Gmünds Großsporthalle: Hackschnitzel-Wärme auch bei Gas-Notlagen

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Zum Glück kein Gas: Hier werden die Holz-Hackschitzel in Wärme für die Großsporthalle umgewandelt - im Hintergrund steht Hausmeister Peter Künzler, der die Anlage überwacht.
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Was passiert, wenn der Gasnotstand eintritt? Die Großsporthalle bleibt Anlaufstelle Nummer eins, wenn schnell Platz gebraucht wird.

Schwäbisch Gmünd

Im Frühjahr 2020 war sie Notfallzentrum, dann kam die Fieberambulanz, im Herbst 2021 wurde die Gmünder Großsporthalle zum Impfzentrum. Kommt die Halle diesen Winter zum nächsten Kriseneinsatz – wenn‘s einen Gasnotstand gibt?

Die 1970 eröffnete Halle, die größte in ganz Gmünd, ist grundsätzlich Anlaufort Nummer eins in Krisen-Planungen der Stadt. „Es ist die Notfallhalle, die vorbereitet ist - das war schon immer Teil des Krisenszenarios“, sagt Markus Herrmann, der Gmünder Stadtsprecher. Das heißt: Die potenziellen Aufbauhelfer stehen fest, Ausrüstung wie etwa Betten steht schnell bereit. Damit die Vorbereitung wenig Zeit kostet. Das Impfzentrum sei binnen zwei Tagen startklar gewesen, erinnert sich Herrmann im Rückblick. Was genau der nächste Einsatzzweck der Großsporthalle sein könnte – schwer zu sagen: „Es gibt viele verschiedene Szenarien“, sagt Markus Herrmann. Die Halle besticht durch ihre Größe: 1600 Quadratmeter Fläche im Erdgeschoss, dazu das Foyer plus ein knapp 1100 Quadratmeter großes Untergeschoss. „Und die Halle ist zentral gelegen“, fügt Uwe Schubert, Gmünds Feuerwehrkommandant, hinzu. Die Feuerwehr ist im Krisen- und Katastrophenfall die leitende Instanz auf kommunaler Ebene.

Auch Hallen der Teilorte im Blick

Noch ein Vorteil: Schuberts Leute und andere Hilfsorganisationen haben durch die Corona-Einsätze schon Erfahrung gesammelt. Für das mutmaßliche Hauptproblem im kommenden Winter, einen Mangel an Erdgas, ist die Halle bestens gerüstet. „Sie ist ein sehr gutes Objekt, weil sie mit Hackschnitzeln beheizt wird“, sagt Uwe Schubert, Gmünds Feuerwehrkommandant.

Kann gut sein, dass alles nicht nötig ist: Von den Betten, die von April bis Juni 2020 in der Halle standen, ist nicht eines für einen Corona-Kranken gebraucht worden. Gar nicht nachdenken über eine „Gasmangellage“ und mögliche Folgen, das wollen die Verantwortlichen der Stadt aber nicht riskieren. Also wird am schwer Planbaren so gut wie möglich geplant: „Es gibt zwei Krisengruppen“, sagt Markus Herrmann. Neben der möglichen Hilfe für Menschen in Not geht es noch um einen weiteren Punkt: „Wir müssen uns auch fragen, wie können wir die Verwaltung aufrechterhalten.“

Die Großsporthalle ist im Notfallkonzept nur der Pfeiler Nummer eins. Auch die Hallen in den Teilorten sind potenzielle Anlaufstellen, erklärt Herrmann. Sinnvoll, weil schneller erreichbar, wenn etwa ein Pflegeheim in einem Teilort kalt bleibt. insgesamt betreibt die Stadt Gmünd fast 30 Sporthallen. Bestandsaufnahme ist angesagt, um möglichst gut vorbereitet und im Bilde zu sein: „Wir haben alle Hallen aufgelistet und sind am Überprüfen: Welche Heizsysteme gibt es, sind Änderungen möglich, ist genügend Öl da? Manche Hallen haben Mischsysteme mit Öl für die Grundlast und Gas zusätzlich.“

Wie vielen Menschen kann ein warmer Platz geboten werden? „Da kann man keine Zahl nennen“, sagt der Stadtsprecher. Klar ist: Die städtischen Möglichkeiten sind endlich: „Wir können uns auf begrenzte Dinge vorbereiten, wenn Ausfälle über Wochen gehen, dann ist der Landkreis gefragt.“ Denn die Kreise sind von Gesetzes wegen die oberste Katastrophenschutzbehörde.

Neue Notstromaggregate kaufen

In Gmünd tun sie derweil, was getan werden kann. Dazu gehört auch, im Notfall mehr Strom zur Verfügung zu haben. Die Feuerwehr wird weitere Notstromaggregate anschaffen, aber das geht nicht so schnell: „Wenn die fest zugesagte Förderung kommt, gehen wir in den Bestellprozess“, sagt Kommandant Schubert. Dann folgt das Warten – die Gmünder sind nicht die einzigen, die in der Hinsicht aufrüsten. Uwe Schubert warnt allerdings vor zu hohen Erwartungen: „Einen halben Stadtteil“ mit Strom versorgen, dafür werden auch erweiterte Kapazitäten der Feuerwehr nicht reichen.

Markus Herrmann betont noch etwas anderes: „Wesentlich wichtiger noch als solche Vorbereitungen ist es, alles dafür zu tun, dass wir erst gar nicht in Notsituationen kommen.“ Energiesparmaßnahmen vorbereiten – „das sollte jeder zu Hause auch tun.“

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