Hauch von Agatha Christie im Parler

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Konzert im Parler-Gymnasium

Theater AG zeigt „Und dann gab's keines mehr“ in der Schulmensa mit überzeugenden schauspielerischen Leistung und einwandfrei funktionierendem Technik-Team.

Schwäbisch Gmünd

Trotz der kurzen Probezeit von nur drei Wochen, ist es der Theater AG des Parler-Gymnasiums gelungen, ein spannendes und authentisches Theaterstück auf der Bühne darzubieten. Die Mensa wurde zu Strandhaus und Insel. Die Schauspieler zu kaltblütigen Mördern und zu grausam ermordeten Opfern.

Die zehn Schüler fesselten ihre Zuschauer durch ihr Können. Trotz der reduzierten Kulisse erweckte die Darbietung durch Sound- und Lichteffekte wie Meeresrauschen und Möwengeschrei das Gefühl, mitten im Geschehen dabei zu sein.

Durch schauspielerisches Geschick ist es den Mitgliedern der AG gelungen, ihren Rollen Leben einzuhauchen. Nur durch die Darstellung allein, wird klar, wer alt oder jung ist. Die Eigenschaften der gespielten Charaktere sind eindeutig zu erkennen, auch wenn man den dargebotenen Krimi von Agatha Christi vorher noch nicht kannte.

Was bedeutet Schuld?

Gezeigt wurden in den drei Akten die letzten Stunden der ahnungslosen Gäste von N.O.B. Oddey vor ihrer Ermordung. Die drei Sommertage brachten auch die Besucher der Mensa, in der das ganze Theater stattfand, ins Schwitzen. Die Atmosphäre war geprägt von Fragen wie: “Wer ist Mr. Nobody?“, “Was bedeutet Schuld?“, “Wie gehen Menschen mit der Konfrontation ihrer Taten um?“ sowie “Wird am Ende jemand überleben?“

Die Hausmädchen, die in schwesterlichem Clinch liegenden Mary Rogers und Ethel Rogers, wurden statusgerecht von Holli Weiblen und Saskia Leutner verkörpert, die sich bis zu ihrem Ableben um die Gäste kümmerten. Trotz ihrer Flirtaffäre sorgt die naive Sekretärin der Gastgeber Vera Claythorne, passend verkörpert von Caroline Burkhardt, für einen angenehmen Aufenthalt. Selbst als die Situation sich zuspitzt und immer gefährlicher wird, ist der Playboy Philip Lombard, gespielt durch Neel Becker, noch zu einem Flirt bereit. Die Rolle der übermütigen Autonärrin Juli Marston wird überzeugend, aber kurz, da sie das erste Todesopfer ist, von Jule Stemmler dargestellt. Als zittrige, nervöse Nervenärztin und Ex-Alkoholikerin Dr. Armstrong tritt Neele Krieger mit glaubwürdigem Gestenspiel auf. In der Doppelrolle für General Mackenzie und dem Bootsmann Fred Narracote steht Benedikt Winker emotionsgeladen und authentisch auf der Bühne. Nach dem Scheitern seiner Ehe und dem Mord an dem Liebhaber, erwartet er, militärisch gefasst, das Ende. Emily Brent, die puritanische Frömmlerin, die ihr schwangeres Dienstmädchen in den Tod trieb, wird ausdrucksstark in ihrer kalten Selbstgerechtigkeit von Tabea Krug gespielt. Sabeth Stemmler gibt die scharfsinnige Detektivin und Ex-Kriminale Sarah Margaret Blore, die bis zu ihrem Tod der Identität von Mr. N.B.O. auf der Spur bleibt, aber dennoch in seine Falle tappt. Die zynische, von ihrer Gerechtigkeitssucht besessene Richterin Lady Laura Wargrave, mustergültig gespielt von Valentina Hirner, sorgte mit ihrer skrupellosen Überlegenheit für Konfliktpotenzial. Sie entpuppt sich als wahnsinnige Mörderin und Mr. N.O.B. Oddey. Als dessen mysteriöse Stimme sorgt David Rossak für Spannung und Irritation.

Das Stück, das in wenigen Wochen unter Coronabedingungen auf die Beine gestellt wurde, bedeutete zwei Stunden lang innere Aufruhr durch die Konflikte und Lebenslügen der Personen zum Thema Recht und Unrecht.

Im Rahmen des in der Schulmensa Möglichen wurde die Aufführung durch das Technik- Team, bestehend aus Linus Zehnder, Hannes Kolb, Paul Stifani und Philip Beyn, professionell betreut.

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