Gmünd will schnell das Tübinger Modell

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Neben einer Teststation im Schießtal soll es in Gmünd im schwarz markierten Bereich sieben weitere Teststationen geben. Gmünd will schnell das Tübinger Modell umzusetzen. Grafik: SV/Apprich
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Die Stadt bereitet sich auf den Tag der Genehmigung durch das Land vor. In der und um die Altstadt sollen acht Teststationen eingerichtet werden.

Schwäbisch Gmünd

Die Stadt Gmünd will für die Altstadt das Tübinger Pilotprojekt umsetzen. Darauf bereitet sich die Stadtverwaltung vor, denn "wir wollen sofort starten können, wenn die Rahmenbedingungen stimmen", sagte am Mittwoch Oberbürgermeister Richard Arnold. In anderen Worten: wenn Gmünd vom Land die Genehmigung bekommt.

Die Stadt Tübingen ermöglicht durch sieben Teststationen den Besuch der Altstadt mit Geschäften, Gastronomie und Kultureinrichtungen. Gmünd plant acht Teststationen. Im definierten Bereich will die Stadtverwaltung Bürgern mit negativen Tests "öffentliches Leben in all seinen Facetten" ermöglichen – mit Geschäften, Außengastronomie, Fitness-Studios, Rathaus und Schulen, sagte Arnold. Momentan aber machten die Behörden in Stuttgart dabei noch nicht mit, sagte der OB. Doch: "Wenn wir dürfen, dann wissen wir schon, wie", sagte Bürgermeister Christian Baron. Priorität habe dabei der Handel, dann folgten Außengastronomie, Schulen, Sport und Kultur. Die Teststationen sollen von 8 bis 20 Uhr besetzt sein, was einen hohen personellen Aufwand bedeutet.

Gmünd will zudem die Luca-App zur Kontaktverfolgung einsetzen. Nutzer der App tragen ihre Kontaktdaten in diese ein. Die App erzeugt QR-Codes. Diese werden entweder vom Gastgeber oder Gast selbst gescannt, wenn dieser ein Lokal oder eine Veranstaltung besucht. Tritt ein Infektionsfall ein, werden alle Gäste des Lokals oder der Veranstaltung informiert, die sich zu der Zeit dort aufgehalten haben. Zudem wird das Gesundheitsamt informiert, das Zugriff auf die Daten der übrigen Gäste hat. Mit der App entfällt das Ausfüllen von Zetteln in Lokalen.

Wollen mit anderen Städten Lokomotive sein.

Richard Arnold, Oberbürgermeister

Alle diese Maßnahmen, sagte Baron, seien sehr aufwändig, Doch es lohne sich, um den inzwischen "sehr lange andauernden Lockdown zu beenden". Um dieses Ziel zu erreichen, will die Stadt selbst durch Tests helfen, die Inzidenzzahl zu senken. Damit hat sie in Schulen, Kitas, Unternehmen und an Teststellen wie im Schießtal begonnen. In Gmünd gebe es 2500 Kinder in Kitas, von denen sich, je nach Kita, 30 bis 85 Prozent testen ließen, sagte der OB. Die Stadt habe dazu einen Elternbrief in mehr als 20 Sprachen verfasst. Aus Stuttgart wisse er, dass mehr Testungen am Geld scheiterten. Dem hielt der OB entgegen: Der Shutdown im ersten Quartal 2021 habe die deutsche Wirtschaft 50 Milliarden Euro gekostet. Arnold schlug vor, dass bei zwei Tests pro Woche einer vom Bund und einer vom Land finanziert werde. Die Tests, fasste der OB zusammen, würden in Gmünd angenommen, und in der Stadt seien die Zahlen seit zehn Tagen stabil. Dennoch "müssen wir uns anstrengen", sagte Arnold, der Reiserückkehrer und den muslimischen Fastenmonat Ramadan von Mitte April bis Mitte Mai als "Herausforderungen" sieht. Ein öffentliches Fastenbrechen werde es nicht geben. Ansonsten setzt der Oberbürgermeister auf "maximale Transparenz" und "häufiges Testen". "Wie wir testen können, damit müssen wir uns auseinandersetzen", sagte Arnold.

"Wir haben mit den Tests nicht auf das Land gewartet", sagte Arnold. Das Land kündige immer an, dann müsse man warten. Gmünd aber, betonte das Stadtoberhaupt, wolle nicht warten. Die Stadt höre von Gastronomen, dass sie an der Grenze seien. Halte dies den April über an, werde die Grenze überschritten. Gmünd wolle auch nicht "auf den Letzten und Langsamsten warten", sondern beim Tübinger Modell "mit anderen Städten Lokomotive sein". Arnold will spätestens Anfang Mai mit den Teststationen beginnen, denn "es bringt uns um, wenn die Mundwinkel nur noch nach unten hängen".

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