Große Nachfrage bei Tiny Houses

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Tiny Houses haben 25 bis 30 Quadratmeter Wohnfläche und dürfen höchstens vier Meter hoch sein. Das Interesse, sich in solchen Minihäusern in Gmünd niederzulassen, nehme zu, sagt OB Richard Arnold und macht sich auf Standortsuche.
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Gmünds Verwaltung will nach Ostern mögliche Standorte im Stadtgebiet vorstellen. Stadträte reagieren mit Zustimmung, mit Bedenken und mit Neugier.

Schwäbisch Gmünd

Die Nachfrage nach Standorten für Tiny Houses ist inzwischen auch in Gmünd angekommen. Dies sagten am Mittwoch im Bauausschuss Oberbürgermeister Richard Arnold und Gerhard Hackner, Leiter des Amtes für Stadtentwicklung. Deshalb sucht die Verwaltung zurzeit Standorte für solche Minihäuser mit oder ohne Räder und will diese nach Ostern mit den Stadträten diskutieren.

"Diese Minihäuser enthalten alles, was man zum Leben braucht", sagte Hackner. Manche hätten nur ein Erdgeschoss, andere ein Erd- und ein Obergeschoss. Für ein Tiny House rechnet Hackner 25 bis 30 Quadratmeter Wohnfläche. Sie dürfen maximal vier Meter hoch sein. Für solche Häuser, erklärte er, brauche man Baurecht wie für andere Häuser auch. Flächen will die Verwaltung Interessenten über Erbbaurecht zur Verfügung stellen. Wer sich in Gmünd mit einem Tiny House niederlasse, müsse in der Stadt seinen Erstwohnsitz haben, nannte Hackner eine weitere Bedingung. Einige Flächen habe die Verwaltung schon im Blick, sagte Hackner, der weitere Infos noch in der ersten Jahreshälfte ankündigte. "Wir werden das mit Nachdruck tun", sagte dazu Arnold. "Tiny Houses sind keine Immobilien, sie sind eine Lebenseinstellung", ergänzte der Oberbürgermeistermeister und nannte mit "Entmaterialisierung" ein weiteres Stichwort dieser Lebensphilosophie, die auch darauf abzielt, mit möglichst wenig auszukommen.

"Hochinteressant" fand dies Christoph Preiß (CDU) und fragte sogleich, wer in solchen Häusern wohne. Für wenig Grundfläche erforderten die Tiny Houses eine große Außenfläche, sagte Karl Miller (B 90 / Die Grünen). Er wies auch darauf hin, dass Tiny Houses energetisch eine "große Anstrengung" erforderten. Grundsätzlich jedoch sei die Idee spannend, sagte Miller. Für sinnvoll hielt Miller, mehrere Tiny Houses auf einer Fläche anzusiedeln. Er schließe sich Millers Bedenken in Bezug auf die Energiebilanz an, sagte Tim-Luka Schwab (SPD). Grundsätzlich aber seien Tiny Houses eine Bereicherung für Wohnangebote.

Tiny Houses sind eine Lebenseinstellung.

Richard Arnold, Oberbürgermeister

Ob in einem Tiny House eine Person lebe oder zwei, fragte Professor Dr. Andreas Benk. Er wollte wissen, welche Klimabilanz ein Tiny House habe, ob es Wasseranschluss brauche und wie hoch die Kosten seien. Für eine Familie sei ein Tiny House zu eng, sagte dazu Hackner. Und: Ein Tiny House brauche einen Wasser- und Stromanschluss.

Dr. Constance Schwarzkopf-Streit (FWF) regte an, dass eine Eltern-Generation im Alter ins Tiny House zieht, während die Jüngeren im Wohnhaus blieben. "Wir steuern auf einen Wohnwagenpark zu", war Ullrich Dombrowski (BL) skeptisch. Dies könne nicht das Interesse der Stadt sein. Er hinterfragte, ob "wir einer Modewelle aufsitzen". "Es gibt Bürger, die das wollen", sagte dazu Arnold. Unter ihnen gebe es einen hohen Anteil an Akademikern. Allerdings dürfe dies "kein Campingplatz" werden, sondern die Tiny Houses müssten mit einem festen Wohnplatz verbunden sein.

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