Heime wollen die Hilfe der Bundeswehr

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Landrat erkennt Bedarf in dreiviertel der Einrichtungen im Kreis. Stabilisierung im Heim Wetzgauer Berg.

Schwäbisch Gmünd. Das Seniorenzentrum Wetzgauer Berg verzeichnete am Freitag den bislang größten Corona-Ausbruch in einem Seniorenheim im Kreis. Wie Landrat Joachim Bläse am Sonntag auf Nachfrage mitteilt, sei die Lage mittlerweile stabil, es gebe keine neuen Erkrankungen und immer mehr Infizierte würden genesen. Insgesamt seien 53 Bewohner und 24 Mitarbeiter nicht mehr in Quarantäne. Dennoch: 92 Bewohner und 41 Mitarbeiter haben sich seit Ende Dezember mit dem Coronavirus angesteckt, 13 Menschen sind verstorben. "Das ist schon ein brutales Ereignis und in der Gesamtzahl heftig", sagt Bläse. Der Landrat attestiert der Heimleitung trotz allem "richtig gute Arbeit", sie habe die Situation im Griff. Als aktive Fälle meldete das Landratsamt am Sonntag 26 Bewohner und 17 Mitarbeiter, die sich in Quarantäne befinden. Rückblick: Antigen-Schnelltests von Mitarbeitern und Bewohnern in dem Seniorenheim hatten Ende vergangenen Jahres vermehrt positive Ergebnisse gezeigt. Das Senioren-Zentrum habe danach Schutzmaßnahmen ergriffen. Positiv getestete Mitarbeiter seien in Quarantäne, positiv getestete Bewohner in ihren Zimmern in Quarantäne. Pfleger trügen Schutzausrüstung, alle Mitarbeiter FFP-2-Masken. "Wegen des auffällig hohen Infektionsgeschehens werden Proben durch das Landesgesundheitsamt sequenziert, um zu prüfen, ob eine Mutante des SARS-CoV-2-Virus vorliegt", sagte ein Sprecher der Einrichtung gegenüber der Gmünder Tagespost am Freitag. Das bestätigt Landrat Bläse: "Wir wollen wissen, warum es trotz richtig guter Maßnahmen immer wieder neue Fälle gab."

Hilfe für alle Heime im Kreis

Die in einigen Medien kursierende Meldung, dass er die Bundeswehr speziell zur Unterstützung dieses Heimes um Hilfe gebeten habe, kann Bläse nicht bestätigen. Klar sei aber, dass das Personal wegen der vielen Test, die in allen Heimen gemacht werden müssten, "auf dem Zahnfleisch" daherkomme. Er habe sich gefragt: "Schultern die das personell?". Eine Umfrage bei den Seniorenheimen im Ostalbkreis habe ergeben, dass dreiviertel der Einrichtungen durchaus Bedarf an Hilfe durch die Bundeswehr haben. Die Soldaten sollen vor allem bei den Antigen-Schnelltests eingesetzt werden, wofür sie im Vorfeld vom DRK geschult würden. Diesen Hilfsantrag wolle Bläse am Montag mit dem Kreiskommando der Bundeswehr besprechen.

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