Gmünd will wieder mehr Kultur

+
Bühnenzauber auf der Remsparkbühne im vergangenen Sommer
  • schließen

Stadtverwaltung, Arbeitskreis Kultur, Tourismusbüro und Kulturbüro planen 2022 einen großen „Gmünder Sommer“ nicht nur im Remspark.

Schwäbisch Gmünd

Gmünds Stadtverwaltung und der Arbeitskreis Kultur wollen die Begeisterung für Kultur in Gmünd wieder neu entfachen. Darin sind sich Oberbürgermeister Richard Arnold, Dr. Rudolf Böhmler als Vorsitzender des Arbeitskreises und Kulturbürochef Ralph Häcker einig. Die Kultur sei während der Pandemie ins Abseits gestellt worden, sagt Böhmler zwei Tage vor dem Sonntag, an dem Gmünd einmal mehr zum Neujahrsempfang geladen hätte. Der Kultur fehle die große Stimme, und sie sei unterfinanziert. Arnold geht einen Schritt weiter. Für den OB ist Kultur die „konstitutive Kraft für eine offene Gesellschaft“. Dies sei fast schon eine Binsenweisheit gewesen, die Pandemie aber habe dies infrage gestellt. Die Kultur im digitalen Raum blühe, fast könne man von einer „Netflixisierung der Gesellschaft“ reden, meint das Stadtoberhaupt. Mit dieser gehe einher, dass die Menschen nur noch konsumierten, nicht mehr selbst mitwirkten. Dem wollen Arnold, Böhmler, Häcker und Markus Herrmann als Chef der Tourismus- & Marketing GmbH etwas entgegensetzen. Sie betonen zwar, dass es in Gmünd oder auch in Mutlangen in 2021 Veranstaltungen gegeben habe, allerdings nicht ausreichend. Kleinkünstler zum Beispiel seien die Gebeutelten, Unternehmen, die die technische Struktur für Veranstaltungen lieferten, ebenso. Und mit fehlenden Veranstaltungen hätten für Handel und Gastronomie auch die Gäste gefehlt.

Für den OB zählt dabei, dass „Kultur in Gmünd nicht institutionalisiert ist“ wie zum Beispiel in Aalen mit einem Theater, sondern „eine Bewegung“. Dazu rechnet er die 70 Musik- und Gesangvereine des Stadtverbandes Musik und Gesang mit 3500 Mitwirkenden. Ihnen will Arnold Auftrittsmöglichkeiten schaffen, indem er ihnen den Stadtgarten anbietet. Dort könnten mehrere Vereine auch gemeinsam ein Konzert geben. Der OB setzt dabei auf Unterstützung des Gemeinderates. Ein weiterer kräftiger Schub soll in 2022 der „Gmünder Sommer“ werden. Vom 8. Mai, dem Muttertag, bis zum 3. Oktober, Tag der Deutschen Einheit, soll es im Remspark unter dem Zeltdach Kabarett, Kleinkunst, Jazz, Kino, Lesungen, Podien oder Poetry Slam geben, sagt Herrmann. Damit wollen die Kulturmacher junge Menschen als Leidtragende der Pandemie ansprechen. Veranstaltungen soll es auch in der Innenstadt geben. Im weiteren Sinn zählen die Organisatoren dazu auch die Eisbahn ab Januar auf dem Marktplatz und das Footvolley-Turnier im Juli auf dem Johannisplatz. Als Auftakt zum „Gmünder Sommer“ soll's wieder den „klingenden Remspark“ mit Musik geben.

In den „Gmünder Sommer“ eingebettet sind vom 7. bis zum 10. Juli die „Europäischen Staufertage“ unter dem Titel „Momente der Staufersaga“. In diese wiederum eingebettet ist das Jubiläum „175 Jahre Städtepartnerschaft“ mit Barnsley, Antibes, Székesfehérvár, Faenza und Bethlehem vom 8. bis zum 10. Juli. Fast nahtlos gehen diese Festtage ab Mitte Juli in das Festival „Europäische Kirchenmusik“ über. Dessen Motto in diesem Jahr: „Vision Europa“. Rechne man das Kinderkinofestival im April und das Schattentheaterfestival im Oktober dazu, habe Gmünd 2022 fünf Festivals, sagt Häcker. Er hofft, dass zudem bis Oktober der zweite Teil des Schattentheatermuseums fertig ist. Nicht zuletzt will die Stadt die Altersgenossentradition fortsetzen wie gewohnt: mit dem Stadtfest im Juni und den auf dieses folgenden Altersgenossenfesten. Denn, da ist sich Arnold sicher, „wir brauchen Offenheit, Freiheit, Emotionalität“.

Der Kultur fehlt die große Stimme.“

Dr. Rudolf Böhmler, Vorsitzender Arbeitskreis Kultur
  • Gmünds Museum wird 150 Jahre alt
  • 2026 wird Gmünds Museum, das älteste Kunstgewerbemuseum im Land, 150 Jahre alt. In dieses Jubiläum sollen Gmünds berühmteste Künstler einbezogen werden. So führt die Stadt auch Gespräche mit der Familie von Jakob Wilhelm Fehrle, ob diese dessen Atelier für Bürger öffnet. Rudolf Böhmler hält ihn in Gmünd für einen der größten, für Richard Arnold wäre eine Öffnung eine „nicht unheikle, aber interessante Auseinandersetzung“. mil

Zurück zur Übersicht: Stadt Schwäbisch Gmünd

Mehr zum Thema