Gmünd soll „endlich“ mit Klimaschutz beginnen

+
Sebastian Fritz, Karl Miller, Tim-Luka Schwab

Drei Fraktionen beantragen konkreten Fahrplan zur Klimaneutralität bis 2035.

Schwäbisch Gmünd. Vor eineinhalb Jahren diskutierte der Gemeinderat über das Ziel, dass Gmünd bis 2035 klimaneutral wird. „Gut-fürs-Klima-Stadt“ war das damals erdachte und seitdem oft gebrauchte Schlagwort.

Mindestens drei Fraktionen im Gemeinderat vermissen seitdem aber eine Beschlussfassung für ein solches Klimakonzept und ein klares Programm mit Zeitangaben dafür. Deshalb bringen Grüne, SPD und Linke am Mittwoch einen Antrag ein dass die Stadt durch ein externes Büro einen konkreten Masterplan für dieses Klimaschutzkonzept erstellen lässt. Sie hoffen, dass auch andere Fraktionen dem Antrag beitreten. Denn im Grundsatz seien sich die Fraktionen einig über das Ziel.

In einem Pressegespräch am Montag begründeten Karl Miller (Grüne), Tim-Luka Schwab (SPD) und Sebastian Fritz (Linke) den Antrag. Es gebe zwar noch immer keinen formalen Beschluss für das Klimakonzept, doch die Zeit dränge„Wir brauchen einen Fahrplan für die Umsetzung“, fordert Karl Miller. Der Gemeinderat verabschiede noch sechs Doppelhaushalte bis zu dem Jahr, in dem die Klimaneutralität erreicht sein soll. Wenn die Stadt dies erreichen möchte, müsse nun klar werden, welche Geldsummen dafür in welchen Jahren bereitgestellt werden müssen. Andere Städte seien da wesentlich weiter.

An Dienstleister vergeben

Da die personellen Kapazitäten der Verwaltung offenbar nicht ausreichten, wären die drei Fraktionen auch bereit, diese Aufgabe an einen externen Dienstleister zu vergeben, so Sebastian Fritz. Dafür sollten im Doppelhaushalt 2022/2023 200 000 Euro bereitgestellt werden. Er kritisiert, dass zum Beispiel der Radwegeausbau in Gmünd seit Jahren nicht vorankomme. Vor allem vermissen die Vertreter der drei Fraktionen ein zusammenhängendes Konzept mit dem Oberziel Klimaneutralität. Zwar würden immer wieder Einzelmaßnahmen umgesetzt, ohne jedoch in einen Gesamtplan eingeordnet zu werden. Vermeintliche Sparsamkeit sei der falsche Weg, kritisiert Tim-Luka Schwab. Wenn jetzt nicht Maßnahmen zum Klimaschutz umgesetzt werden, würden später deshalb notwendige Maßnahmen zur Klimafolgenanpassung um ein Vielfaches teurer. Schon der nun geplante Bau eines Damms im Taubental sei eine Maßnahme, die bei frühzeitigem Klimaschutz hätte vermieden werden können, meint Schwab. ⋌Wolfgang Fischer

Noch sechs Doppelhaushalte bis 2035.

Karl Miller,, Stadtrat (Grüne)

Gesucht : der Weg zum klimaneutralen Gmünd

  • Der Masterplan soll konkrete Maßnahmen zur Minderung der Treibhausgasemissionen aufführen und damit einen Pfad zur Klimaneutralität der Stadt bis 2035 aufzeigen. Die Maßnahmen sollen nach Wirksamkeit, Wirtschaftlichkeit und sozialen Auswirkungen bewertet und priorisiert werden. Im Abstand von zwei Jahren werden Zwischenziele definiert, deren Erreichen mit den jährlichen Klimaschutzberichten kontrolliert werden.
Sebastian Fritz, Karl Miller, Tim-Luka _Schwab (v. l.): Ihre Fraktionen fordern einen Fahrplan zur Klimaneutralität.

Zurück zur Übersicht: Stadt Schwäbisch Gmünd

Mehr zum Thema

Kommentare