Heimische Stauden pflanzen und Beete häufig hacken

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Wer seinen Garten naturnah gestaltet, kommt laut Naturschutzbund mit weniger Gießwasser zurecht. Gärtner setzen auf gezielte Tropfbewässerung.

Schwäbisch Gmünd

Wer einen Garten hat, Blumen oder Gemüse anpflanzt, muss in diesen Tagen viel gießen, denn zu wenig Regen und hohe Temperaturen machen sich auch im Privatgarten bemerkbar. Mit einigen Tipps können Hobbygärtner aber gut durch den Restsommer kommen.

Tipp 1: Sinnvoll gießen. Morgens und abends gießen ist besser als am Mittag, rät Thomas Gruber, Inhaber der gleichnamigen Gärtnerei in Lautern. Dann gelange das Wasser besser in den Boden und die Pflanze verbrenne nicht. Er empfiehlt auch Hobbygärtnern eine Tropfbewässerung - ein Schlauch mit Löchern, mit dem das Wasser dosiert und regelmäßig in kleinen Mengen an die Pflanzen abgegeben werden kann. Das sei eine einmalige Anschaffung, spare aber viel Wasser im Vergleich zur Gießkanne, sagt er.

„Damit nicht so viel wertvolles Trinkwasser zum Gießen verbraucht wird, sollte jeder prüfen, ob Regentonnen oder andere Sammelbehälter aufgestellt werden können“, sagt Aniela Arnold, Gartenexpertin beim Naturschutzbund Deutschland (Nabu). „Am besten nutzt man geschlossene Regenbehälter mit einem Wasserhahn. So können kleine Tiere nicht hineinfallen und ertrinken oder Mücken das Wasser als Brutstätte nutzen“, ergänzt Aniela Arnold.

Tipp 2: hacken und mulchen. „Beim Hacken werden die Kapillaren im Boden unterbrochen. Diese kleinsten Poren leiten Wasser aus tieferen Bodenschichten nach oben, wo es verdunstet. Unterbricht man den Mechanismus, wird Wasser im Boden zurückgehalten“, sagt die Gartenexpertin. „Am besten nach dem Gießen alle Beete einmal oberflächlich durchhacken.“ Dabei ließen sich auch gleich unerwünschte Wildkräuter entfernen. Bei Trockenheit sollte der freie Boden zwischen den Pflanzen eine Mulchdecke erhalten. Sie kann zum Beispiel aus trockenem Rasenschnitt, Laub oder Gemüseresten bestehen. Aniela Arnold: „Der Mulch hält den Boden schön feucht und versorgt die Beete zudem mit Nährstoffen, über die sich auch die Regenwürmer freuen.“

Tipp 3: Rasen weniger mähen oder eine Wildblumenwiese anlegen. Ein Rasen, der häufig mit dem Mähroboter kurz gehalten wird, trockne viel schneller aus und müsse ständig gewässert werden, um grün zu bleiben, sagt Armin Dammenmiller, Vorsitzender des Gmünder Nabu-Ortsvereins. Wer seinen Rasen länger wachsen lasse und Wildkräuter im Grün dulde, brauche Trockenheit viel weniger zu fürchten. Eine Wildblumenwiese mit heimischen Pflanzen komme sogar ganz ohne künstliche Bewässerung aus.

Tipp 4: Mikroklima verbessern. Eine Hecke aus heimischen Gehölzen hält Wind ab und spendet Schatten, beschreibt es der Nabu. So geschützt verlieren die Pflanzen hinter der Hecke weniger Wasser durch Verdunstung. „Abschreckend sind die Schottergärten, in denen Sträucher oder Bäume eingepflanzt sind, die obendrein nicht günstig für den Standort gewählt sind“, ärgert sich Dammenmiller. Wasser statt Schotter: Wer Platz hat, kann laut Nabu einen Teich im Garten anlegen. Dieser verdunstet Wasser und kühlt so seine Umgebung. In einem Naturteich ohne Fische kämen oft Libellenlarven oder Molche vor, die Mückenlarven fressen und die Population so in Schach halten.

Tipp 5: Auf heimische Pflanzen setzen. Viele Pflanzen von weit her, wie Hortensien oder Rhododendren, brauchen laut Nabu regelmäßig Wasser. „Wer seinen Garten naturverträglich gestaltet, kann den Bedarf an Wasser reduzieren“, rät Dammenmiller. Heimische Gehölze und Stauden passten meist besser zum eigenen Boden und Klima und würden gern von heimischen Insekten als Nahrungsquelle genutzt. Dazu gehören etwa Feldahorn, Natternkopf, Dost oder Wiesensalbei.

Tipp 6: Beete gut vorbereiten. „Paprika mögen's warm“, erklärt Thomas Gruber. Aber auch Gurken, Tomaten und Bohnen können im eigenen Garten gut wachsen. Der Gärtner empfiehlt ein Dächle überm Beet, „damit auch für Schatten gesorgt ist“. Für Salat und Kohlarten rät er zu Netzen, die übers Gemüse gespannt werden, um Schädlinge fern zu halten. Zusätzlich zur Tropfbewässerung besprüht er seine Pflanzen im Gewächshaus regelmäßig mit Wasser, um die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen. „Tomaten mögen's zwar warm“, erklärt er. Aber zu trocken dürfe es auch nicht sein.

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