Hansdampf in allen Gassen mit einem ganz großen Herzen

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Oberbürmeister Richard Arnold überreichte Albert Scherrenbacher die Urkunde mit der Ehrenbürgerwürde der Stadt Schwäbisch Gmünd.
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Der Straßdorfer Metzgermeister Albert Scherrenbacher wurde für sein überaus großes Engagement zum Ehrenbürger ernannt.

Schwäbisch Gmünd

Bekannt wie ein bunter Hund, so bezeichnete Oberbürgermeister Richard Arnold den Straßdorfer Multifunktionär Albert Scherrenbacher am Montagabend im Stadtgarten. Dort verlieh er Scherrenbacher die Ehrenbürgerwürde der Stadt Schwäbisch Gmünd - ein Titel, den erst 20 Menschen bekommen haben, der letzte vor 40 Jahren. Die Reden zu dieser Auszeichnung zeigten, mit welchen Talenten der Metzgermeister und Ehrenamtler sich diese Ehrung verdient hat: Fleiß, Selbstdisziplin, Humor und ein ganz großes Herz. Am Ende der Feier versprach Scherrenbacher den geladenen Gästen: „Ich bleibe euer Albert.“

Arnold schilderte das ungeheuer vielfältige Engagement Scherrenbachers, der mit grade mal 15 Jahren in der elterlichen Metzgerei in Straßdorf einsteigen musste, nachdem sein Vater durch einen Unfall unerwartet gestorben war. Er beschrieb, wie Scherrenbacher das Unternehmen im Lauf der Jahrzehnte ausgebaut hat. Und er lobte das „unglaublich große öffentliche Engagement Scherrenbachers. Er hat den Handels- und Gewerbeverein in Straßdorf gegründet, hat das Seifenkistenrennen am Straßdorfer Berg wieder erweckt, war viele Jahre „Macher“ der Gmender Fasnet, wirkte im Kirchengemeinderat, brachte sich im Ortschafts- und im Gemeinderat ein. Der heute über 80-jährige Scherrenbacher gehört mehr als 60 Vereinen an, er unterstützte Menschen in Armenien oder Afrika ebenso wie behinderte Menschen in seiner Heimat.

Zuversicht und Lebensfreude

Scherrenbachers Engagement gehe weit Gmünd und sogar über Europa hinaus, sagte auch Landrat Dr. Joachim Bläse. Dieses Wirken sei das Gegenbeispiel zu Eigenschaften, die gerade in der Corona-Zeit bei so vielen deutlich hervortreten: Ich-Bezogenheit, Distanz zu Schwächeren, Anspruchsdenken. „Da sagt einer: Das ist mir nicht egal“, schilderte Bläse Scherrenbacher. Zudem, so der Landrat, sei das Auftreten dieses Straßdorfers geprägt von Zuversicht und Lebensfreude.

Als einmalig bezeichnete der Straßdorfer Ortsvorsteher Werner Nußbaum Albert Scherrenbachers Empathie und soziales Gewissen. Mit Weitblick habe er die Entwicklung des Dorfes mitgestaltet, sei dabei als „Hansdampf in allen Gassen“ immer nah bei den Menschen gewesen. Dementsprechend seien nun die Straßdorfer stolz darauf, dass ihr Mitbürger die Ehrenbürgerwürde der Stadt Schwäbisch Gmünd erhalten hat.

Christian Mayer berichtete als Vertreter der Fleischerinnung Ostwürttemberg, wie sehr sich Albert Scherrenbacher stets für dieses Handwerk eingesetzt habe. Gerade die Ausbildung des Nachwuchses sei ihm immer ein Anliegen gewesen. Für 60 Jahre als Metzgermeister werde Scherrenbacher in diesem Jahr noch mit dem diamantenen Meisterbrief ausgezeichnet.

Großer Rosenstrauß

Den Glückwunsch aller Straßdorfer Vereine überbrachte Edmund Wagenblast vom TV Straßdorf. „Albert war die Mutter Teresa von Straßdorf“, beschrieb er die vielfältige Hilfsbereitschaft Scherrenbachers. Er erinnerte daran, dass der junge Albert ein leidenschaftlicher Fußballer gewesen sei, bis ihm die Arbeit dazu keine Zeit mehr gelassen habe. Und dass er noch heute in der Gaststätte der Familie täglich im Einsatz sei.

Die Ehrenbürgerwürde sei eine große Auszeichnung für einen kleinen Metzgermeister, stellte Albert Scherrenbacher in seinen Dankesworten fest. Er erzählte Anekdoten aus fast 70 Berufsjahren und fünf Jahrzehnten im Ehrenamt. Sein Lieblingsverein, bekannte er, sei die Gmender Fasnet. Und wie schon viele seiner Vorredner betonte auch er, dass er dies alles ohne die stete Unterstützung seiner Frau Christel nicht hätte leisten können. Sie habe ihm immer den Rücken freigehalten. Dafür dankte er ihr mit einem großen Strauß roter Rosen.

Die Auszeichnung wurde musikalisch umrahmt von Lea (Geige) und Amelie Hann (Piano).

Da sagt einer: Das ist mir nicht egal.“

Landrat Dr. Joachim Bläse, über Albert Scherrenbacher

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