Heiß auf Gmünds Weihnachtsmarkt

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Georg-Erich Löwenthal Elchbar
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Nach der langen Zwangspause wünschen sich viele Schausteller ein Stück Normalität zurück. Georg-Erich Löwenthal freut sich auf seine Elchbar im Gmünder Weihnachtsdorf.

Schwäbisch Gmünd

Die bunten Glühbirnen blieben 2020 dunkel, die Elchbar verließ den Lagerschuppen des Essinger Familienbetriebes nicht in Richtung Gmünder Weihnachtsmarkt. Dieses Jahr soll's anders werden. Das hofft Georg-Erich Löwenthal inständig, denn die Schausteller habe es aufgrund der Corona-Pandemie und dem damit einhergehenden „Berufsverbot“ in den vergangenen zwei Jahren schwer getroffen. Ein Gespräch über heiße Getränke, strenge Regeln und ein ödes Jahr für Schausteller.

Schmeckt der Glühwein dieses Jahr nach langer Pause besonders gut?

Georg-Erich Löwenthal: Das hoffe ich sehr. Wir wünschen uns, dass unsere Gäste dieses Jahr wieder nett beieinander stehen und anstoßen dürfen, dass wir ein Stück Normalität zurück bekommen. Dazu gehört der Gmünder Weihnachtsmarkt, dazu gehören die Elchbar, Glühwein und andere Leckereien. Neu in diesem Jahr ist bei uns ein heißes Ingwer-Orangen-Getränk mit Alkohol, das wir den Gästen anbieten werden.

Im Angebot sind aber auch viele Hygiene-Auflagen, die sie einhalten müssen.

Das stimmt. Es wird eine Herausforderung für alle. Wir werden mehr Leute an unseren vier Marktständen einstellen, die kontrollieren, ob die Gäste sich an die 3-G-Regel halten, sich über die Luca-App anmelden und ein Bändele tragen (siehe Infokasten). Wir werden die Stehtische regelmäßig desinfizieren und Spuckschutz-Scheiben installieren. Unsere Mitarbeiter sind zudem alle gegen Corona geimpft. Wir nehmen dies alles in Kauf und freuen uns einfach nur, dass es dieses Jahr wieder einen Weihnachtsmarkt geben soll. Unser Team steht bereit, wir wollen über 150 Prozent geben.

Dieses Jahr 150 Prozent, im vergangenen Jahr 0 Prozent? Wie haben Sie als Schausteller-Betrieb das Coronajahr überbrückt?

Wir mussten schauen, wo wir bleiben. Corona hat uns von jetzt auf gleich den Boden unter den Füßen weggezogen. Unsere Firma hat zwar finanzielle Überbrückungshilfe vom Staat erhalten. Das Geld hätte ich aber lieber zurückgezahlt und dafür meinen Beruf ausgeübt. Es reichte natürlich auch nicht, um sich und den Betrieb über Wasser zu halten. Fünf unserer Mitarbeiter mussten wir in Kurzarbeit schicken, zwei weitere Mitarbeiter haben wir mit in die Schweiz genommen und dort den Sommer über eine Strandbar am Thunersee betrieben. Damit kann man aber keinen Betrieb aufrecht erhalten. Drei Mitarbeiter haben wir in der Zeit verloren, weil sie sich etwas anderes suchten. Und dann kam irgendwann auch noch die große Langeweile....

Es wird eine Herausforderung für alle.“

Georg-Erich Löwenthal, Schausteller

Wie sah Ihr Alltag im Coronajahr aus?

Wir haben viel renoviert, die Hütten für die Märkte instand gesetzt, Schriftliches erledigt. Aber irgendwann war alles getan und die negativen Gedanken mehrten sich. Wir haben aber den Glauben nicht verloren und gehofft, dass die bunten Birnen auch wieder angehen. Robert Frank von der Touristik und Marketing GmbH in Gmünd war einer derjenigen, der immer mal wieder bei uns angerufen und sich erkundigt hat, wie es uns geht. Das schätze ich sehr. Und auch deshalb freuen wir uns, dass wir beim Gmünder Weihnachtsmarkt vertreten sein werden.

Und wenn der Weihnachtsmarkt kurzfristig abgesagt werden muss wegen steigender Coronazahlen?

Das wäre schlimm. Wir müssen als Schausteller in finanzielle Vorleistung gehen, um den Marktbetrieb hochfahren zu können, müssen Ware bestellen, Holz, brauchen Lieferfahrzeuge und Mitarbeiter. Da kommen schnell 20 000 bis 30 000 Euro zusammen. Wir wollen das jetzt durchziehen.

Was wünschen Sie sich?

Ich wünsche mir ein Stück Normalität zurück, dass die Pandemie ein Ende hat. Dass unsere Gäste sich bei uns wohlfühlen und dass wir wieder arbeiten dürfen. Das wäre auch wichtig für unser Selbstwertgefühl.

  • Die Regeln für den Weihnachtsmarkt
  • Stand jetzt wird das Gmünder Weihnachtsdorf nicht umzäunt. Wer belegen kann, dass er oder sie geimpft, genesen oder getestet ist, bekommt farbige Bändele fürs Handgelenk - unter anderem im Gmünder i-Punkt und im Bürgerbüro, aber auch an Kontrollstellen an den Eingängen zum Markt. Wer einen solchen Bändel vorweisen kann, darf an den Ständen auf dem Weihnachtsmarkt Speisen und Getränke konsumieren. Auch eine Kontakt-Nachverfolgung ist vorgesehen. Wer sich kein Bändele besorgt, darf ebenfalls auf das Marktgelände, allerdings nur zum Einkaufen. Ob es im November neue Vorgaben des Sozialministeriums geben wird, kann Stadtsprecher Markus Herrmann nicht sagen. Das hänge von den aktuellen Coronazahlen ab und davon, ob beispielsweise die Warnstufe im Land gelte. Dann gibt's besonders für Ungeimpfte strengere Regeln.

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