Gmünd macht Partnerschafts-TV

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Die französische Partnerschaft Antibes war schon in einer Folge dabei.
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Einmal im Monat „staedtepartnerlive“ auf YouTube: Wie der Gmünder Verein derzeit die Beziehung zu den Partnerstädten pflegt.

Schwäbisch Gmünd. Der Satz ist bemerkenswert in Corona-Zeiten: „Wir haben im Moment mehr Kontakte als wir je hatten.“ Lukas Amadeus Schachner sagt das, der Vorsitzende des Gmünder Städtpartnerschaftsvereins. Denn er und seine Mitstreiter machen jetzt Städtepartner-TV: Einmal im Monat gibt es auf YouTube die Sendung „staedtepartnerlive“.

Sechs Ausgaben sind bisher produziert, alle Folgen kann man sich weiterhin im Internet anschauen. Einmal im Monat, immer sonntags um 19 Uhr, kam bislang eine neue Folge. In der vom April etwa singt ein Chor aus Antibes, und Audouin Rambaud, der dort für Städtepartnerschaft und Tourismus zuständig ist, erzählt, wie im Juli und August wieder das berühmte Jazzfestival stattfinden soll. Von Gmünd aus moderieren Clemens Weller und Dragana Damjanovic-Schachner, teilweise mit Untertiteln in fünf Sprachen.

„Es ist ein sehr aufwendiges Format; noch nicht professionell, aber mit großem Engagement von vielen Menschen“, sagt Lukas Schachner. Barnsley, Faenza, Szekesfehervar und Antibes waren alle schon beteiligt.

Beim Partnerschaftsverein ist es wie in anderen Bereichen: Corona habe zwar vieles auf Eis gelegt, „aber es hat auch viele geistig aktiviert“. Zum Glück nicht nur im Gmünder Verein, auch in den Partnerstädten: „Es sind zeitgleich in mehreren Städten mehrere Personen beteiligt“, erzählt der Vorsitzende. Sein Team habe versucht der Lage das Beste abzugewinnen. „Es ist sehr spannend “, sagt er, „das ist ein Team, das super engagiert ist“.

Die Situation erinnert ihn an 2016, wie es angesichts des damals beschlossenen Brexit mit den Freunden in Barnsley gewesen sei. „Ich habe das Gefühl, dass manche sagen: jetzt erst recht.“

Auch in Gmünd half die monatliche Livesendung, das Gemeinschaftsgefühl des Vereins zu erhalten. Er bekomme auch Reaktionen von älteren Mitgliedern: „Das freut mich so, dass ihr weitermacht“, habe ihm kürzlich jemand gesagt, erzählt der Vorsitzende. Neue Mitglieder werben, das hat zuletzt nicht geklappt, aber Schachner wertet es angesichts der Lage als Erfolg, dass seit März 2020 niemand ausgetreten ist. „Keinen zu verlieren ist ein Gewinn derzeit.“

Nächste Sendung am 11. Juli

Was den Anteil der Schulen an der Städtepartnerschaft angeht, kann Schachner nur hoffen. „Es ist jetzt schon das zweite Jahr ohne direkte Begegnungen, das trifft schon hart, weil viele Traditionen ausgesetzt sind.“ Da ist natürlich die Sorge, dass das Thema Partnerschaft in Vergessenheit geraten kann, weil die direkten Erfahrungen fehlen. „Normalerweise haben die Elfer dann den Jüngeren erzählt, wie es war in Faenza“, sagt Schachner. Dabei sei er „überzeugt, dass es für junge Leute ganz wichtig ist“. Dass die Schulleiter viele andere Sorgen haben, ist dem Vorsitzenden auch klar, die hätten erkennbar genug zu tun gehabt damit, ihren Betrieb und speziell die Prüfungen am Laufen zu halten.

Die letzte Sendung vom Mai sollte ein wenig für Ersatz sorgen: Es war eine Jugendsendung, mit Beiträgen aus allen europäischen Partnerstädten.

Der nächste Termin steht schon fest: Am 11. Juli um 19 Uhr geht der Verein wieder auf Sendung.

Es ist jetzt schon das zweite Jahr ohne direkte Begegnungen, das trifft schon hart.“

Lukas Amadeus Schachner,, Gmünder Städtpartnerschaftsverein

Austausch mit Aalen, Flaute mit Bethlehem

Der Vorsitzende: Lukas Amadeus Schachner (48) ist Lehrer am Landesgymnasium für Hochbegabte in Gmünd. Er stammt aus Salzburg, studiert hat er in den 90er-Jahren in England. Darin wurzelt sein Engagement für die Städtpartnerschaft. „Damals hatte man des Gefühl, die Welt steht einem offen. Ich sehe es als Vermächtnis.“

Ganz klassisch: Die Internetpräsenz ist nicht die einzige aktuelle Aktion des Vereins Städtepartnerschaft. Schachner: „Wir machen auch eine Postkartenaktion, ganz altmodisch.“

Austausch mit Aalen: Partnerschaft geht nicht nur international, sondern auch im eigenen Landkreis. „Wir sind sehr verbunden mit dem Städtepartnerschaftsverein Aalen, mit denen tauschen wir uns aus. Die Aalener haben mit Partnerstädten in der Türkei und Afrika sehr interessante Erfahrungen gemacht“, erzählt Schachner. Am 19. Mai hate es zuletzt einen gemeinsamen Workshop gegeben.

Nullkommanull: Nicht alles läuft zur Zufriedenheit im Gmünder Verein. Die Flaute mit der US-Partnerstadt Bethlehem hält seit Jahren an. „Da passiert gerade nullkommanull“, so Schachner.

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