Gmünds Zentrum mit einem Innenstadtgipfel neu denken

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Oberbürgermeister Richard Arnold skizziert die Folgen der Pandemie und sucht Wege aus dem Lockdown. Aspen hat "hohe Priorität".

Schwäbisch Gmünd

Oberbürgermeister Richard Arnold strebt einen Innenstadtgipfel aus Stadtspitze, Politik, Handel, Gastronomie und weiteren Innenstadtakteuren an. Dies schlug Arnold am Mittwoch bei seiner Haushaltsrede 2021 vor. Natürlich drehe sich diese 2021 um Corona, sagte Arnold. Und: "Wir müssen uns Gedanken machen, was diese Pandemie mit uns anstellt – mit unserer Gesellschaft, unseren Grundwerten, unserer Demokratie, unserer Wirtschaft, unserem Handel, der Gastronomie, dem Handwerk, der Art, wie wir in Gmünd schon seit vielen Jahrzehnten zusammen leben". Der OB sagte aber auch, dass in der Pandemie-Situation "bis heute kein Mensch ein Patentrezept" habe. Er nahm damit Entscheider in der Politik in Schutz. Corona berge auch eine "Infektionsgefahr für unsere politische Seele", sagte der OB weiter und nannte "Offenheit, Austausch, Ehrlichkeit, Begegnung, Gespräche" als "beste Impfung dagegen". Corona werde nach 2020 Gmünds Finanzen auch 2021 stark prägen, sagte Arnold. Gmünds Verschuldung wird bis Ende 2021 möglicherweise um bis zu 26 Millionen Euro auf knapp 104 Millionen Euro ansteigen (lesen Sie dazu einen Bericht auf Seite 11). Gmünd werde weiterhin den Weg gehen, mehr Einwohner zu gewinnen, nannte der Oberbürgermeister für 2021 einen Schwerpunkt neben Investitionen in Digitalisierung und Bildung. Besonders wichtig ist ihm dabei der Stadtteil Hardt mit Wohnungsbau und Geschäften auf dem Gelände der früheren Kaserne. Auch Baubürgermeister Julius Mihm nannte das Hardt – nach dem in die Wege geleiteten Wohnungsbau auf dem Brücke-, Römerkastell- und Fehrle-Gelände in der Weststadt – den "nächsten großen Baustein". Arnold und Mihm wollen das 4,3 Hektar große Gelände des Bauhofs in die weitere Hardt-Planung integrieren. Für einen etwa halb so großen Bauhof will die Stadt einen neuen Standort suchen.

Der Oberbürgermeister wiederholte, was er 2020 schon gesagt hatte: Land und Bund träfen Entscheidungen, für die die Kommunen finanziell aufkommen müssten. Stadtkämmerer René Bantel nannte Gmünds Kosten für U-3- und Ü-3-Betreuung als Beispiel. Sie betragen 2021 2,6 Millionen Euro mehr als 2020, das Land erhöht seinen Zuschuss aber nur um 1,6 Millionen Euro. Die Stadt muss also eine Million Euro mehr finanzieren. Arnold nannte die aktuelle Entwicklung der Innenstadt als weiteres Beispiel. Diese leide unter der Corona-Pandemie massiv. "Die Folgen haben wir zu tragen", sagte der OB und forderte Unterstützung von Bund und Land. Bislang habe er dazu noch nichts gehört. Der Deutsche Städtetag fordere einen "Marshall-Plan für die Innenstädte". Arnold selbst will mit dem Innenstadtgipfel "Leben in die Stadt zurückbringen". Dazu gehöre auch, darüber nachzudenken, "wie wir aus dem Lockdown rauskommen". Er unterstütze Kultusministerin Susanne Eisenmann in ihren Bemühungen, Kitas und Schulen wieder zu öffnen. Zur Diskussion über die Innenstadt gehört für Arnold auch Amazon. Die Entwicklung des Online-Handels halte man nicht auf, sagte der OB, der auch sieht, dass Gmünds Einzelhandel online einen "Riesenschritt" gemacht habe. Ein Amazon-Verteilzentrum in Gmünd aber sieht er als "kleinen Baustein". Darüber wolle er mit dem Gemeinderat reden und "nicht verschreckt wie ein Kaninchen vor der Schlange sitzen". Zur Innenstadt passt für Arnold auch das Bemühungen um mehr Einwohner. Diese sieht er nicht nur auf der grünen Wiese. Er will das Wohnen in der Stadt attraktiver machen, Innenstädte neu denken, dazu gehörten Plätze, Märkte, Begegnung, Kommunikation.

Nicht verschreckt vor der Schlange sitzen.

OB Richard Arnold zu Amazon

Neben der Innenstadt betonte Arnold die Bedeutung des geplanten "Industriegebietes zum Thema Wasserstoff und Brennstoffzelle" Aspen bei Bargau. Dieses habe für ihn "ganz hohe Priorität". Die Stadt hält dafür 11,9 Millionen Euro für Grundstücke bereit, sollten sich genügend Unternehmen und Firmen für Aspen interessieren.

Wofür Schwäbisch Gmünd in diesem Jahr Geld ausgibt

Haushalt 2021 Die Stadt Gmünd hält trotz Corona an Investitionen fest. Knapp 50 Millionen Euro sind für Digitalisierung, Schulsanierungen, Wohnbaugebiete oder Straßen- und Brückensanierungen vorgesehen. 11,9 Millionen Euro hält die Stadt vor fürs Gewerbegebiet Aspen, sollte dieses kommen. Erste Raten gibt's fürs Kinderhaus Kunterbunt, das Feuerwehrhaus am Sebaldplatz und die Erweiterung des Gmünder Feldes. Die Strümpfelbachbrücke in Bettringen wird provisorisch saniert, der Bauhof soll in die Entwicklung des Stadtteils Hardt einbezogen werden. Fotos: Tom, Grafik: Apprich

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