Gmünds Jugendliche zeigen Verantwortungsbewusstsein

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Skateranlage Strümpfelbach (Archiv)
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Mit einer Erklärung widerspricht der Jugendgemeinderat den Plänen des Kultusministeriums zu Energiesparmaßnahmen im Winter.

Schwäbisch Gmünd

Um der drohenden Gasmangellage entgegenzutreten, muss auch die Stadt Schwäbisch Gmünd Energie einsparen. Darüber informierte Gmünds Oberbürgermeister Richard Arnold den Jugendgemeinderat in der jüngsten Sitzung.

Gmünd habe eine Verordnung zum Energiesparen der Bundesregierung erhalten, die umgesetzt werden müsse „um durch den Winter zu kommen“. Zudem rechnet die Stadt durch die steigenden Energiepreise mit Mehrausgaben von rund fünf Millionen Euro. Die Verteuerung von Wärme und Energie werde jeden treffen, blickte Helmuth Caesar, Amtsleiter für Gebäudewirtschaft, in die Zukunft und präsentierte den städtischen Maßnahmenkatalog. In allen Räumen der Verwaltung sowie in Klassenzimmern soll die Temperatur nicht höher als 19 Grad sein, für Schulsporthallen sind 17 Grad vorgesehen, im Hallenbad soll die Temperatur um 3,5 Grad auf 24 Grad abgesenkt werden, die Saunen werden abgeschaltet.

Beim Punkt Weihnachtsbeleuchtung bleibt die Stadt konsequent, die Kosten der LED-Beleuchtung fallen mit 1500 Euro kaum ins Gewicht. Die Weihnachtsbeleuchtung sei als „symbolische Handlung“ zu sehen, um das Sicherheitsgefühl der Bürger zu stärken. Außerdem möchte die Stadt den Senioren nicht noch „die letzte Weihnachtsmotivation“ nehmen.

Gegen die von der Stadt festgelegten Temperaturen in Klassenzimmern und Schulsporthallen habe das Kultusministerium ein Veto eingelegt, informierte Arnold. Das Ministerium bestehe auf 20 Grad in Klassenräumen und 19 Grad in den Sporthallen. Dies stieß dem jugendlichen Gremium sauer auf, man bringe mit den reduzierten Temperaturen nur ein kleines Opfer, plädierte der Vorsitzende Jonathan Wolf für die von der Stadt vorgeschlagenen 19 Grad. Man habe auch den vergangenen Winter mit „Dauerlüftung“ ausgehalten. Um einer nationalen Gaskrise entgegen zu treten, müsse auch das Kultusministerium die Chance ergreifen, Energien zu sparen und sich nicht hinter „Arbeitsschutzgesetzen für Sportlehrer“ verstecken. Stimmen aus dem Gremium bestätigten die Aussage vom Vorsitzenden, im vergangenen Schulwinter seien die Raumtemperaturen kaum über 17 Grad gestiegen „es war auszuhalten“. Mit einer Gegenstimme spricht sich der Jugendgemeinderat als Vertretung der Schüler dafür aus, „dass sich die Schulen bei der Einsparung von Gas und beim Klimaschutz beteiligen. Eine Reduzierung der Temperatur in Klassenräumen auf 19 Grad und in Sporthallen auf 17 Grad ist dabei ein wichtiger Baustein. Das Kultusministerium sollte die Voraussetzungen hierfür schaffen und die Schulen nicht ausbremsen. Wir Jugendlichen wollen bei Energiesparmaßnahmen zur Vermeidung einer nationalen Krise vorangehen und nicht ausgenommen werden“. Die Erklärung soll vom Dachverband der Jugendgemeinderäte unterschrieben werden. Auch soll der Landesschülerbeirat mit ins Boot genommen werden.

Die Sanierung der Skateanlage am Strümpfelbach soll endlich erfolgen und erweitert werden, dies berichtete Zeno Bouillon Leiter des Garten- und Friedhofsamt. 50 000 Euro seien für dieses Jahr im städtischen Haushalt dazu eingeplant. Das Geld müsse jetzt sinnvoll eingesetzt werden, um eine geplante Einweihung im Frühjahr 2023 verwirklichen zu können. Die Fläche soll auf rund 730 erweitert werden, die vorhandene Halfpipe soll versetzt werden und benötigt einen neuen Belag. Allein für die Belagsarbeiten an der Anlage rechnet der Amtsleiter mit 32 000 Euro. Zusammen mit fünf neuen Skate-Elementen werden die Kosten bei 80 000 Euro liegen. Um auf einen „optimalen Skatepark“ hinzuarbeiten, müsse noch in diesem Jahr mit den Maßnahmen begonnen werden, zog Arnold sein Fazit, der Magnus Nelles zum Sitzungsbeginn als neues Gremiumsmitglied verpflichten konnte.

Skateranlage Strümpfelbach (Archiv)
Skateranlage Strümpfelbach (Archiv)
Skateranlage Strümpfelbach (Archiv)

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