Herlikofen ist der Notstrom-Lieferant

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Die Feuerwehren spielen eine zentrale Rolle bei einem Katastrophenfall.
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Evakuierung, Hochwasser, fehlendes Trinkwasser, Stromausfall: Wie sich Schwäbisch Gmünd auf Katastrophenfälle vorbereiten will.

Schwäbisch Gmünd

Wo kommt der Notstrom her, um bei einem Stromausfall die städtische IT am Laufen zu halten? Wie wäre Gmünd auf einen Waldbrand auf dem Kalten Feld vorbereitet? Was braucht die Großsporthalle, um im Fall einer Evakuierung als Notunterkunft viele Menschen beherbergen zu können? Wie können die Gmünder mit Trinkwasser versorgt werden, falls das Leitungsnetz ausfällt? Sind Rettungskräfte und Verwaltungsmitarbeiter gut geschult für einen Katastrophenfall? Welche Hallen oder ähnliche Gebäude stehen bei einem hundertjährigen Hochwasser noch auf dem Trockenen?

Es sind diese und viele andere Fragen, die Stadtverwaltung und Gmünder Feuerwehr nun nach und nach beantworten. Das Ziel ist ein „Für- und Vorsorgeplan für die Bürger der Stadt“, so nennt es Feuerwehrkommandant Uwe Schubert vor dem Verwaltungsausschuss des Gmünder Gemeinderats. Der Feuerwehrchef ist bei Katastrophenfällen der Chef des Gmünder „Führungsstabs“, in dem alle Blaulichtorganisationen koordiniert werden. Oberster Katastrophenschützer im Verwaltungsstab ist durch sein Amt der Gmünder Oberbürgermeister.

Nach dem Ende des Kalten Krieges war das Bewusstsein für Katastrophenschutz verblasst in Deutschland. Die Corona-Pandemie, die Flut im Ahrtal, der Krieg in Europa – diese Ereignisse hätten nun das Bewusstsein für Katastrophenschutz wieder gestärkt. Die CDU-Fraktion hatte im Dezember 2020 in einem Antrag vieles angeregt: unterm anderem das Erstellen einer Risikoanalyse für Gmünd und seine Stadtteile, die Überarbeitung von Krisenhandbüchern und ein Übungskonzept.

An vielen Fragen der Vorsorge wird inzwischen gearbeitet. Im Moment gibt es allerdings einen Ausbildungsstau, sowohl im Stab der Verwaltung als auch bei den Rettungsorganisationen, das mussten Uwe Schubert und Ordnungsamtschef Gerd Hägele einräumen. Gründe sind die Coronapandemie und die viele Arbeit rund um die Geflüchteten aus der Ukraine, von denen aktuell 743 in Gmünd registriert sind.

Die Arbeit am Detail wird noch eine Weile dauern. Klar ist: Das Ehrenamt scheint wichtiger denn je. Gerd Hägele: „Katastrophenschutz in Gmünd basiert zu 90 Prozent auf ehrenamtlichem Engagement, das sind Partner, die wir zwingend brauchen – die müssen wir unterstützen.“

Die Feuerwehrhäuser sollen, so Schubert, in Katastrophenfällen als Anlaufstelle in allen Stadtteilen dienen. Verschiedene Aufgaben sollen unter den Ortsfeuerwehren aufgeteilt werden. Wer den Strom für die Verwaltung zu liefern hätte, steht schon fest: „Wir haben derzeit ein Notstromaggregat in Herlikofen stehen - damit können wir die städtische IT am Leben erhalten.“

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