Gmünd und Antibes gemeinsam

+
Deutsch - Französische Freundschaft Feierstunde
  • schließen

Die französische Partnerstadt und die Stauferstadt bekräftigen am Tag der deutschen Einheit ihre Freundschaft.

Schwäbisch Gmünd

Antibes und Schwäbisch Gmünd haben am Tag der deutschen Einheit im Gmünder Prediger ihre nunmehr 45 Jahre andauernde Freundschaft bekräftigt. Der Oberbürgermeister der französischen Stadt am Mittelmeer, Jean Leonetti, war dazu mit einer Delegation nach Gmünd gekommen. „Wir begehen diesen Tag nicht nur zu 32 Jahren deutscher Einheit, sondern zur deutsch-französischen Freundschaft in einem geeinten Europa“, begrüßte Gmünds Oberbürgermeister Richard Arnold die Gäste aus Antibes und Gmünd. Diese 45 Jahre Freundschaft zwischen Antibes und Gmünd seien ein Geschenk, sagte Arnold. Denn die deutsch-französische Freundschaft sei die Grundlage für ein zusammenwachsendes Europa. Gerade Partnerschaften zwischen Städten und Gemeinden könnten als „Fundament eines soliden Europas“ nationalen Strömungen etwas entgegensetzen. „Die Europäische Union würde es ohne die deutsch-französische Freundschaft nicht geben“, sagte der OB weiter. Und wies darauf hin, dass dies „nicht immer so war“. Deutschland und Frankreich seien sich viele Jahre feindlich gegenüber gestanden. Arnold erinnerte an Charles de Gaulles Rede 1962 in Ludwigsburg an die deutsche Jugend. In deutscher Sprache hatte der französische Präsident damals von Versöhnung gesprochen, von Aufbruch und dem gemeinsamen Bau eines einigen Europas. Dies sei eine „große Geste de Gaulles gewesen“, sagte Arnold. Der OB wies auch darauf hin, dass der 3. Oktober, die Einheit Deutschlands, ohne ein einiges Europa nicht möglich gewesen wäre. Er dankte Leonetti, seit 27 Jahren Oberbürgermeister in Antibes und zeitweise Frankreichs Minister für europäische Angelegenheiten, „dass Du so viel getan hast für Gmünd und Antibes, für Deutschland und Frankreich, für Europa“.

Jean Leonetti erwiderte Arnolds Worte in deutscher Sprache. Er komme gerne nach Schwäbisch Gmünd, in die Stadt, „die immer schöner wird“. Auch an diesem 3. Oktober, der für den Fall trennender Mauern, die Rückkehr der Freiheit und Begegnungen stehe. Leonetti dankte Arnold persönlich für eine „starke Freundschaft“. Auch er betonte die Bedeutung der deutsch-französischen Freundschaft für Europa.

Diese Rede in deutscher Sprache zu halten, sei ein „ganz starkes Zeichen von Freundschaft“, dankte Landrat Dr. Joachim Bläse dem Gast aus Antibes. Gmünd sei eine der wenigen Städte, die den Tag der deutschen Einheit begingen. Ihn stimme es nachdenklich, „wenn Jean Leonetti uns sagt, was der 3. Oktober bedeutet“. Wir Deutschen hingegen nähmen dies halt so hin. Dabei sei der 3. Oktober kein weiterer Urlaubstag. Den Tag der deutschen Einheit im Jahr 2022 auch als Tag der deutsch-französischen Freundschaft zu begehen, sei ein richtiges Zeichen gegen Nationalkonservatismus und Populismus, sagte Bläse. Er verwies auf diejenigen, die Europa in Frage stellten, billige Lösungen suchten. „Wir müssen aufpassen, dass sich der Spaltpilz nicht fortsetzt.“

Sei die Aussöhnung abgeschlossen, gehe es heute um die Zukunft Europas, sagte Maxime Legrand vom Deutsch-französischen Institut in Ludwigsburg. Die Freundschaft zwischen Deutschland und Frankreich sei kein Selbstläufer. Er spürte der Frage nach, wie man junge Leute für Engagement gewinnen könnte. Und kam zu einer einfachen Antwort: „Man spricht sie an, indem man sie anspricht.“ Dies tat auch Lukas Schachner, als Vorsitzender des Vereins Städtepartnerschaft. Im Verein engagierten sich etwa 300 Bürger für Freundschaften zwischen Städten. „Wir brauchen weitere Unterstützer für diese schöne Idee“, sagte Schachner.

Die Feierstunde, die Musiker aus Antibes und aus Gmünd umrahmten, endete mit der deutschen Hymne, der französischen. Und der europäischen.

Deutsch - Französische Freundschaft Feierstunde
Deutsch - Französische Freundschaft Feierstunde
Deutsch - Französische Freundschaft Feierstunde
Für die Partnerschaft: (v. l.) Dr. Joachim Bläse, Gabriel Baum, Marguerite Lorit-Blazy, Thomas Krieg, Jean Leonetti, Cynthia Schneider, Christian Baron, Richard Arnold, Audouin Rambaud, Julius Mihm, Karin Rauscher, Dr. Uwe Beck, Simone Torres-Forét-Dodelin und Hannes Barth.
Richard Arnold schenkt Jean Leonetti eine Qlocktwo aus Schwäbisch Gmünd. Mit der Uhrzeit in französischer Sprache. Fotos: Tom
Deutsch - Französische Freundschaft Feierstunde
Deutsch - Französische Freundschaft Feierstunde
Deutsch - Französische Freundschaft Feierstunde
Deutsch - Französische Freundschaft Feierstunde

Zurück zur Übersicht: Stadt Schwäbisch Gmünd

Kommentare