Gmünder können Europa die Meinung sagen

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Acht Städte von Spanien bis Lettland suchen die Ideen und Ansichten ihrer Bürger.

Schwäbisch Gmünd. Gerade jetzt findet Katharina Aubele ein solches Projekt wichtig – in einer Zeit, in der es in vielen der zur Union zusammengeschlossenen europäischen Staaten gärt, in der England den Austritt vorbereitet. Gerade in einer solchen Zeit sieht es die Leiterin der Stabsstelle Internationalität der Gmünder Stadtverwaltung als ganz wichtig an, dass die Bürger Europas verstärkt zu Wort kommen. Auch Gmünder Bürger sollen sich äußern.

Gmünd ist nämlich beteilgt an dem Projekt "Re-discovering Europe by feeling European Citizens again", abgekürzt RECIT. Übersetzt bedeutet das etwa: Europa wiederentdecken, indem man sich wieder als Europäer fühlt. Gmünds italienische Partnerstadt Faenza hat von der Europäischen Union (EU) den Zuschlag für dieses Projekt bekommen, weil die Stadt vor 50 Jahren vom Europarat mit dem Europapreis ausgezeichnet wurde – für außergewöhnliche Leistungen zur Förderung des europäischen Einigungsgedankens. Dort liegt auch die Leitung des Projekts, in das neben Faenza und Gmünd sechs weitere Städte integriert sind: Bergerac (Frankreich), Talavera (Spanien), Temeswar (Rumänien), Daugavpils (Lettland), Boleslawiec (Polen) und Byala (Bulgarien).

In einer ersten Phase werden bis Ende Januar mehr als 1000 Bürger aus diesen acht Städten interviewt. Sie sollen ihre Gedanken und Ideen zu Europa einbringen, ihre Meinung sagen. Das Gmünder Projektteam, das Katharina Aubele und Elke Heer (Leiterin der Stabsstelle Chancengleichheit) leiten, sucht dazu bereits Freiwillige aus verschiedenen Altersgruppen und Bevölkerungsschichten. "Es kann sich jeder melden", sagt Aubele. Gefragt wird zum Beispiel, welche Chancen Europa verschiedenen Altersgruppen bietet, was Europa auszeichnet oder wie es in Zukunft aussehen soll.

Die Interviews werden mit Video aufgezeichnet. Dazu müssen die Befragten ans Parler-Gymnasium kommen, ein Team unter Leitung von Dr. Doris Pfleiderer nimmt die Gespräche auf. Damit die Gespräche in allen beteiligten Städten ausgewertet werden können, müssen sie in englischer Sprache geführt werden, sagt Aubele. Angst vor der Sprachbarriere müsse allerdings niemand haben. "Wir helfen sprachlich weiter", so Aubele. Gerne werde den Befragten ein Dolmetscher zur Seite gestellt. Voraussichtlich werde für diesen Zweck auch ein Gehörlosendolmetscher eingeschaltet, um auch diese Gruppe zu integrieren.

Einen Höhepunkt des Projekts, das bis Mitte 2020 gehen soll, sieht Katharina Aubele im März 2020: Dann werden mehr als 120 Jugendliche aus den acht beteiligten Städten in Gmünd zusammenkommen und in der Rolle von EU-Abgeordneten aktuelle europäische Themen diskutieren. Natürlich soll das Treffen auch dem gegenseitigen Kennenlernen dienen.

"Die Menschen müssen wieder in den Mittelpunkt gerückt werden", unterstreicht Aubele den Sinn von RECIT – und auch die Bedeutung, die die EU dem Projekt beimisst: Es wurde als eines von nur 19 Projekten in ganz Europa im Rahmen der Förderrichtlinie "Europa für Bürgerinnen und Bürger" ausgewählt.

Wer sich für ein Interview zur Verfügung stellen möchte oder weitere Informationen sucht, kann sich bei Katharina Aubele melden, Telefon (07171)6031021.

An der Umfrage können über die Video-Interviews hinaus alle Interessierten mitmachen. Dafür wird der Fragebogen demnächst online gestellt auf der Seite rediscoveringeurope.eu. Dort gibt's auch weitere Infos.

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