Gmünds Blitzer-Auto Nummer drei kann mehr

  • Weitere
    schließen
+
Links im Heck die Kamera, rechts der Blitz: Vor allem die Messtechnik macht den Wagen 162 000 Euro teuer. Rabea Haug, Leiterin der Bußgeldstelle, Bürgermeister Christian Baron und Mitarbeiter Marcello Cannizzaro (v.l.) stellen das neue Fahrzeug vor.
  • schließen

Die Stadt nimmt ein neues Auto zur Geschwindigkeitsmessung in Betrieb: Das gut 160 000 Euro teure Fahrzeug ist variabler als seine Vorgänger.

Schwäbisch Gmünd

Es ist eine einfache Rechnung: Durch die Neuanschaffung hat die Stadtverwaltung ab jetzt drei statt zwei Autos zur Tempoüberwachung in Betrieb. Also kann und wird es mehr Kontrollen geben – und mit ziemlicher Sicherheit auch mehr Geld für die Stadtkasse.

Doch Bußgelder kassieren, das sei nicht das vorrangige Ziel der Stadtverwaltung, betont Christian Baron, der Erste Bürgermeister der Stadt. Mit dem Blitzer-Auto direkt hinter dem Ortsschild zu stehen, das wäre ein idealer Platz zur Gewinnmaximierung, sagt der Bürgermeister und betont: "So etwas machen wir nicht, wir wollen es fair machen."

Fair heißt: Die Standorte werden unter dem Aspekt der Sicherheit gewählt, sodass sie nachvollziehbar sind. Schulen, Kindergärten, Seniorenheime, Bushaltestellen und besondere Gefahrenstellen, das zählt Rabea Haug, Leiterin der Bußgeldstelle, als wichtige Standplätze für die Messfahrzeuge auf. Manchen Einsatzorten liegen auch Anregungen von Bürgern oder aus dem Gemeinderat zugrunde. Und es ist auch nicht der Plan, das Auto maximal zu verstecken. "An manchen Stellen geht es einfach darum, Präsenz zu zeigen", sagt Marcello Cannizzaro, der mit dem Auto arbeiten wird.

Die disziplinierende Wirkung der Messfahrzeuge hält Baron für wichtig – der Sicherheit wegen. "Es geht nicht ohne Blitzer", sagt er. Und auch dessen ist er sich sicher: "Das Messen hat eine hohe Akzeptanz in der Bevölkerung. Viele wünschen sich sogar mehr Kontrollen."

Viele wünschen sich mehr Kontrollen.

Christian Baron, Bürgermeister

Das wird von jetzt ab möglich sein mit dem neuen "Fahrzeug zur mobilen Geschwindigkeitsüberwachung", wie es in der Verwaltungssprache heißt. "Der Kontrolldruck wird sicher steigen", sagt Christian Baron, denn die Stadtverwaltung macht aus zwei drei: Die beiden rund 15 Jahre alten bisherigen Fahrzeuge werden zunächst weiter in Betrieb sein, so lange sie noch funktionieren und die Messtechnik zulässig ist.

Auf dem aktuellen Stand der Technik ist das neue Auto, wieder ein recht unscheinbarer grauer Kombi. Radarwagen zu sagen, ist inzwischen übrigens falsch. Die Messung wird mit Lasertechnik gemacht. Die Kamera ist jetzt variabel, die Messtechnik kann an drei Stellen im Fahrzeug angebracht werden: seitlich, vorne und hinten. Bisher war sie fest im Heckbereich des Autos installiert.

Marcello Cannizzaro ist auch beim Parken flexibler. "Ich muss nicht mehr so genau auf die Winkel achten", sagt er. Die mit Radartechnik ausgestatteten älteren Fahrzeuge haben nur an Stellen zuverlässig funktioniert, wo es eine gerade Strecke von mindestens 30 Metern gab. Der Neue kann selbst in Kurven messen und sogar zwei Fahrspuren gleichzeitig überwachen, sofern zwei Kameras vorhanden sind. Das könnte ab 2022 der Fall sei, wie Rabea Haug erzählt: Dann ist der Kauf eines weiteren Neufahrzeugs geplant, beide Kameras könnten dann auch in einem Auto gleichzeitig zum Einsatz kommen.

Geschwindigkeitsmessung in Gmünd in Zahlen

162 000 Euro kostet das neue Fahrzeug, ausgerüstet mit einem "Laserscanner TraffiStar S350" von Jenoptik.

600 000 Euro an Bußgeldern für Geschwindigkeitsübertretungen hat die Stadt Gmünd zuletzt etwa pro Jahr eingenommen. Dafür wurden etwa zwölf Millionen Mal Fahrzeuge überwacht und mehr als 30 000 Verfahren eingeleitet.

Höhere Quote: Während die "Beanstandungsquote" bei stationären Anlagen unter 0,1 Prozent liegt, sind es bei mobilen Blitzern sechs bis sieben Prozent der Autofahrer, die negativ auffallen.

Zurück zur Übersicht: Stadt Schwäbisch Gmünd

WEITERE ARTIKEL