Gmünds Weihnachtsmarkt hängt noch in der Schwebe

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Einen Weihnachtsmarkt, wie die Gmünder ihn kennen und lieben, wird es in diesem Jahr nicht geben. Die Touristik & Marketing GmbH denkt über Alternativen nach.
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Stadtverwaltung und Stadträte diskutieren Ideen, wie der Budenzauber 2020 aussehen könnte. Noch ist keine Entscheidung gefallen.

Schwäbisch Gmünd

Im städtischen Veranstaltungskalender ist er noch gelistet: Gmünds Weihnachtsmarkt vom 26. November bis zum 22. Dezember 2020. Nicht unbegründet: Denn noch ist offen, ob es in diesem Jahr in der Stauferstadt einen Budenzauber geben wird. Oder der Corona-Krise wegen eher nicht. Die Überlegungen dazu laufen.

Trotz hochsommerlicher Hitze: "Der Weihnachtsmarkt war der zentrale Punkt der letzten Aufsichtsratssitzung der Touristik & Marketing GmbH", sagt deren Chef, Markus Herrmann. Dass der Weihnachtsmarkt im bisherigen normalen Umfang mit mehr als 70 geschmückten Ständen auf dem Marktplatz und dem Johannisplatz, mit Eisenbahn, mit Karussells, lebendiger Krippe mit Esel und Schafen und mit dem Adventskalender am Gmünder Rathaus stattfindet, hält der Tourismusmanager für ausgeschlossen. Dies sah wohl auch der Aufsichtsrat mit Vertretern aus allen Gmünder Gemeinderatsfraktionen so. Denn bei der Sitzung seien von den Aufsichtsräten "Anregungen aller Art" gekommen, sagt Markus Herrmann. Auf einen grünen Zweig aber seien sie alle noch nicht gekommen.

Drei Varianten denkbar

Der Tourismuschef und Stadtsprecher erzählt von einigen dieser Ideen. Die erste: den Weihnachtsmarkt im Remspark auszurichten. Dort gebe es genügend Platz, und die Zugänge seien auch regelbar. "Dies hat einen Reiz", sagt Markus Herrmann, nennt aber gleichzeitig die Nachteile: Lasse die Stadt 500 Besucher beim Gmünder Weihnachtsmarkt zu, könne sie nicht ausschließen, dass sich diese nicht auf dem Gelände verteilen, sondern womöglich an einem Punkt konzentrieren. Ein zweiter Nachteil: "Der Markt wäre dann nicht in der Innenstadt." Dies werfe die Frage auf, wie dann der Handel davon profitiert.

Das Dilemma ist am Ende immer das gleiche.

Markus Herrmann, Tourismuschef

Die zweite Idee: Jeder Gastronom baut vor seiner Gaststätte, seiner Kneipe oder seiner Bar einen eigenen Stand auf. Auch dabei jedoch, sagt Markus Herrmann, sei es schwierig, Menschenansammlungen an einzelnen Ständen zu vermeiden und zu kontrollieren.

Eine dritte Idee ist ein Weihnachtsmarkt, der sich vom Bahnhof durch den Remspark am Josefsbach entlang über den Sebaldplatz bis hin zum Zeiselberg erstreckt. Einen solchen Weihnachtsmarkt sieht Markus Herrmann eher als "reine Gastrostrecke", da für die Stände, die Dekorations- und Weihnachtsartikel verkaufen, die Besucher fehlen würden. Dabei seien es gerade diese Stände, die für die weihnachtliche Atmosphäre auf dem Markt sorgen. Und auch bei dieser Idee eines Weihnachtsmarktes fehle die Verbindung zum Innenstadthandel, für den der Weihnachtsmarkt in bisheriger Form ein Magnet ist.

Bei allen Marktvarianten sieht Markus Herrmann das gleiche Dilemma: "Wir müssen einerseits für Frequenz sorgen, für die Händler und Gastronomen." Und andererseits dürfe die Stadt des Coronavirus wegen eben "nicht für Frequenz sorgen". Deshalb will der Tourismuschef nach der Sommerpause das Thema mit dem Aufsichtsrat erneut diskutieren. Bis dahin hofft die Stadt, dass vom Land noch klarere Hinweise für die Durchführung solcher Veranstaltungen kommen.

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