Gmünder SPD feiert ihre langjährige Geschichte

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V. l: Max Fuchs erhält für seine Verdienste um die SPD die Willy-Brandt Medaille, es gratulieren Tim-Luka Schwab und Robert Antretter.
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Festakt zum 150-jährigen Bestehen des Ortsvereins. Gastredner Bundestags-Fraktionsvorsitzender Rolf Mützenich. Ehrung für Max Fuchs.

Schwäbisch Gmünd

Der SPD-Ortsverein Schwäbisch Gmünd ist 150. Mehr als ein Drittel dieser Zeit hat der langjährige SPD-Fraktionsvorsitzende im Gmünder Gemeinderat, Max Fuchs, selbst als Parteimitglied erlebt. Dafür erhielt er beim Festakt im Stadtgarten die Willy-Brandt-Medaille, die höchste Auszeichnung, die die Partei zu vergeben hat. Viele Vertreterinnen und Vertreter der SPD, viel – auch ehemalige – Parteiprominenz waren zu Gast. Im Mittelpunkt die Rede des Vorsitzenden der SPD-Bundestagsfraktion, Dr. Rolf Mützenich.

Max Fuchs hat entscheidende Momente der Nachkriegs-SPD selbst erlebt. Und sich 1969 spontan entschlossen, die Partei zu unterstützen. Damals, so erinnert er sich, sei die Ostpolitik Willy Brandts so vehement kritisiert worden, für Max Fuchs nicht hinnehmbar. An vielen Stellen zeigte er Flagge, war Ortsvorsitzender und Stadtverbandsvorsitzender der SPD, 40 Jahre Stadtrat, davon 30 Jahre als Fraktionsvorsitzender und 25 Jahre Mitglied des Kreistags. Laudator Robert Antretter, ehemaliger SPD-Bundestagsabgeordneter im Wahlkreis Schwäbisch Gmünd/Backnang, nannte Details aus dieser Zeit. Max Fuchs‘ „konsequentes Eintreten für eine würdige Erinnerungskultur“. Trotz Widerständen sei es gelungen, am Prediger eine Gedenktafel für die Opfer des Nationalsozialismus anzubringen. Auch an der Umbenennung der Maria-Kahle-Schule habe er großen Anteil gehabt. Fußgängerzone und Unterstützung für die Tunnellösung der B 29 seien weitere Eckpunkte aus Fuchs‘ aktiver Zeit. Der Geehrte sei „dafür eingetreten, dass aus sozialdemokratischen Werten Lebenswirklichkeit der Bürgerinnen und Bürger wurde“.

Entschuldigung unnötig

Rolf Mützenich gratulierte den Gmünder SPD-Mitgliedern zu diesem Ereignis und warf aus aktuellem Anlass den Blick zurück auf die jüngere Vergangenheit der Partei. Er widersprach der Kritik von Botschaftern an der deutschen Entspannungspolitik. „Sie hat es überhaupt erst möglich gemacht, dass Europa zusammenwachsen konnte. Und dafür brauchen wir uns als Sozialdemokraten nicht zu entschuldigen.“ Rolf Mützenich plädierte für ein starkes Europa, das sich auch nach einem möglichen Machtwechsel in den USA auf sich selbst verlassen könne. Ähnlich äußerte sich der SPD-Fraktionsvorsitzende im Landtag, Andreas Stoch. Die Entspannungspolitik sei nicht gescheitert, betonte er. Waffen hätten noch nie dazu geführt, dass es Menschen gut gehe. 150 Jahre seien ein Grund zum Feiern, aber noch lange nicht genug. Bundestagsabgeordnete Leni Breymaier betonte in ihrem Grußwort, das Label SPD sei nichts ohne die Menschen in der SPD. Glückwünsche kamen auch von Gabriele Seefried als Vertreterin des erkrankten Landrats Dr. Joachim Bläse.

SPD-Ortsvorsitzender Tim-Luka Schwab zeichnete einen kurzen geschichtlichen Abriss über die Gmünder SPD, die am 3. November 1872 gegründet worden sei. Sie habe die Monarchie überdauert, maßgeblich die erste deutsche Demokratie ins Leben gerufen, immer für freiheitliche Rechte gekämpft. Auf die Gegenwart gerichtet, möchte Tim-Luka Schwab, dass „das 21. Jahrhundert nicht das Zeitalter der militärischen Abschreckung wird“. Ehe die Genossinnen und Genossen auf das Jubiläum anstoßen konnten, hörten sie noch Reinhard-Mey-Lieder, vorgetragen von Dr. Uwe Beck, am Klavier begleitet von Joachim von Streit.

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