Gmünder PH hilft Studentinnen aus der Ukraine

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Rektorin der Gmünder PH sagt geflüchteten Wissenschaftlern und Studierenden Unterstützung zu.

Schwäbisch Gmünd. Zur Zeit sind drei Austauschstudentinnen aus der Ukraine an der Pädagogischen Hochschule (PH) in Gmünd. Zwei der drei Frauen sind erst am Montag wieder aus der Stadt Lwiw in der Westukraine zurück nach Gmünd gekommen. „Sie werden nun länger hier bei uns bleiben als geplant“, sagt Gmünds PH-Rektorin Prof. Dr. Claudia Vorst mit Blick auf den Krieg in der Ukraine. Die Gmünder Einrichtung ist seit langem eng mit der Partnerhochschule in Kiew verbunden. Für alle drei Studentinnen seien Wohnheimzimmer und Aufenthaltstitel organisiert worden, berichtet die Rektorin weiter. Die Stipendien der drei Studentinnen seien ebenfalls verlängert worden. Zudem erhielten sie ein studentisches Betreuungsangebot, wenn sie dies wünschten. „Die PH-Hochschulleitung wird geflüchtete Studierende, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unterstützen, sobald sie vor Ort eintreffen“, erklärt Claudia Vorst weiter.

In Sorge um die Menschen dort

Die Hochschulleitung sei in großer Sorge um die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und die Studierenden an der Partnerhochschule, die in Kiew sind. Claudia Vorst hat am Freitag eine Solidaritätserklärung als E-Mail an die Pädagogische Hochschule in Kiew geschickt und auf der Webseite der PH eine Kurzversion veröffentlicht. Ein Professor aus Kiew, dessen Name nicht genannt werden soll, habe sich bereits in einer E-Mail an das Akademische Auslandsamt dafür bedankt: „Das ist wirklich eine große moralische Unterstützung für uns.“ Der Mann berichtet von gelegentlichen Explosionen, Kanonenschüssen und Schüssen aus Maschinenpistolen, wie Claudia Vorst es schildert. Bei Angriffen suchten sie die nächstgelegenen Luftschutzbunker auf. Dort verbrächten sie momentan auch die Nächte.

Viele Studierende seien anders als die Lehrenden nicht vor Ort an der PH in Kiew, weiß die Rektorin der Gmünder PH. Aufgrund der Corona-Pandemie sei viel Unterricht in den vergangenen Monaten ohnehin online gelaufen. Zudem habe der Rektor der PH in Kiew, Prof. Dr. Roman Vasko, seit Verhängung des Kriegsrechtes zwei Wochen Vorlesungspause verkündet. Auf den Dörfern sei die Lage noch vergleichsweise ruhig.  

Enge Kontakte nach Kiew

Die Schwäbisch Gmünder PH pflegt seit 2001 eine intensive Hochschulpartnerschaft mit der Nationalen Linguistischen Universität Kiew, der KNLU. Vor allem zwischen dem Institut für Sprache und Literatur der PH und der Philologischen Fakultät besteht eine intensive Kooperation. Von Beginn an waren in jedem Semester zwei bis vier Studierende, meistens zukünftige Deutsch- und Englischlehrerinnen, aus Kiew für ein Auslandssemester an der PH in Gmünd. Mehrfach waren auch Studierendengruppen zu Kompaktseminaren an der PH, und es gab über mehrere Jahre ein Praktikantenprogramm: PH-Studierende haben für ein paar Wochen in Kiew an verschiedenen Schulen und an der Partnerhochschule Deutsch unterrichtet.

Auf Lehrenden- und Rektoratsebene gab es auch regelmäßigen Austausch, der erst durch Corona unterbrochen wurde und eigentlich im Mai hätte weitergehen sollen. Finanziert wird der Austausch durch den Deutschen akademischen Austauschdienst, durch die Baden-Württemberg-Stiftung und im Rahmen von Erasmus. ⋌Marie Enßle

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