Gmünd hat noch mehr zu bieten

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Beleuchtetes Gold- und Silber-Forum: Derzeit hat Markus Herrmann, Geschäftsführer der Touristik- und Marketing GmbH, keine konkreten Pläne für ein weiteres Lichtprojekt in Gmünd. Archivfotos: Tom
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Drei verschieden alte Könige und ein leerer Schreibtisch: Was im Anschluss an das Projekt "Leuchtende Johanniskirche" passieren könnte.

Schwäbisch Gmünd

Fünf Menschen hatten Arbeit, viele eine Freude: Das Projekt "Leuchtende Johanniskirche" während Adventszeit hat viel Lob bekommen. Wird es eine Fortsetzung oder Neuauflage, vielleicht auch an anderem Ort, geben?

Hubert Herkommer wäre wieder dabei: Der Gmünder Kunsthistoriker, dessen Wissensschatz die Grundlage der Lichtgestaltung durch die Fachleute von Mixtown war, hat noch genug Ideen. "Man könnte mit dem Heilig-Kreuz-Münster etwa ganz Tolles machen", sagt Herkommer und erzählt von einer Szene, die über dem Nordportal des Münsters in Stein gehauen ist. Dort sieht man die Heiligen Drei Könige, jeder ein anderes Lebensalter vertretend, auf dem Weg zum Christuskind. "Auch an der Grät gibt es eine Dreikönigsskulptur", fügt er hinzu.

An der Johanniskirche ist eine Neuauflage der Beleuchtung, wenn der Weihnachtsmarkt dann wieder stattfinden kann, nicht gleichzeitig möglich, urteilt Herkommer. "Die Kirche ist ja von den Marktständen eingekesselt. Aber gleich im Anschluss an den Markt wäre es über die Weihnachtstage sicher wieder sehr schön."

Mit Artikeln in der Hand

Man merkt Herkommer die Freude über die gute Resonanz auf das Projekt an der Johanniskirche an. "Da sind sogar Leute mit den erklärenden Zeitungsartikeln in der Hand davor gestanden", erzählt er. Der emeritierte Professor hatte nicht nur die Lichtführung auf viele bemerkenswerte Details der Skulpturen an der Kirche angeregt, er hat den Gmündern auch erklärt, was da mit Lichteffekten in der Nacht aus dem Halbschatten des Alltags herausgehoben war: Warum es abgeschlagene Köpfe gibt an der Kirche, weshalb die Madonna einen erwachsenen Jesus auf dem Schoß hat. Das Projekt war mehr als ein bisschen schönes Licht auf alte Kirchenmauern zu werfen. Herkommer: "Es geht ja darum, dass Gmünder ihre große Vergangenheit auch wahrnehmen."

Das ist nicht billig.

Markus Herrmann, Geschäftsführer T&M

Aber Kunst kostet auch. Markus Herrmann, Geschäftsführer der Touristik- und Marketing GmbH, hat im Moment keine konkreten Pläne für ein weiteres Lichtprojekt in Gmünd. "Wir wollten das in diesem Jahr so haben. Aber man muss auch ehrlich sagen: Es ist auch eine Geldfrage, es ist nicht billig."

Ausnahme im tristen Jahr

Für Dominik Arnold und seine Leute von Mixtown, deren Geschäft 2020 wegen Corona weitgehend stillstand, war es eine erfreuliche Ausnahme in einem tristen Jahr der chronischen Unterbeschäftigung. Die Gmünder Spezialisten für Licht- und Tontechnik haben gerade Zeit im Überfluss. "Wir sind komplett blank, ohne Aufträge in jeglicher Form", sagt der Mixtown-Chef. Das Lichtprojekt an der Kirche hat er aus mehreren Gründen in guter Erinnerung. Endlich sei wieder mal "Manpower" gefragt gewesen, "beim Hochschleifen der Lampen auf den Turm", erzählt Arnold. Und auch die Möglichkeit wieder kreativ zu sein, habe gutgetan. Aber vielleicht kommt ja der nächste Auftrag ganz weltlich statt sakral daher. Wenn jemand zu seinem Geburtstag sein Haus beleuchten wollte, weil er keine Party geben kann, Arnold wäre dabei. "Wir sind am Start. Wenn ein Projekt käme, das ist sofort machbar."

Das Projekt "Leuchtende Johanniskirche" während Adventszeit hat viel Lob bekommen.

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