Gmünd schaut auf Aspen

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Direkt im Anschluss an den Gewerbepark Gügling (im Vordergrund) könnte der Technologiepark Aspen entstehen - wenn Unternehmen, die mit der Wasserstoff-Technologie arbeiten, dort hin wollen. Grafik: Stadtverwaltung
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Der geplante Technologiepark steht in dieser Woche auf drei Tagesordnungen. Der Gemeinderat entscheidet.

Schwäbisch Gmünd

Aspen, dieses Gewann zwischen dem Gewerbepark Gügling und der Bargauer Ortsumgehung, spielt derzeit eine zentrale Rolle in der Gmünder Stadtpolitik: Zur Ansiedlung eines Technologieparks für Wasserstoffnutzung würden die Ortschaftsräte von Bettringen und Bargau ja sagen, nicht aber zu einem bloßen Gewerbegebiet, zu einer „Verlängerung“ des Gügling. Das wurde in den Sitzungen der beiden Gremien am Montagabend deutlich. An diesem Mittwoch steht das Thema auf der Tagesordnung des Bauausschusses.

Insgesamt stehe Bargau dem Vorhaben sehr positiv gegenüber, sagt die stellvertretende Ortsvorsteherin Barbara Duschek, die die Sitzung des Ortschaftsrats am Montagabend - die auch von mehreren Zuschauern verfolgt wurde - leitete. „Der Technologiepark wäre ein großer Mehrwert“ meint sie. Damit könnten Arbeitsplätze direkt am Ort kommen. Es bestehe zum Beispiel die Chance, dass sich im Ort wieder ein Nahversorger ansiedelt. Deshalb unterstütze der Ortschaftsrat die Pläne für den Technologiepark ganz grundsätzlich.

Kein verlängerter Gügling

Im Einzelnen seien aber Einwände angesprochen worden, die auch in der fast zeitgleich ablaufenden Sitzung des Bettringer Ortschaftsrats Thema waren. Ganz klar sei, sagt Barbara Duschek, dass die Bargauer nur einen Wasserstoff-Technologiepark auf dem Aspenfeld unterstützen, nicht aber ein „übliches“ Gewerbegebiet. Eine bloße Verlängerung des Gügling wolle man nicht. „Wichtig ist uns, dass tatsächlich zukunftsträchtige Sachen kommen und nicht wie beim Gügling alle möglichen Betriebe“, hatte auch Bettringens Ortsvorsteher Karl-Andreas Tickert klargestellt.

Ebenso war die Furcht, dass neue Firmen mehr Verkehr in den Ort ziehen, in Bargau ebenso Thema wie in Bettringen. Der Leiter des städtischen Amts für Stadtentwicklung, Gerhard Hackner, nahm auch dazu in beiden Sitzungen Stellung. Bei großräumigerer Betrachtung werde sich der Verkehr besser verteilen, sagte er in Bargau. Dazu werde zum Beispiel die Umgehung Heubach beitragen. Als Pluspunkt sehen die Bargauer den geplanten Ringschluss für den Busverkehr.

Ebenfalls ein Thema in beiden Ortschaftsräten war die geplante Umwandlung der Straße zwischen Zimmern und dem Gügling, die zu einer Radschnelltrasse werden soll, frei nur noch für Fahrradfahrer und landwirtschaftlichen Verkehr. Die Furcht vor mehr Schleichverkehr, der sich dann neue Wege, zum Beispiel über den Beiswang suche, nahm Hackner aus Bargau mit. Er sagte eine Prüfung zu.

Wie in den Ortschaftsräten nehmen die Aspen-Pläne auch im Bauausschuss des Gemeinderats an diesem Mittwoch größeren Raum ein. Denn auch dort müssen alle drei Teilaspekte, die damit zusammenhängen, behandelt werden: die Umwandlung des Aspen-Gebiets im Flächennutzungsplan von landwirtschaftlich genutzter Fläche zu Gewerbefläche, die Planung für den Technologiepark und die Anbindung des Gügling an die Ortsumgehung Bargau, mit der gleichzeitig der Technologiepark angebunden würde. Doch auch im Bauausschuss werden die drei Teil-Themen nur beraten. Die Entscheidung liegt beim Gemeinderat.

Die Sitzung des Bauausschusses beginnt an diesem Mittwoch um 16 Uhr im Hans-Baldung-Grien-Saal des CCS.

Der Technologiepark wäre ein großer Mehrwert.“

Barbara Duschek,, stellvertretende Ortsvorsteherin
  • Alle wollen Wasserstoff
  • Fahrzeuge,zu die mit Wasserstoff- oder Brennstoffzellentechnik betrieben werden und nicht mehr mit Benzin: Das sieht die Gmünder Stadtverwaltung als Wirtschaftsbereich mit enormen Zukunftschancen. Sie gibt dem gasförmigen Stoff aber auch große Chancen in anderen Bereichen der Energienutzung. Immerhin hätten sich alle übergeordneten politischen Ebenen zu einer drastischen Senkung des Ausstoßes von Treibhausgasen bekannt - und entsprechende Förderungen beschlossen. So möchte die EU spätestens in der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts klimaneutral werden. Die Bundesrepublik hat bereits ein Konzept zur Nutzung von Wasserstoff als Energieträger. Für Baden-Württemberg soll die Wasserstoff- und Brennstoffzellenindustrie künftig ein wichtiger Baustein sein, um die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Das Ziel der Stadt Schwäbisch Gmünd: Unternehmen und Einrichtungen, die sich in diesem Bereich engagieren, konzentriert im Technologiepark Aspen ansiedeln.

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