Gmünds Schulen bereiten sich auf die Omikron-Welle vor

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Corona-Selbsttest an der Kocherburgschule im Frühjahr 2021.
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Bericht im Sozialausschuss über Lernlücken und psychische Belastungen von Schülern durch die Pandemie.

Schwäbisch Gmünd

Die Gmünder Schulen haben sich auf den Fall vorbereitet, dass einzelne Schulen massiv von der Omikron-Welle der Corona-Pandemie betroffen werden. Für eine solche Situation wurden die Schulen zum Beispiel aufgefordert, sich Partnerschulen zu suchen, die sich bei stark erhöhtem Krankenstand mit Lehrpersonal aushelfen können. Momentan jedoch sei an den Gmünder Schulen insgesamt noch keine Omikron-Welle erkennbar. Darüber und wie die Schulen bisher durch die Pandemie gekommen sind, informierten die geschäftsführenden Schulleiter Daniela Maschka-Dengler (für Grund-, Real-, Gemeinschafts- und Werkrealschulen) und Bernd Gockel (für die Gymnasien) am Mittwoch den Sozialausschuss.

Immerhin, so Sozialbürgermeister Christian Baron, habe die Pandemie die Welt seit fast genau zwei Jahren im Griff. Und die Schulen seien eben nicht nur Lehranstalten, sondern auch Lebenswelten.

Maschka-Dengler und Gockel hatten deshalb an den Schulen abgefragt, wie stark die Schüler durch Pandemie-bedingte Lerndefizite und psychische Belastungen betroffen sind. Einige Ergebnisse: Die Situation an den Schulen ist durchaus unterschiedlich, an Innenstadt-Schulen zum Beispiel angespannter.

Daniela Maschka-Dengler warnte davor, die bestehenden Lernlücken bei Schülern nur auf Corona zu schieben. Schon vor der Pandemie habe Baden-Württemberg bei den Lernerfolgen abgebaut.

Etwa ein Viertel der Grundschulen meldet „besorgniserregende“ Lernlücken, etwa 60 Prozent jedoch sehen ihre Situation als nicht so dramatisch wie befürchtet. Das liege zum Teil an Lehrern und Schulbegleitern, die durch Mehrarbeit Lücken geschlossen hätten, zum Teil auch an Eltern. Etwa ein Drittel der Grundschüler sei durch die Pandemie psychisch belastet, aber auch das sei an einzelnen Schulen sehr unterschiedlich, so Maschka-Dengler.

Starke Lernlücken melden 37 Prozent der Real-, Werkreal- und Gemeinschaftsschulen. Jungs seien von Lernproblemen stärker betroffen als Mädchen. Ungefähr ein Viertel der Schüler zeige in diesem Bereich psychische Belastungen. Gewachsen sei zum Beispiel die Gefahr, dass Schüler der Mediensucht verfallen. Nötig wären mehr Lehrer, aber beispielsweise auch ein Netz psychologischer Hilfen für betroffene Familien.

Etwas anders sieht es an den Gymnasien aus, wie Bernd Gockel ausführte: Offenbar gebe es keine besorgniserregenden Lernlücken. Die Homeschooling-Zeit sei problematisch gewesen, der Präsenzunterricht habe manches wieder aufgefangen. Insbesondere die Fünft- und Sechstklässler seien glücklich, ihre Kollegen wieder zu treffen. Es gebe wenige Schüler mit psychischen Problemen, die seien zum Teil aber gravierend. Die meisten Probleme seien in den Klassen 7 bis 9 anzutreffen.

Beide geschäftsführenden Schulleiter unterstrichen den Wert der Sozialarbeit. Manuela Bittner von den St.-Canisius-Einrichtungen, die mit der Schulsozialarbeit in Gmünd beauftragt sind, sagte, dass sie auch während der Schulschließungen mit den Schülern gearbeitet haben. Ihre Kollegin Betty Kenzler berichtete von einem veränderten Sozialverhalten, zum Beispiel würden durch das fehlende Vereinsleben mehr Konflikte in die Klassen getragen. Sonquin Ermisch informierte, dass die Schulsozialarbeiter inzwischen auf Schulschließungen gut eingestellt sind. Reale Treffen seien aber nicht zu ersetzen. Alle drei Rednerinnen mahnten die Verantwortlichen, die Schülerinnen und Schüler nicht nur als solche zu sehen, sondern als junge Menschen, die ihre Entwicklungsräume brauchen.

Ich gehe davon aus, dass wir in diesem Jahr keine Schulschließungen mehr zu erwarten haben.“

Bernd Gockel,, geschäftsführender Schulleiter

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