Gmünder Stadtwerke prüfen Erhöhung der Preise

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Die Preise für das Erdgas, das durch solche Zähler strömt, erreichen derzeit nie gekannte Höhen. Die Stadtwerke prüfen deshalb ihre Preise für Strom und Gas.
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Der Gmünder Versorger sieht noch nie dagewesene Turbulenzen auf den Märkten für Strom und Gas.

Schwäbisch Gmünd

Der Energiemarkt ist außer Rand und Band, die Preise zum Beispiel für Sprit sind in den vergangenen Tagen gestiegen wie nie zuvor. Diese Entwicklung betrifft auch den Markt für Strom und Gas. Deshalb prüfen die Gmünder Stadtwerke eine zeitnahe Anpassung ihrer Abgabepreise.Das sagten Stadtwerke-Geschäftsführer Peter Ernst, der kaufmännische Geschäftsführer Stefan Herzhauser und der Bereichsleiter Vertrieb und Marketing, Steffen König, am Donnerstag in einem Pressegespräch.

Eine Erhöhung der Preise würde die Kunden, die ihren Bezug von den Stadtwerken in einem Fix-Vertrag geregelt haben, erst nach Ablauf dieses Vertrags betreffen, andere allerdings schon früher.

In der Sitzung des Gemeinderats am Mittwoch hatten Stadträte die Stadtverwaltung bereits aufgefordert, zusammen mit den Stadtwerken Hilfen anzubieten für Menschen, die die Erhöhung der Energiepreise nicht tragen können. Dafür wurde ein Notfall-Team zusammengestellt.

Mehrere Gründe

Die Stadtwerke-Chefs sehen mehrere Gründe für diese Entwicklung: Zum einen, sagt Peter Ernst, haben Börsenspekulationen „die Beschaffungskosten an den Energiemärkten explodieren“ lassen. Als weitere Gründe nennen er und Stefan Herzhauser gestiegene Rohstoffkosten für die Energieerzeugung und Klimaschutzmaßnahmen. Zum anderen hätten über 60 Billiganbieter im vergangenen Jahr Insolvenz angemeldet. Das verknappe das Angebot, außerdem mussten die Stadtwerke die Versorgung von deren Kunden in ihrem Versorgungsgebiet zum Grundpreis übernehmen, was auch die notwendigen Mengen an Strom und Gas erhöht habe. Und dann kam der Krieg in der Ukraine dazu. Die Preis-Turbulenzen hätten aber schon vor dieser Krise begonnen: Bereits zum Jahresende 2021 habe sich der Preis am Strommarkt verzehnfacht. Mit dem Ukrainekrieg habe es auch bei den Gaspreisen Ausschläge auf 20 Cent je Kilowattstunde gegeben; normal seien zwei bis drei Cent.

„Wir müssen alle hoffen, dass dieser Spuk bald vorbei ist“, sagt Peter Ernst. Ansonsten könnten solche Energiepreise für Privatleute wie auch für die Wirtschaft zur existenzbedrohenden Belastung werden.

Um die Menschen zu entlasten, sehen die Stadtwerke-Geschäftsführer auch den Staat in der Pflicht. Eine Senkung der EEG-Umlage fürs zweite Halbjahr ist bereits vorgesehen. Ebenfalls im Gespräch sei ein Heizkostenzuschuss für Bedürftige. Eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Strom und Gas von 19 auf 7 Prozent lehne die Bundesregierung jedoch ab, ebenso eine Reduzierung der Stromsteuer. Stefan Herzhauser sieht dafür Gründe: „Von allen hohen Preisen profitiert der Staat am meisten.

Steffen König gibt Kunden deshalb in dieser Situation den Tipp, grünen Strom in einer Photovoltaik-Anlage auf dem Dach selbst zu erzeugen. Hausbesitzer könnten mit einer solchen Anlage rund zwei Drittel ihres Strombedarfs selbst reduzieren, die Investition amortisiere sich in der derzeitigen Situation rasch. Mietern könne es helfen, mit einem Balkon-Kraftwerk eigenen Sonnenstrom zu produzieren. Auch eine eigene Ladestation für E-Autos könne die Kosten drücken.

Herausforderung Winter

Als besondere Herausforderung sieht Stefan Herzhauser den nächsten Winter. Denn fast alle Bemühungen des Staates, Deutschland unabhängig von russischen Energielieferungen zu machen, könnten erst längerfristig wirken. Peter Ernst: „Da hilft nur eins: mit eigenen Energien zu arbeiten.“

Wir müssen alle hoffen, dass dieser Spuk bald vorbei ist.“

Peter Ernst,, Stadtwerke-Geschäftsführer

Sondertarife für Neukunden eingeschränkt

  • Die Stadtwerke Schwäbisch Gmünd reduzieren angesichts der Turbulenzen auf den Energiemärkten ihre Angebote für Neukunden. Vielmehr konzentrieren sie sich derzeit auf ihre Verantwortung als Grundversorger. Das bedeutet, die Stadtwerke schränken ihr Sondertarifangebot ein. Das Unternehmen stellt sich weiterhin der Pflicht, jene Kunden aufzunehmen , die aufgrund insolventer oder nicht mehr lieferfähiger Fremdanbieter nicht mehr versorgt werden. Neukunden könne derzeit allerdings nur der Tarif der Grundversorgung angeboten werden, heißt es auf der Homepage.

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