Handel ohne 3G und die Reaktionen: „Das war längst überfällig“

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Die Maske bleibt, der 3G-Nachweis entfällt: Ostergeschenke besorgen wird unkomplizierter im Vergleich mit dem zurückliegenden Weihnachtseinkauf.
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Die Erleichterung ist groß: Was Einzelhändler in Gmünd zur Streichung der 3G-Regel sagen.

Schwäbisch Gmünd. „Ich habe mich sehr gefreut, als ich das gelesen habe“, sagt Martin Röttele, der Chef des gleichnamigen Modehauses in Gmünd. Eine Eilmeldung vom Einzelhandelsverband brachte um die Mittagszeit die Nachricht auf sein Handy, dass in Baden-Württemberg die 3G-Regel für den Handel fällt. „Es ist endlich ein Schritt hin zur Normalität, zu hoffentlich besseren Zeiten.“ 

Ein Gefühl der Erleichterung – das hört man bei vielen Gmünder Geschäftsinhabern aus ihren  Reaktionen heraus. Um gleich überschwänglich zu sein, haben einige aber offenbar zu viel Schwieriges erlebt in zwei Jahren Corona-Zeit. „Mal schauen, was kommt“, sagt Stephan Wahl, der Geschäftsführer des Modehauses Dieterich. „Das war längst überfällig“, findet Joachim Sorg, Inhaber des Sportgeschäfts Outdoor-Zeit. „Es kann nicht sein, wenn im Supermarkt 30 Leute ohne 3G zusammen sind – und in Läden, die zehn bis fünfzehn Kunden am Tag haben, ist es anders.“

Martin Röttele ist sich sicher, dass Kolleginnen und Kollegen zu den nun beschlossenen Lockerung beigetragen haben. „Der Einzelhandelsverband hat sich sehr dafür eingesetzt“, sagt er. In der vergangenen Woche habe es ein Gespräch mit Ministerpräsident Winfried Kretschmann gegeben, erzählt Simone Klaus, Geschäftsführerin des Gmünder HGV. „Und was die Händler da geschildert haben, das hat den Ministerpräsidenten offenbar beeindruckt.“

Mehr Kunden, besser fürs Geschäft, das sind die Hoffnungen. „Mehr Frequenz in der Stadt“, wünscht sich Stephan Wahl. Martin Röttele ist guter Dinge: „Es war eine Hemmschwelle, die fällt jetzt weg. Das führt zu deutlich entspannterem Einkaufen.“ Röttele und seine Kollegen sparen Personal, die Kunden sparen Zeit. „Die Kontrollen haben zu Verzögerungen geführt“, sagt er. Machbar seien es gewesen, vor allem wegen der Kunden selbst. „Fast alle sind schon mit gezückten Handys gekommen, wir hatten eigentlich nie Stress“, erzählt Röttele. 

Simone Klaus ist jetzt optimistisch. „Wir sind alle müde, wir haben alle die Nase voll. Aber das gibt  Mut und Aufwind und die Hoffnung, dass jetzt alles besser wird.“  Dass Joachim Sorg die Änderung nicht zu euphorisch begrüßt, liegt wohl auch an seinen Erfahrungen mit "Corona-Soforthilfe-Versprechen" vom Staat: " Wir müssen nach vollmundigen Versprechungen und nachträglicher Änderung der Bedingungen komplett zurückzahlen, während die Großen mit Kurzarbeitergeld Dividende ausbezahlen. Ich habe das Geld nicht verbraten, ich habe es gebraucht, um zu überleben.“

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