Heiligabendansprache auf dem Münsterplatz

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Fotos: Tom

 Dekanin Ursula Richter und Dekan Robert Kloker sprachen den Gläubigen in Schwäbisch Gmünd an Weihnachten Mut zu. 

Schwäbisch Gmünd. In diesem Jahr ist nichts wie gewohnt. Die Corona-Pandemie machte liebgewordenen Traditionen, Feierlichkeiten und Veranstaltungen einen Strich durch die Rechnung. Schutzmaske statt Küsschen, Abstand statt Umarmung sind die Vorgaben. Doch Corona hat auch ihr Gutes. Denn die Ökumene in Schwäbisch Gmünd lebt in diesem Jahr besonders auf. Symbolisch hierfür konnte die Heiligabendansprache genommen werden.

Seite an Seite schritten Dekanin Ursula Richter und Dekan Robert Kloker über den Münsterplatz. Und Seite an Seite standen zweimal 200 Gläubige bei beiden Gottesdiensten – mit viel Sicherheitsabstand und Nasen-Mund-Schutzmaske auf dem Platz, um die frohe Botschaft zu hören. Denn beide weihnachtlichen Veranstaltungen waren gut besucht. Unter strengen Hygienemaßnahmen, mit ausgetüfteltem Hygienekonzept. Dafür garantierten Pfarrer Reiner Kaupp für die evangelische Kirche und Ingrid Pfeiffer für die katholische Kirche mit ihrem achtköpfigen Team. Da der Besuch nur mit Anmeldung möglich war, standen an den Zugängen zum Münsterplatz unter anderem Ingrid Hintz und Joachim Stehle. Sie kontrollierten den Einlass. "Ich finde diese Ansprachen schön, das muss einfach sein", begründeten sie ihren ehrenamtlichen Dienst.

Auf der Bühne sorgten Joachim Hilse, Thimo Sedlaczek, Michael Peuse und Max Bentz mit ihren Instrumenten für weihnachtliche Stimmung. Und waren so wie auch Kirchenmusikdirektor Stephan Beck und Kantor Thomas Brückmann die Garanten dafür, dass der musikalische Rahmen eine Stimmung erzeugte, die es warm ums Herz werden ließ. Auch wenn es immer wieder Regentropfen von oben gab.

Nicht minder große Ausstrahlung hatte der Christbaum neben der Bühne. Dekan Kloker berichtete, dass es seit langen Jahren wieder einmal der erste Christbaum auf dem Platz sei. Worauf er mehrfach dankbar angesprochen worden sei. Und auf der Bühne selbst fehlten auch Maria, Josef und das Jesuskind nicht. Sie wurden kurzerhand von St. Franziskus auf den Münsterplatz und die Bühne umquartiert. Und so wurde erneut, nach Pfingsten mit seinem roten Band, dem Kreidestrich im März oder auch dem gemeinsamen Gottesdienst am Karfreitag, ein großes Zeichen der Ökumene von beiden Dekanen ausgesandt. Dass die Gläubigen dankbar aufnahmen.

"Wir haben versucht den Münsterplatz weihnachtlich zu gestalten", beschrieb Dekan Kloker. Das war gelungen. Und es fehlte auch nicht das Friedenslicht aus Bethlehem, das am 13. Dezember in der Stauferstadt von den Pfadfindern entgegengenommen wurde. "Wir haben trotz Abstand wegen der Pandemie die Ökumene nähergebracht", freute sich Dekanin Richter. "Wir teilen so viel gemeinsam. Etwa die Sehnsucht nach Licht, nach Leben und menschlicher Wärme", beschrieb sie die Gemeinsamkeit aller Christen. "Und auch von Andersdenkenden." Von der göttlichen Wärme werde jeder angezogen, war sie sich sicher. "Lassen sie sich wärmen", lud sie ein.

Mit "vertrauten Worten" aus der Einheitsübersetzung wurde die Weihnachtsgeschichte wiedergegeben. "Die Geburt eines Kindes ist etwas fürs Herz", verdeutlichte Dekan Kloker. Ein Neugeborenes sei ein "Hoffnungszeichen" dafür, dass das Leben weitergehe. Und nicht nur dem Säugling tue die Nähe der Erwachsenen gut. Auch den Erwachsenen, die ein neues Leben in den Armen halten. Wie verletzlich das Leben sei, habe sich im Lockdown gezeigt. Die Pandemie habe viele Opfer gefordert – und fordere sie noch. Die Pandemie habe alles Selbstverständliche durcheinandergebracht. Diese Verletzlichkeit zeige sich auch im erwachsenen Leben von Jesus. "Es gab nicht nur Begeisterung, er hat Menschen gegen sich aufgebracht", erinnerte Kloker.

Dekanin Richter ging auf die Augen ein, denen zu Zeiten von Schutzmasken eine ganz besondere Bedeutung zukomme. Da man nicht mehr das ganze Gesicht sehe. "In den Augen haben wir zu lesen gelernt", stellte sie fest. "Wir erkennen, ob sie unpersönlich, interessiert oder freundlich und wohlwollend schauen, ja, uns gar anlächeln. Die Augensterne." Und die Dekanin erinnerte an die Augen Gottes, der mit Wohlgefallen auf dieses besondere Kind blickt und Kraft gibt, den bösen Gewalten Stand zu halten, die es bedrohen. Der Stern des Heilands."

Fotos: Tom
Fotos: Tom
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