Gmünd wird seine Innenstadt attraktiv halten können

  • Weitere
    schließen
+
"Wir werden das in Gmünd durchstehen", sagt Stadtsprecher Markus Herrmann. Gmünd werde seine Innenstadt attraktiv halten können. Aber: "Das wird nicht von allein gehen."
  • schließen

Stadtsprecher Markus Herrmann zu Amazon, zum Technologiepark Aspen, zum Klimaschutz und zur Wirtschaft in Corona-Zeiten.

Schwäbisch Gmünd

Die Corona-Einschränkungen, sagt Markus Herrmann, prägen alles. Alles, das sind für Gmünds Stadtsprecher die Themen, die für Gmünd in den kommenden Wochen wichtig sind. Er erläutert auf GT-Anfrage deren aktuellen Stand.

Amazon. Die Stadtverwaltung habe vom Projektentwickler des Online-Händlers die Daten für das Verteilzentrum bekommen. Dazu gehören insbesondere Größe und Verkehr. Dabei seien noch Fragen offen, die würden nun geklärt. Danach kommt das Verteilzentrum, vielleicht schon im Februar, vielleicht aber auch erst im Lauf des Frühjahrs, in den Gemeinderat. Herrmann ist dabei sicher, dass Amazon zügig wissen will, wie Gmünd zum Verteilzentrum steht.

Technologiepark Aspen. Für dieses Gewerbegebiet mit dem Schwerpunkt Wasserstofftechnologie laufen die Grundstücksverhandlungen mit etwa 20 Besitzern. "Wir sind da positiv unterwegs", sagt Herrmann und erläutert, dass es zum einen um Geld und zum anderen um Alternativflächen für Landwirtschaft gehe. Einen Antrag auf Mittel aus dem 300-Millionen-Euro-Programm des Landes zur Wasserstofftechnologie hat die Verwaltung gestellt. Sie hofft auf eine Entscheidung bis März. Bei diesem Gewerbegebiet, sagt Herrmann, gehe es nicht nur um zwei "große Namen aus der Automobilbranche". Denn inzwischen hätten sich mehrere Mittelständler gemeldet, die ebenfalls im Wasserstoffbereich unterwegs seien. Mit ihnen sei die Verwaltung in Gesprächen. Daraus könne ein "Cluster" in der Wasserstofftechnologie werden, ein großes Ganzes also mit vielen kleineren Unternehmen. Die Stadt, sagt Herrmann, sei hier optimistisch.

Transformationsrat. Dieses Gremium aus Vertretern von Politik und Wirtschaft, das sich mit Strukturwandel und neuen Jobs befasst, könne sich momentan nicht treffen, sagt Herrmann. Dies bedauert die Verwaltung. Denn nur in der echten Begegnung gebe es einen echten Austausch und Kreativität. Sind Treffen wieder möglich, wird die Wasserstofftechnologie ein wichtiges Thema für den Transformationsrat sein.

Wir werden schnell wieder auf die Beine kommen, aber auf andere.

Markus Herrmann, Stadtsprecher

Wirtschaft in Corona-Zeiten. "Die Lage ist extrem angespannt", sagt Herrmann. Und meint insbesondere den aktuellen Lockdown. Der Frühjahrs-Lockdown sei noch nicht so schmerzhaft gewesen. Dies habe auch damit zu tun, dass den Gastronomen und Händlern die Umsätze vor Weihnachten weggebrochen seien. Zudem fließe das Geld nicht. Oft fehlten noch Unterstützungen und Zahlungen für den November, sagt Herrmann. Manche Kneipiers und Händler zehrten dabei vom Ersparten, andere könnten das nicht. Dazu komme, dass es "keine belastbaren Perspektiven" gebe. Man spüre die Hilflosigkeit der Politik, was wiederum eine "nicht zu unterschätzende psychologische Wirkung" habe. "Manche Leute sind am Boden", sagt der Stadtsprecher. Herrmann verweist zudem auf "Schieflagen": dass ein Drogeriemarkt Spielwaren verkaufen kann, das reine Spielwarengeschäft aber schließen muss. Dass ein Gastronom, der zum Lokal dazu einen Hofladen hat, aus den Corona-Hilfen rausfällt. "Wir werden das in Gmünd durchstehen", sagt Herrmann weiter. Gmünd werde seine Innenstadt attraktiv halten können. Aber: "Das wird nicht von allein gehen." Händler, Gastronomen, Verwaltung, Stadträte und Medien würden "Ideen haben müssen". Dies allerdings, meint Herrmann, könne man auch als Chance sehen.

Klimaschutz. Gmünds Klimaschutzprogramm "Die-gut-fürs- Klima-Stadt" ist auf dem Weg. Nach Gemeinderat und Ausschüssen diskutieren nun die Ortschaftsräte das Konzept. Danach kehrt es in den Gemeinderat zurück. Vermutlich nach der Sommerpause soll es dort mit konkreten Klimaschutzmaßnahmen verabschiedet werden.

Nochmal Corona. Was, fragt Stadtsprecher Herrmann, hat Corona mit uns gemacht. Und weiter: Haben wir politisch an Glaubwürdigkeit verloren? Wenn ja, wie gewinnen wir Vertrauen zurück? Die Kehrseite: Wie wenden wir uns gegen Desinformation? Wie gehen wir damit um? Solche Fragen, meint der Stadtsprecher, würden – neben den seit Jahrzehnten und jetzt erst recht schwierigen Finanzen der Stadt Gmünd – all die genannten Themen überlagern. Dabei ist Markus Herrmann sicher: "Wir werden schnell wieder auf die Beine kommen, aber auf andere."

Zurück zur Übersicht: Stadt Schwäbisch Gmünd

WEITERE ARTIKEL