Gmünder Stadtverband Musik und Gesang fiebert Auftritten entgegen

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Der Stadtverband Musik und Gesang spendet die Hälfte der Einnahmen aus den Neustart-Konzerten an die Gmünder Ukraine-Hilfe. Ramona Kunz-Glass überreicht Oberbürgermeister Richard Arnold den Scheck. Foto: jps
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Stadtverband Musik und Gesang zieht trotz Corona eine positive Bilanz und will den über 70 Mitgliedsvereinen noch mehr Auftritte vor Publikum ermöglichen.

Schwäbisch Gmünd

Endlich wieder. Das sagt die Vorsitzende des Stadtverbands Musik und Gesang, Ramona Kunz-Glass, nach mehr als zwei Jahren Einschränkungen durch Corona. Endlich gebe es wieder persönliche Begegnungen, wieder Proben und Konzertauftritte. „Allerdings hat die Pandemie ihre Spuren hinterlassen“, betont sie bei der Hauptversammlung am Montagabend im Festsaal des Predigers vor vielen Vertreterinnen und Vertretern der über 70 Mitgliedsvereine. Schwer wiegten die musikalischen Einbußen, die Singfähigkeit und Spielfähigkeit. Man habe keinen Nachwuchs anwerben können und an manchen Stellen fehlten auch Dirigenten. „Jetzt gilt es, sich wieder aufzurappeln“, so Ramona Kunz-Glass. Der Stadtverband unterstütze sie dabei, etwa durch die Einrichtung von Sing- und Spielgemeinschaften. Und durch vermehrte Möglichkeiten, vor Publikum aufzutreten. Nicht nur bei der schon bekannten Serenaden-Konzertreihe, sondern auch bei den schon angelaufenen Neustart-Konzerten und dem „Tag der Blasmusik“ sowie dem Großereignis „Remstal singt“ am Sonntag, 3. Juli. Ralph Häcker, Leiter des Kulturbüros, macht den Gästen der Hauptversammlung schon den Mund wässrig, lädt alle Mitgliedsvereine ein und lobt das Engagement des Liederkranzes Straßdorf mit Harald Elser.

Ramona Kunz-Glass schätzt ganz besonders das Engagement bei den Neustart-Konzerten, bedankt sich bei den Mitwirkenden, dem Gmünder Akkordeonorchester, Musikverein Straßdorf, „Vokal Pur“, Stadtkapelle, Musikverein Herlikofen, Rechberg Scottish Dancers, Kolpingkapelle, Gitarren- und Mandolinenorchester, Einhorn-Musikanten und Musical Factory. Bei den Konzerten verzichtete man auf Eintrittsgelder, freute sich über Spenden. Die werden zur Hälfte für die Jugendförderung des Stadtverbands eingesetzt. Gewöhnlich fließen dort die Spenden aus dem Neujahrsempfang hin, aber der musste auch ausfallen. Der Stadtverband verzichtet nun auf die Hälfte der Neustart-Konzert-Spenden. „Dieses Geld soll zur musikalischen Förderung von ukrainischen Kindern an der Musikschule und den Mitgliedsvereinen verwendet werden“, sagt Ramona Kunz-Glass und übergibt den Spendenbeitrag in Höhe von 3000 Euro an Oberbürgermeister Richard Arnold, der sich wie Erster Bürgermeister Christian Baron über dieses Ergebnis freut.

Die Pandemie sorgte auch bei den Vereinen für finanzielle Einbußen. Deshalb habe der Stadtverband Musik und Gesang die Mittelverteilung angepasst. So wurden 31 000 Euro aus dem 56 000 Euro großen Etat des Stadtverbands für die Konzertförderung ausgegeben, sagt Finanzchef Christopher Böhmler. Mitgliedsvereine wurden zusätzlich mit knapp 8000 Euro gefördert, rund 14 000 Euro flossen für Dirigenten- und Chorleiterhonorare.

Die Musikschulförderung ist schon ein Klassiker beim Stadtverband. Darüber berichtet der stellvertretende Vorsitzende Thomas Kaiser bei der Mitgliederversammlung. Dabei geht es um Summen in der Größe von 10 000 Euro, die für aktive Musikerinnen und Musiker bis zum Alter von 21 Jahren bereit stehen. Zuletzt wurden 32 junge Musikerinnen und Musiker gefördert.

Die ganze Aufmerksamkeit richte sich jetzt, so die Vorsitzende, auf die bevorstehenden Auftritte, auf Serenadenkonzerte bis zum 3. Oktober. Und nach zweimaliger Pause setzt der Stadtverband 2023 wieder auf einen Neujahrsempfang in Präsenz. „Wir freuen uns auf einen Projektchor unter der Leitung von Kathrin Bechstein“, sagt Ramona Kunz-Glass. Auch die Philharmonie Schwäbisch Gmünd sei am 8. Januar mit an Bord.

Musikalisch war schon der Einstieg in die Hauptversammlung mit Patricia Hirt (Klarinette) und Alexander Konrad am Klavier.

Jetzt gilt es, sich wieder aufzurappeln.“

Ramona Kunz-Glass, Vorsitzende des Stadtverbands

Stadtverband seit bald sechs Jahrzehnten

Mit 17 Vereinen startete der Stadtverband Musik und Gesang 1965, damals gegründet von Oberbürgermeister Hansludwig Scheffold, Andreas Heffner und Dr. Dietrich von Abel. 1976 übernahm Dr. Rudolf Böhmler den Vorsitz, nach mehr als 20 Jahren folgte ihm Richard Arnold. Nach dessen Wahl zum Oberbürgermeister übernahm Ramona Kunz-Glass das Zepter im Stadtverband. Heute zählt die Interessenvertretung mehr als 70 musikalische Gruppierungen mit 3500 Mitgliedern. Die Musikschulförderung ist von Anfang an Programm. kust

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