicher Intelligenz Antworten auf zahlreiche Fragen zu Gmünd - rund um die Uhr, in allen Sprachen, vom Telefon bis zu Whatsapp.

490 000 Euro stehen für diese digitalen Angebote zur Verfügung, wenn Gmünd in das Förderprogramm kommt. Dabei sollen auch die Stadtteile präsentiert werden, zum Beispiel mit eigenen Homepages. Herrmann: „Wir wollen die Stadt als digitale Gemeinschaft zusammenbringen.“ Auch Bürgermeister Julius Mihm, der die Ausschusssitzung leitete, sah dieses Digital-Angebot als Struktur, an der alle in der Stadt teilnehmen können. Für Hannes Barth als Sprecher der Gmünder Gastronomen ist dieses Angebot für viele Händler und Gastwirte eine Riesenchance, sich ohne große Kosten neu aufzustellen.

Die Sprecher der Fraktionen waren trotz noch offener Fragen meist angetan. Gabriel Baum (Grüne) sprach von einer Chance, etwas Neues auszuprobieren. Allesandro Lieb (SPD) lobte die angekündigte konkrete Hilfe vor Ort. Sebastian Fritz (Linke) erinnerte daran, dass der digitale Wandel in vollem Gange ist. Karin Rauscher (FWF) hofft, dass das Angebot schon bis zur Vorweihnachtszeit steht. Und Christian Krieg (CDU) sieht einen „richtigen Ansatz“. Brigitte Abele (BL) gab zu bedenken, dass die Stadt von der realen Begegnung lebt.

  • Das Einhorn rücktin den Mittelpunkt
  • Das Einhorn, immerhin Wappentier der Stadt, soll künftig bei der Präsentation der Stadt mehr in den Mittelpunkt gerückt werden. Und zwar als gezeichnete, durchaus bewegliche Figur. Zu sehen ist sie bereits jetzt am Kopf der städtischen Homepage www.schwaebisch-gmuend.de - derzeit der aktuellen Wetterlage entsprechend vom Sturm etwas zerzaust.

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