Helfen will gelernt sein

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Im Franziskaner haben die 14 Absolventinnen und Absolventen ihren Sozialführerschein entgegengenommen.
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Was 14 Absolventinnen und Absolventen fürs ehrenamtliche Engagement aber auch fürs eigene Leben gelernt haben.

Schwäbisch Gmünd

Ehrenamtliches Engagement, davon profitiert nicht nur die Gesellschaft, sondern auch diejenigen, die sich engagieren. Vor allem dann, wenn Ehrenamtliche das Helfen lernen. Eine gute Möglichkeit ist der Sozialführerschein. Am Mittwoch nahmen 14 Absolventinnen und Absolventen nach einer halbjährigen Weiterbildung ihre Zertifikate im Franziskaner entgegen und waren sich alle einig, dass sie an den acht Abenden auch viel für sich gelernt haben. „Keine Minute bereut und auf jeden Fall zu empfehlen“, lautete der Tenor.

Diakon Hartmut Wohnus rief noch einmal die Inhalte in Erinnerung: Am zweiten Abend etwa ging es darum, die Menschen anderer Lebenswelten wahrzunehmen und ihnen zu begegnen. „Liebling – das Ei ist hart“ war ein weiterer Abend überschrieben, in dem es um wertschätzende Kommunikation ging. Bei „Wie sag ich’s meinem Nachbarn“ wurde gelernt, wie gutes und konstruktives Feedback aussieht. Wichtig sodann das Thema „Kleine Finger – ganze Hand“, wie man für sich im Ehrenamt sorgt. Einblick in die Praxis stand ebenfalls auf dem Programm: An zwei Abenden konnten die Teilnehmer Berichte aus der Praxis hören und sich inspirieren lassen, wo Engagement gefragt ist.

Auf eine derzeit sehr große Aufgabe wies Hausherr Dekan Robert Kloker hin: Flüchtlinge aus der Ukraine zu begleiten. Zum Glück seien viele Menschen bereit, Wohnraum zur Verfügung zu stellen, merkte er an. Die Einsatzmöglichkeiten sind darüber hinaus vielfältig: älteren Menschen und Menschen mit Handicap Zeit schenken; Familien, Arbeitslosen oder Überschuldeten bei der Bewältigung des Alltags helfen oder bei behördlichen Angelegenheiten unterstützen; mit Kindern spielen, basteln, Ausflüge oder Hausaufgaben machen; im Tafelladen mitarbeiten und vieles mehr.

Kommunikation ist wichtig

In einer Feedbackrunde, moderiert von Toni Lang, hoben die künftigen Ehrenamtlichen einen Inhalt des Sozialführerscheins besonders hervor, die Gesprächsführung: Gelernt habe man, wie wichtig gute Kommunikation ist und wie leicht Worte verletzend sein können. Viele Einsichten und Erkenntnisse werde man auch privat und im Freundeskreis nutzen können, ist man sich einig. Gelobt wurde außerdem, dass nicht nur Wissen vermittelt, sondern auch motiviert wurde.

Alles Gute fürs Engagement wünschte Sylvia Caspari, Geschäftsführerin des Diakonieverbands Ostalb, der zusammen mit der Caritas Ost-Württemberg, der Stiftung Haus Lindenhof, der evangelischen Kirchengemeinde Gmünd und der Katholischen Seelsorgeeinheit Gmünd-Mitte das Angebot zum 13. Mal auf die Beine gestellt hat. Das Bild des Brunnens im Kloster Maulbronn mit drei übereinanderliegenden Schalen übertrug sie auf die Teilnehmer: „Sie haben viel bekommen, ihnen ist viel zugeflossen.“ Nun gehe es darum, aus der gut gefüllten Schale wieder etwas rausfließen zu lassen: „Schenken Sie Zeit, hören sie zu, packen Sie an.“

Ein diakonischen Auftrag

Schnell werde man merken, dass vieles in Form von Dankbarkeit oder einem Lächeln wieder zurückkomme. Sie nannte es einen karitativen und diakonischen Auftrag Menschen zu helfen. „Gott hat die Schale reich gefüllt.“

Johannes Blaurock, Verbundleiter bei der Stiftung Haus Lindenhof, überreichte zusammen mit Angelika Schweizer von der Caritas die Zertifikate zusammen mit einem symbolischen Wellnesspaket – „wer ehrenamtlich tätig ist, sorgt auch für sich selbst“. Nach der knapp einstündigen Feierstunde eröffnete Steffen Müller von der Stiftung den inoffiziellen Teil der Feierstunde, die von dem Terzett Musica est ovest mit völkerverbindender Musik begleitet wurde.

"Schenken Sie Zeit, hören sie zu, packen Sie an.“

Sylvia Caspari,, Geschäftsführerin des Diakonieverbands Ostalb

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