Gmünder sammeln Erfahrungen im Trümmerfeld

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Nur mit Schlauchbooten konnten die Gmünder Feuerwehrler an manche der Stellen im Katastrophengebiet kommen, an denen sie WLAN-Hotspots aufstellen sollten. 
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Feuerwehrkommandant Uwe Schubert berichtet vom Einsatz im Flutgebiet im Ahrtal. Erkenntnisse für die Gmünder Politik.

Schwäbisch Gmünd

Uwe Schubert hat bereits viele Zerstörungen gesehen, nicht zuletzt beim Hochwasser in Gmünd 2016. Aber die Eindrücke, die der Kommandant der Gmünder Feuerwehr und zehn seiner Kameraden nun vom Einsatz im Überflutungsgebiet im Ahrtal mitbrachten, hat auch ihn schockiert. Zum einen kamen sie in Orte, in denen es keine Straßen, keine Strom- und Wassernetze und keine Kanalisation mehr gab. Zum anderen erlebten sie Menschen, die den - womöglich dauerhaften Verlust ihrer Heimat - noch gar nicht realisiert haben.

Am Montagmorgen waren die Gmünder Feuerwehrler angefordert worden. Uwe Schubert freut sich, dass viele Unternehmen bereit sind, Feuerwehrler für solche Hilfseinsätze freizustellen.

Mit Schlauchbooten

Das Einsatzgebiet der Gmünder Gruppe vor Ort war ein etwa 50 Kilometer langer Streifen zwischen Altental und Sinzig. Dort sollten sie 50 Hochleistungshotspots der Firma Tesla aufstellen, um so das Mobilfunknetz wieder instand zu setzen. Teilweise konnten sie die Standorte nur mit Schlauchbooten erreichen. Mit dieser Aufgabe war das Team am Dienstagmorgen gegen sechs Uhr fertig; sechs Stunden spätrer kam der nächste Einsatzbefehl: in verschiedenen Orten des Katastrophengebiets Telefonverteiler reinigen, um das Kupferkabel-Telefonnetz wieder in Gang zu bringen, und Hilfe leisten beim Leerräumen von Häusern.

Was die Gmünder in den Orten des eigentlich lieblichen, bei Urlaubern beliebten Flusstals sahen, war frappierend: Autos gegen Bäume gequetscht, Wohnmobile wie weggeworfen irgendwo in der Landschaft liegend, Straßen samt ihrem Unterbau weggeschwemmt, Orte wie Trümmerfelder. Nach Uwe Schuberts Schätzung wird es Jahre dauern, bis die Orte samt ihrer Infrastruktur wieder hergestellt sind. Und es werde zu überlegen sein, ob alles wieder an der Stelle gebaut wird, an der es jetzt vom Hochwasser so hart getroffen worden war. Und Schubert berichtet über die Menschen, die er und seine Kollegen dort getroffen haben: über die überwältigende Hilfsbereitschaft untereinander, über die vielen Helfer von auswärts. Aus Alfdorf sei derzeit eine Baufirma vor Ort, um mit ihren Geräten zu helfen. Und er berichtet von Menschen, die ihre Häuser von Schutt befreien und womöglich noch gar nicht realisiert haben, dass sich dieses Haus nie wieder bewohnen lässt. Rathaussprecher Markus Herrmann sagt, dass diese Erfahrungen aus dem Ahrtal auch in die Gmünder Kommunalpolitik einfließen werden. Gmünds Feuerwehr und Stadtverwaltung bemühen sich derzeit, mit der Stadt Gemünd in der Eifel Kontakt aufzunehmen und ihr Hilfe anzubieten, zu der Schwäbisch Gmünd im Verein „Gmünder in Europa“ verbunden ist.

Wie helfen?

Und wie ist es mit den vielen Hilfs- und Spendenangeboten von Privatleuten für die Menschen im Flutgebiet, die bei der Stadtverwaltung eingehen? Sachspenden seien derzeit nicht sinnvoll, sind sich Schubert und Herrmann einig. Da sei es besser, in ein paar Monaten noch mal nachzufragen. Immer sinnvoll seien Geldspenden.

Die Ostalb-Feuerwehr wurde am Freitag erneut um Hilfe im Flutgebiet gebeten. Uwe Schubert, zugleich stellvertretende Kreisbrandmeister Uwe Schubert ist derzeit dabei, mit Wehrleuten aus den Bereichen Gmünd, Aalen und Ellwangen einen Hochwasserzug zusammenzustellen. Der soll an diesem Samstag ausrücken. Voraussichtlich wird auch dieser Einsatz 48 Stunden dauern.

Lob für den zentralen Standort

Die Gmünder Feuerwehr begrüßt die Pläne der Stadt für eine Erweiterung des Feuerwehrhauses am bestehenden Standort am Sebaldplatz. Feuerwehrkommandant Uwe Schubert bewertete die Pläne, die OB Arnold am Mittwoch vorgestellt hatte, als „beste Lösung“. Ein zentraler Standort sei für eine Wehr in jedem Fall besser als ein Neubau „auf der grünen Wiese“. Für die Fahrzeuge sollen ebenerdige Hallen entstehen, für weitere Funktionsräume ist ein Turm geplant. Die Planer wollen für das Vorhaben, das in Stufen umgesetzt werden soll, auch den Höhenunterschied von 2,8 Metern zwischen dem Anwesen Mailänder und dem jetzigen Florian nutzen.

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