Grüner Leuchtturm für Gmünd

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Beim Spatenstich auf der noch grünen Wiesen auf dem Gügling. Von links: Alexander Groll, Gerhard Hackner, Daniela Trah, Alois Mayer und Karlheinz Türk.
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Die Weleda investiert einen hohen zweistelligen Millionenbetrag in ein neues Logistikzentrum. Das soll nicht nur der Firma helfen, sondern neue Standards im Industriebau setzen.

Schwäbisch Gmünd

Es ist ein wegweisendes Projekt, dessen Bau am Mittwoch mit dem Spatenstich offiziell begann. Im Gewerbe- und Industriegebiet Gügling wird die Weleda AG ein neues Logistikzentrum bauen, das so grün und nachhaltig wie kaum ein anderes im Land sein soll. „Es ist ein Leuchtturmprojekt“, erklärt der Projektleiter Karl-Heinz Türk von der Weleda. „Wir haben jahrelang auf diesen Moment und diesen Bau hingearbeitet“, sagt Alois Mayer, in der Geschäftsführung für die Produktion zuständig. Doch was macht das Projekt so einzigartig?

Zunächst einmal ist der schnöde Zweck folgender: Die Logistik der Weleda ist auf diverse Standorte in der Region verstreut. Mit dem Neubau, der in zwei Jahren fertig sein soll, zentralisiert das Schweizer Unternehmen die internationale und nationale Vertriebs- sowie Teile der Produktionslogistik. Dafür investiert sie einen hohen zweistelligen Millionenbetrag, der um einiges geringer ausfallen könnte, wenn die AG nicht besondere Ansprüche an Nachhaltigkeitsstandards und Klimaneutralität hätte.

„Bauen kann man auch im Einklang mit Mensch und Natur. Dafür setzt das Logistikzentrum in Gmünd neue Maßstäbe, auf die wir gemeinsam stolz sind“, resümiert Mayer. Der Verwaltungsrat des Unternehmens steht fest hinter der Investition. „Wir freuen uns, dass es jetzt losgehen kann“, führt Dr. Andreas Jäschke, Vizepräsident des Gremiums, aus. „Schwäbisch Gmünd ist unser wichtigster Standort. Deshalb war klar, dass wir hier investieren wollen – und dass es auch ein bisschen mehr kosten darf.“

Nur 20 Prozent der mehr als sieben Hektar des entstehenden Weleda-Campus werden bebaut. Statt eines großen Gebäudes, wie bei Logistikzentren üblich, sollen kleinere Einheiten mit Freiräumen und räumlichen Verbindungen entstehen. Die Außenverkleidungen sind aus Holz, zum Klimaschutz tragen natürliche Baumaterialien wie Glas, Holz und Stampflehm bei. Die Außenbereiche sollen naturnah und biodivers mit Sträuchern, Hecken und Heiden gestaltet werden. Obergeschoss und Dach entstehen in leichter Holzbauweise. Weleda strebt mit dem Neubau eine Zertifizierung nach DGNB-Platin an, der höchsten Bewertungsstufe der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB). Geothermie und eigene Photovoltaik-Anlagen sollen die Räumlichkeiten heizen und befeuchten. „Das Gelände soll nach dem Bau mindestens so biodivers wie zuvor“, unterstreicht Jäschke.

Auch für den Standort Schwäbisch Gmünd ist die Investition ein Gewinn, erklärt Gerhard Hackner, Leiter des Amts für Stadtentwicklung, beim Spatenstich. „Der Neubau ist ein Projekt mit Modellcharakter. Die Weleda ist ein wichtiges Unternehmen für den Standort. Wir wollen sie deshalb nachhaltig unterstützen.“ Man habe der Firma mehrere Gelände angeboten, in der Ost- und in der Weststadt sowie auf dem Gügling. „Die Suche nach einem Grundstück war alles andere als einfach“, erklärt Mayer. „Wir sind sehr glücklich, dieses gefunden zu haben.“

Der neue Logistik-Campus besteht nach Fertigstellung aus einem Verwaltungsgebäude mit Büros und Sozialräumen, einem Zwischenbau mit Pausenraum, Entsorgungseinrichtungen, Lager- und Arbeitsraum sowie einem Funktionsgebäude, das allen Arbeitsschritten von Wareneingang bis Warenausgang Platz bietet. Ein Hochregallager mit einer Regalanlage aus Holz für die Lagerung von Paletten ergänzt den Komplex. Bis zum 31. Dezember 2023 sollen die neuen Gebäude bezogen sein.

Besonders in den Mittelpunkt stellt das Unternehmen auch seine Mitarbeitenden, die auch – statt des Managements – den symbolisch den Spaten schwangen. „Damit verbunden ist auch ein Dank an das Engagement unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, erklärt Mayer.

Wir haben jahrelang diesen Bau hingearbeitet."

Alois Mayer, Geschäftsführung Weleda AG
  • Zahlen, Daten und Fakten zum Neubau
  • Das Areal ist 72 000 Quadratmeter groß, die Gebäudegrundfläche beträgt lediglich 8300 Quadratmeter. Nur rund 20 Prozent des Grundstückes werden also überbaut.
  • Das Hochregallager hat eine Kapazität von rund 17 200 Paletten, das Holzregal ist 30 Meter hoch.
  • Neben 62 überdachten Parkplätze, sind 30 Fahrradstellplätze, davon die Hälfte mit e-Ladestationen, vorgesehen. Als Architekt zeichnet die Michelgroup GmbH aus Ulm verantwortlich, für die Landschaftsarchitektur das Büro Hink aus Schwaigern, für die Nachhaltigkeitsplanung die Transsolar Energietechnik GmbH aus Stuttgart.
  • Bis Dezember 2023 sollen alle Gebäude bezogen sein.
So soll das Logisitkzentrum einmal aussehen, im Bild die Front des Verwaltungsgebäudes.

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