Herzenswege spenden Nähe

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Die ehrenamtlichen Mitarbeiter der Herzenswege haben einiges vorbereitet: In den Tüten gibt es unter anderem Obst, Schokoladennikoläuse, Sekt für Silvester und einen Adventskalender.
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Gerade während der Corona-Pandemie haben die ehrenamtlichen Mitarbeiter der Herzenswege besonders viel zu tun – und sie machen es gerne.

Schwäbisch Gmünd

Ihr könnt ja während Corona gar nichts machen", hörte Bärbel Blaue von vielen Menschen, wie sie erzählt. Sie ist Projektleiterin der Initiative Herzenswege, die älteren und bedürftigen Menschen seit Jahren hilft. Blaue stellt jedoch klar: "Wir haben dieses Jahr umso mehr gemacht."

Und das bestätigt sich bei einem Blick ins Rathaus am Freitagnachmittag: Seit sieben Uhr verpacken die Ehrenamtlichen im großen Sitzungssaal Adventstüten, die sie anschließend zusammen mit Adventskalendern an ihre rund 100 Empfänger ausfahren. In den Tüten sind etwa Lebensmittel, Gutscheine für lokale Supermärkte, aber auch LED-Kerzen, die Gemütlichkeit schaffen sollen.

Die Adventstüten gibt es in diesem Jahr zum ersten Mal – als Ersatz für eine Adventsfeier. Den Mitarbeitern der Herzenswege ist es wichtig, die Mitglieder gerade in dieser Zeit nicht alleine zu lassen. "Seit März versenden wir zum Beispiel Mutmachbriefe", berichtet Blaue.

Neben den Briefen erweiterte die Initiative im März die telefonische Sprechstunde. "Mittlerweile sind auch wieder persönliche Sprechstunden möglich", sagt Blaue. "Da haben wir aber wirklich extreme Hygienemaßnahmen, da wird alles desinfiziert."

Sie sind nicht vergessen in dieser schweren Zeit, es ist immer jemand da.

Bärbel Blaue Projektleiterin der Herzenswege

Roland Paar und Susanne Will-Paar sind Mitbegründer der Herzenswege und packen gerade ebenfalls Adventstüten. "Das Schlimme ist, dass die Menschen unheimlich einsam sind", sagt Paar. Vor der Coronakrise konnten sich die Seniorinnen und Senioren im Herzenscafé treffen und Kontakte knüpfen. Warum das so wichtig ist, erläutert Will-Paar: "Wenn man die Nachbarin fragt, ob man spazieren geht, sagt man ja." Frage die Nachbarin aber, ob man einen Kaffee trinken gehen möchte, müssen die älteren Menschen aufgrund ihrer finanziellen Lage oft Ausreden finden. Im Herzenscafé ist das nicht der Fall. Und das fehle.

Vorrangig kümmert sich die Organisation um Bedürftige. "Aber es ist jeder willkommen", betont Bärbel Blaue. Denn bei den Herzenswegen gehe es nicht nur um das Materielle, sondern auch um den persönlichen Austausch. Sie wünsche sich auch gerne mehr Mitglieder. "Wir könnten heute auch 300 oder 500 Tüten packen", betont sie. "Man kann auch den Nachbarn auf uns aufmerksam machen." Besonders wichtig ist Blaue die Nachricht an alle, die die Hilfe der Herzenswege brauchen könnten: "Sie sind nicht vergessen in dieser schweren Zeit, es ist immer jemand da für sie."

Die Herzenswege sind dienstags von 9 bis 12 Uhr unter der Telefonnummer (07171) 6035077 erreichbar. Mehr Informationen zu dem Projekt gibt es online unter www.herzenswege-gmuend.de.

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