Gmünds historische Wasserleitung wird erneuert

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Die Bauarbeiten an der historischen Czisch-Linie haben begonnen. Damit Anwohnerinnen und Anwohner nicht auf dem Trockenen sitzen, gibt es eine Notversorgung mittels Pumpen.
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Die Arbeiten an der historischen Czisch-Linie haben begonnen. Anwohnerinnen und Anwohner sollen dennoch nicht auf dem Trockenen bleiben.

Schwäbisch Gmünd

Die historische Czisch-Linie erreicht das Ende ihrer Lebensdauer. Die Wasserleitung, die in der unmittelbaren Nachkriegszeit von 1947 bis 1948 unter dem immensen Einsatz Gmünder Bürger erbaut wurde, wird nun in Teilen erneuert. Dafür tauschen die Gmünder Stadtwerke einen circa 80 Meter langen Abschnitt in der Bergstraße aus, um die Wasserversorgung von Schwäbisch Gmünd zu sichern. Voraussichtlich zweieinhalb Wochen soll die Baumaßnahme andauern.

Die Czisch-Linie hat eine Länge von ungefähr 3,4 Kilometer, erklärt Hanna Ostertag, Pressesprecherin der Stadtwerke Schwäbisch Gmünd. Sie startet zwischen Waldstetten und Straßdorf, läuft östlich an Straßdorf entlang und von dort aus den Hang hinunter zur Waldstetter Brücke.

Zu Engpässen kann es bei der Wasserversorgung nicht kommen.“

Hanna Ostertag, Pressesprecherin Stadtwerke Gmünd

Damit Anwohner für die Dauer der Baumaßnahme nicht auf dem Trockenen sitzen, richten die Gmünder Stadtwerke eine Notversorgung ein. „Zu Engpässen kann es bei der Wasserversorgung nicht kommen“, entwarnt Ostertag. Während der Bauphase wird das Gebiet mittels Pumpen mit Wasser aus dem Trinkwasserbehälter Becherlehen versorgt. „Somit sind alle Anwohner auch während der Baumaßnahme über die Umleitung sicher mit Wasser versorgt.“

Anders hingegen sieht es bei der Verkehrsführung sowie der Parkplatzsituation aus. „Eine Umleitung wegen der Baustelle ist eingerichtet und die Anwohnerparkplätze sind ebenfalls beeinträchtigt“, sagt die Pressesprecherin. Ansässige Bewohnerinnen und Bewohner seien im Vorfeld allerdings darauf hingewiesen worden.

Diese Baumaßnahme ist die erste Erneuerung der Czisch-Linie. Der Teilabschnitt, der aktuell ausgetauscht wird, soll aber nicht der einzige Arbeitsschritt an der Wasserleitung bleiben. „Nächstes Jahr wird voraussichtlich ein weiterer Teilabschnitt ausgetauscht“, sagt Ostertag. Weitere Maßnahmen darüber hinaus „werden mit Sicherheit folgen“, schließlich ist die Leitung in die Jahre gekommen. Genaue Termine dafür stünden aber noch nicht fest.

Historische Wasserleitung

Außerdem gehe die historische Wasserleitung mit dem Austausch nicht gänzlich verloren. „Wir behalten immer kleine Teilstücke der Leitungen, um die Materialqualität und den Allgemeinzustand zu prüfen“, erklärt die Stadtwerke-Sprecherin Ostertag. Hintergrund der aktuellen Baumaßnahme sind mehrere Leckagen im Leitungsabschnitt zwischen der Bergstraße und der Waldstetter Brücke in den vergangenen zwei Monaten.

Die Czisch-Linie hat stadtgeschichtliche Bedeutung- Sie ist benannt nach Franz Czisch, dem ersten Oberbürgermeister von Schwäbisch Gmünd nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Leitung selbst wurde in den Jahren 1947 bis 1948 von Bürgerinnen und Bürgern aus Schwäbisch Gmünd erbaut, da es zu dieser Zeit weder Fachkräfte noch Maschinen gab Nicht einmal die notwendige Arbeitskleidung für Fachkräfte war zu bekommen, so steht es in der „Geschichte der Stadt Schwäbisch Gmünd“. Dafür herrschte in der Stadt, deren Bevölkerungszahl nach dem Krieg immens zugenommen hatte, enorme Wasserknappheit. So fasste der Gemeinderat damals den Beschluss, Gemeindedienste einzuführen und jeden männlichen Bewohner zwischen dem 16. und dem 60. Lebensjahr zu zunächst einem Arbeitstag für den Bau der Wasserleitung zu verpflichten. Der Dienst wurde später auf zwei Tage ausgeweitet. Mit der Czisch-Linie war Schwäbisch Gmünd an die Landeswasserversorgung angeschlossen.

Die Wasserleitung wird teilweise erneuert.
Bauarbeiten in der Bergstraße.

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