Heiß, heißer, Gmünd 2020 – das drittwärmste Jahr seit 1881

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Am Himmel über Schwäbisch Gmünd zeigte sich die Sonne im zurückliegenden Jahr 2020 deutlich häufiger als in den Vorjahren. Auch die Durchschnittstemperatur ist dem Wetterbeobachter Martin Klamt zufolge gestiegen.

Der Gmünder Wetterbeobachter Martin Klamt hat seine Daten aus dem Jahr 2020 ausgewertet. Sein Fazit: Die wissenschaftlichen Klimafakten seien "alarmierend".

Schwäbisch Gmünd

Das Jahr 2020 war ein außergewöhnliches Jahr. Nicht nur aufgrund der Corona-Pandemie. Sondern auch im Hinblick auf das Wetter in Schwäbisch Gmünd. Denn das zurückliegende Jahr sei "bei weit übernormaler Sonnenscheindauer extrem warm und deutlich zu trocken" gewesen, meint der Wetterbeobachter Martin Klamt. Nach Auswertung seiner gesammelten Daten konnte er festhalten, dass das Jahr 2020 mit einer Jahresmitteltemperatur von 10,96 Grad das drittwärmste Jahr seit Beginn flächendeckender Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881 war. Geringfügig wärmer seien in Schwäbisch Gmünd nur die Jahre 2014 und 2018 mit 11,15 und 11,25 Grad gewesen, erläutert Martin Klamt.

"Das sehr warme Jahr 2020 darf uns nicht kalt lassen", betont der Wetterbeobachter. Die wissenschaftlichen Klimafakten des Wetterdienstes seien "alarmierend" und der Klimaschutz wichtiger denn je. "Wir müssen jetzt handeln", fordert Martin Klamt. Denn seine Wetterdaten belegten, dass neun der zehn wärmsten Jahre im 21. Jahrhundert beobachtet worden waren, davon die sieben wärmsten Jahre in der zurückliegenden Dekade von 2011 bis 2020. "Diese Dekade war mit 10,6 Grad zugleich die mit großem Abstand wärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen", so Martin Klamt.

Weitere Wetterdaten: Das Jahr 2020 war sehr sonnenscheinreich und das siebte zu trockene Jahr in Folge. In der letzten Dekade von 2011 bis 2020 lag die Jahressumme des Niederschlags lediglich 2013 über dem langjährigen Mittelwert. Der Temperaturdurchschnitt in Schwäbisch Gmünd lag im Jahr 2020 mit 10,96 Grad um 2,2 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Gegenüber der Vergleichsperiode 1981 bis 2010 betrug die Abweichung nach oben 1,5 Grad.

In Schwäbisch Gmünd waren 2020 zehn Monate zu warm. Etwas zu kalt war nur der Mai, der Juni war ausgeglichen. Mehr als 2 Grad zu warm waren Januar, Februar, April sowie Juli, August und Dezember.

Im Jahr 2020 fielen in Gmünd insgesamt 799 Liter Niederschlag – das waren 83 Prozent der Norm. Sehr nass waren nur die Monate Februar und August. Deutlich zu trocken waren dagegen die Monate April, Mai, Juli und November. Insgesamt gab es im vergangenen Jahr 148 Niederschlagstage (2019 waren es 160), wobei der Februar mit sechs Starkniederschlagstagen an der Spitze lag. Den meisten Regen gab's am 30. August mit knapp 40 Litern. Schneefall beschränkte sich auf jeweils einen Tag in den drei Wintermonaten.

Das sehr warme Jahr 2020 darf uns nicht kalt lassen.

Martin Klamt, Wetterbeobachter

Die mittlere tägliche Höchsttemperatur in Schwäbisch Gmünd lag im Jahre 2020 bei 16,5 Grad und somit um 0,3 Grad höher als 2019. Die absolut höchste Temperatur (35,7 Grad) wurde am 21. August gemessen. Im vergangenen Jahr gab es 129 Frühlingstage (20 Grad und mehr). Sommertagen (25 Grad und mehr) waren es 72 Tage. Und heiße Tage (30 Grad und mehr) gab es 18 Mal. Die Zahl der Eistage (Maximum 0 Grad und tiefer) lag 2019 noch bei neun Tagen, 2020 fehlten Eistage wie bereits im Jahre 1974 gänzlich.

Die mittlere tägliche Tiefsttemperatur lag 2020 wie 2019 bei 5,7 Grad nach 6,4 Grad 2018. Die niedrigste Lufttemperatur wurde am 22. Januar mit -5,7 Grad gemessen. 2020 gab es 83 statt 90 Frosttage.

Rekorde im Juni und Februar

Die Sonne schien 2020 insgesamt 2051 Stunden lang, das waren 123 Prozent der Norm. Damit gab es das viert-sonnigste Jahr seit Beobachtungsbeginn in Schwäbisch Gmünd. Gleich zweimal gab es hierbei neue Rekorde – und zwar im Februar mit 163 und im Juni mit 301 Sonnenscheinstunden. Am längsten schien die Sonne am 24. Juni 2020 mit 15,2 Stunden.

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